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Spiele, die ich vermisse: Der 10. Jahresrückblick (2021)

Ein Jubiläum!

2021 war – vorsichtig gesagt – nicht ganz mein Jahr. Ein über weite Strecken geschlossenes Kulturleben (was mich beruflich gründlich erwischt, aber immerhin zum Ende hin mit einigem Aufwand dann doch versöhnlich gestimmt hat), ein schwerer familiärer Verlust, dazu noch eine persönliche Corona-Müdigkeit – und der Blick in diese Reihe, die stark begonnen, aber dann irgendwie im Laufe des Jahres stark an Fahrt verloren hat. Nein, sechs Einträge sind kein All-Time-Low (das wären fünf gewesen), aber jetzt auch kein Grund zum Jubeln. Dennoch: Man soll Feste feiern, wie sie fallen – und in diesem Fall ist es sogar ein Jubiläum: Es ist der zehnte Jahresrückblick; deshalb blicken wir zurück auf alle Einträge, die es dieses Jahr in die „Spiele, die ich vermisse“-Reihe geschafft haben:

Hier sind die Retro-Titel des Jahres 2021!

#176: James Pond: Underwater Agent (Amiga, Atari ST, Mega Drive und andere, 1990)

Wenn es ein Spiel gibt, das für mich für Weihnachten steht (und dessen Soundtrack ihr Jahr für Jahr im Shock2-Weihnachtspodcast hört), dann ist das wohl James Pond – allerdings Teil 2, Codename Robocod. Anfang des Jahres widmete ich mich allerdings seinem Vorgänger, der mit völlig anderem Gameplay den Geheimagenten mit Flossen in ein Abenteuer unter Wasser entführt. Kann James Pond die Welt vor der ACME-Corporation retten? Und ist Teil 1 besser als Teil 2 (kurze Antwort: Nein)? Findet es heraus – in Ausgabe #176!

#177 Push-Over (Amiga, Atari ST, PC, Super NES, 1992)

Ich habe ja persönlich kein Händchen für Dominosteine (zumindest wenn sie nicht gleich umfallen sollen) – aber in diesem Spiel sieht die Sache anders aus: Push-Over lässt euch in der Rolle von G.I. Ant 100 Puzzles mit Dominosteinen lösen. Kann er alle Steine umfallen lassen, deren Sonderfähigkeiten nutzen, den Schlussstein als letzten fallen lassen UND dann auch noch den Ausgang erreichen? Spätestens nach ein paar Abschnitten wird die Sache schon sehr knifflig – aber dennoch viel zu spaßig, um dieses Spiel nicht zu vermissen!

#178 Persona 5 (PS3, PS4, 2016)

Ich bin in einem Alter, in dem mich „neue“ Reihen nur schwer so richtig begeistern – aber wenn sie es tun, dann tun sie es! Persona 5 war für mich eine der Offenbarungen des Jahres und brachte mich (nach einem vorherigen Fehlstart) zur Shin Megami Tensei-Reihe und seinem Persona-Spin-Off. Grund genug, das Spiel eigentlich gleich nach dem Abspann zu vermissen und sich an die Abenteuer von Joker, Ryuji, Ann, Morgana und ihren Freunden zu erinnern, die in Tokyo nicht nur als Phantom Thieves die Herzen von Verbrechern bekehren, sondern auch noch den Schulalltag meistern müssen. Ein Meisterwerk, das nicht umsonst als eines der besten JRPGs seiner Generation gilt.

#179 Life and Death (PC, Mac, Amiga, Atari ST und viele mehr, 1988)

Auch wenn viele Arzt-Serien uns etwas anderes versprochen haben, ist das Leben als Arzt weniger glamourös und mehr anstrengend (und lernintensiv) als wir vielleicht dachten. Life and Death versteht sich als Chirurgensimulation der Hardcore-Variante, mit einer steilen Lernkurve, jeder Menge Todesfällen, aber nur zwei verschiedenen Arten von Operationen. Wer dieses Spiel gemeistert hat, weiß, wie eine Blinddarmoperation (theoretisch) funktioniert – ich weiß nur bis heute nicht, ob ich das so genau wissen wollte. Auf jeden Fall: Grund genug, Life and Death zu vermissen.

#180 Uchi Mata (C64, CPC, Spectrum, MSX, 1986)

Wir bleiben in einer weiten Vergangenheit der Videospielgeschichte, wechseln aber radikal das Genre: Uchi Mata gehört zu den wichtigen Spielen der Brawler-Urgeschichte, auch wenn es heute in vielerlei Hinsicht vergessen ist. Das liegt vielleicht daran, dass es sich hier nicht um ein Spiel handelt, in dem mit Kicks und Schlägen gewonnen werden kann (und schon gar nicht herumgehüpft wird). Stattdessen erwartet euch eines der seltenen Exemplare einer Judo-Simulation, bei der geschickte Joystick-Bewegungen allerhand Wurftechniken auslösen. Wegbereitend für spätere Spiele des Genres, aber heute kaum noch bekannt – Grund genug, es zu vermissen.

#181 Chrono Cross (PS, 1999)

Etwas vermissen, weil es angeblich angekündigt wird (was sich aber nicht bestätigen sollte)? Ja, das kann ich auch. Gerüchte sprachen von einem Remake von Chrono Cross bei den Game Awards – leider eine Ente (die Gerüchte gehen allerdings weiter), aber ein willkommener Grund, an das mehr-oder-weniger Sequel von Chrono Trigger zurückzudenken, das an den Ereignissen des berühmten Zeitreiseabenteuers ansetzt, aber dann in eine interdimensionale Richtung abbiegt. Warum ich mich auf ein Remake freuen würde und warum der Soundtrack bei mir ein regelmäßiger Ohrwurmgarant ist, erfahrt ihr in dieser Ausgabe.

Das waren sie, die sechs Ausgaben von „Spiele, die ich vermisse“ im Jahr 2021. Wenn ihr mich nach dem Ausblick auf das nächste Jahr fragt, zucke ich lieber mit der Schulter. Das vergangene Jahr hat ein paar Veränderungen und neue Aufgaben gebracht, aber ich habe nicht vor, die Reihe aufzugeben. Wie viele Ausgaben sich ausgehen, wird sich weisen – ich hoffe aber doch auf ein paar. Ideen dazu gibt es schon. In diesem Sinne noch ein schönes neues Jahr, bleibt Retro- und wir lesen uns!

Florian Scherz

Bereits früh entwickelte Florian zwei große Leidenschaften: Videospiele und Theater. Ersteres brachte ihn zu einem Informatikstudium und zu Jobs bei consol.MEDIA und Cliffhanger Productions; zweiteres lässt ihn heute (unter anderem) als Schauspieler, Regisseur, Komponist und Lichtdesigner arbeiten. Wenn er gerade keine Musicals inszeniert, spielt oder schreibt, vermisst er auf Shock2 Videospiele von anno dazumal in seiner Blog-Reihe "Spiele, die ich vermisse".

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Notable Replies

  1. Avatar for SHOCK SHOCK says:

    UNGLAUBLICH „Spiele, die ich vermisse“ wird 2022 bereits 10 Jahre!

    An dieser Stelle ein großes und persönliches Dankeschön an @Jokus !
    „Spiele, die ich vermisse“ war schon in der CONSOL Ära eine wunderbare und tolle Serie von Retro Kolumnen mit einer Prise persönlichen Tagebuch von Florian. Dass er sich bereit erklärt hat, die Texte nicht nur zu SHOCK2 zu übertragen, sondern die beliebte Serie auch weiterzuführen, war alles andere als eine Selbstverständlichkeit! Und das gilt auch umso mehr, dass die Texte auch in schwereren Zeiten weitergeführt wurden.

    Das war und ist eine tolle Sache für SHOCK2, aber auch ganz persönlich für mich, den sehr viele Texte lese ich einfach selber extrem gerne und auch immer wieder mal. Oftmals such ich nur schnell etwas und bleib dann deutlich mehr Zeit als ich wollte im Archiv hängen und wühle mich durch die über 180 bereits vorhandenen Artikel!

    DANKE!!

  2. Hey, @Jokus ich wüsche dir echt nur das Beste für 2022!

    Freu mich immer sehr über jede Kolumne von dir und wenn es im Wochenstart heißt das Michael wieder mit die einen Podcast Beitrag aufnimmt!

  3. Immer wenn ein neuer „Spiele, die ich vermisse“ Artikel erscheint ist dir Freude groß! Ist ein echtes Highlight für mich.

    Ich hoffe auf einige spannende neue Einträge in diesem Jahr und Wünsche dir nach den Rückschlägen alles Gute!

    Ich schreib leider oft nix zu deinen Beiträgen aber lese sie alle (einige sogar immer wieder :slight_smile:

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