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Special: Das war die E3 2021 – Unser ganz persönliches Feedback

Die E3 2021 ist vorüber? Oder doch nicht? E3, Summer Game Fest, Summer of Game, Directs, State of… Die Zeiten, in denen die gesamte Videospielewelt für rund eine Woche den Atem anhält und gebannt nach Los Angeles blickt, scheinen vorbei zu sein. Zu sehr hat das letzte Jahr mit seinen unzähligen Streaming-Events, die oftmals direkt von den einzelnen Publishern abgehalten wurden, ihre Spuren hinterlassen und zu sehr war die mächtige Electronic Entertainment Expo schon zuvor angeschlagen gewesen. Doch abschreiben würde ich die E3 noch nicht und genauso wenig würde ich sagen, dass die E3 2021 schlecht war oder gar ein kompletter Ausfall. Es war das Jahr in dem Microsofts langfristige Pläne immer klarer werden und nun erste Früchte bei den Spielen und vor allem auch den Game Pass Mitgliederzahlen zeigen. Nintendo hat wieder einmal fast alle Erwartungen ignoriert und hatte dennoch für fast jeden Switch Spieler etwas dabei. Zusätzlich konnten mit Guardians of the Galaxy und Elden Ring zwei kommende Third Party Titel richtig glänzen. Es war aber auch das Jahr, in dem man bei vielen Präsentationen (wir schauen auf dich, wenn du nicht Ubisoft heißt) einfach nur den Kopf schütteln konnte, und sich fragte, ,warum diese veranstaltet wurden. 

Für mich war die E3 2021 aber dennoch spannend, auch wenn es keine Messe vor Ort gab, gab es für mich doch an der einen oder anderen Stelle E3 Feeling! Etwa dann, wenn eine vollbesetzte SHOCK2 Redaktion dem nächsten Livestream entgegenfiebert, um die Neuigkeiten möglichst ausführlich und schnell auf die Webseite zu bringen, oder wenn die Beteiligung im SHOCK2 Community Bord einfach so einen neuen All-Time Rekord knackt!

Michael 

SHOCK2 & Friends

In diesem Special habe ich die SHOCK2 Redaktion und Freunde eingeladen ein ganz persönliches Fazit über die E3 2021 zu ziehen!

Nikolai Barislowitsch

Microsoft und Nintendo retten die E3 2021 – für dieses Jahr! Die E3 hat stark an Glanz verloren. Nach dem Fernbleiben von PlayStation ab der E3 2019 und dem Pandemie-bedingten Ausfall im letzten Jahr versuchte nun die Entertainment Software Association die E3 als digitales Messe-Event zurückzubringen. Mit eher mäßigem Erfolg. Dabei verlief der Start in die E3 Woche eigentlich ganz gut – der Battlefield Trailer wurde enthüllt, Netflix zeigte in der “Geeked Week” einige coolen Projekte und mit dem Trailer und Release-Termin zu einem meiner Highlights Elden Ring konnte Geoff Keigleys Summer Game Fest, das zwar mit der ESA kooperierte, aber dennoch ein eigenständiges Event ist, ordentlich punkten. Punkten konnten auch Microsoft und Nintendo. Die Xbox & Bethesda PK überzeugte mit einer äußerst gelungenen Show und viel Content für den “All You Can Eat” Abodienst Game Pass. Der für mich dort spannendste Titel “Starfield”, wurde mit einem äußerst stimmungsvollen, wenn auch nichtssagenden Trailer als Xbox-Exklusivtitel für Ende 2022 enthüllt. Etwas mehr zu sehen gab es von Zelda: BotW 2, dass ebenfalls 2022 erscheinen soll. Das Schlusslicht der Nintendo E3 Show war eines meiner Highlights und sorgte gemeinsam mit einer Vielzahl an kleinen Überraschungstiteln wie Metroid Dread oder einem Advanced Wars-Remake für wohlige Wärme in meinem Fan-Herzen. Für etwas E3-Flair sorgte auch Nintendos Treehouse-Event und die Xbox Games Showcase: Extended, obwohl Letztere ja eigentlich nach der Messe stattfand.

Leider waren die E3-Shows von IGN, dem Future-Verlag oder der PC Gamer eher durchwachsen und wir sahen dort vieles, dass ohnehin schon bekannt war. Ähnlich langweilig empfand ich die Shows von Gearbox, Capcom und Square Enix, die einzig mit The Guardians of the Galaxy punkten konnten. Devolvers kleine Show war wieder vollgespickt mit Seitenhieben auf die Industrie und somit eines der Unterhaltungs-Highlights der Messe. Ubisoft zeigte meiner Meinung nach bis auf den “Mario & Rabbids”-Nachfolger und einem möglicherweise guten Avatar-Spiel viel zu viele Content-Updates und kaum Mut zu Neuem. Den Status des Gaming-Event-Highlights hat die E3 für mich verloren und wie es aussieht, wird die Messe nie mehr zu ihrem einstigen Glanz zurückkehren. Sonys fernbleiben und die wachsenden Alternativen zur Messe tragen ihren Teil dazu bei. Zudem hatte ich sehr oft das Gefühl, dass viele teilnehmende Publisher einige Projekte für diese Alternativen in der Hinterhand halten.

Benedikt Zöchling

Das war die Elden Ring-, Metroid Dread-E3 für mich, denn das sind die beiden Titel, die ich wohl auch noch in ein paar Jahren mit dieser spezifischen Online-Messe in Verbindung bringen werde. Das heißt nicht, dass nicht andere Titel auch da waren, aber das meiste leider so nichts-sagend, so Emotions-befreit inszeniert, das es wohl kaum hängen bleiben wird. Egal ob ich mir einen Highlight-losen Starfield-Trailer ansehe, oder mich ein generischer Halo Inifnite-Trailer langweilt, irgendwie hats bei fast allen hinten und vorne nicht ganz gepasst. Selbst die Devolver Digital-Konferenz hat in seiner vierten Iteration ein wenig an Charm verloren, auch wenn ich sie immer noch zu den Messe-Highlights zählen würde. Es gab natürlich auch ein paar Wild-Cards zu sehen. Wie z.B. Guardians of the Galaxy, das zwar wirklich interessant aussah, aber das gebrannte Kind, zu dem mein Hype nach dem Avenger-Debakeln verkommen ist, erstmal langsam wieder für sich gewinnen muss.

Oder Avatar: Frontiers of Pandora, das sich nach derzeitigem Wissensstand als wahr gewordener Traum oder liebloser Lizens-Schmonzes entpuppen könnte. Zumindest Nintendo hat geliefert. Zwar auch eher Kleinkram aber charmanter Kleinkram. Da haben dann auch die Emotionen gepasst, wenn Tot-geglaubte Perlen wie Advance Wars wieder ausgegraben werden und endlich ein Wario Ware für die Switch erscheint, bin ich happy auch wenn kein Wort über eine Switch Pro verloren wird und Zelda zu seinem 35. Jubiläum gerade mal mit einem HD-Remake und einem neuen Game&Watch bedacht wird (das ich mir wohl trotzdem zulegen werde). Ich geh mir dann mal zum 500sten Mal den Elden Ring-Trailer anschauen. Holt mich wenn Mircrosoft, Bethesda und Co. wieder gelernt haben, wie man ordentlich Hype generiert. Achja und Koch Media: Schäm dich!

Preview: Elden Ring

Florian Scherz

Nachdem ich mich fast ein Jahrzehnt beruflich ausgiebig mit der E3 beschäftigt und mir dafür viele lange Nächte im (meist virtuellen) consol.MEDIA-Newsroom um die Ohren geschlagen habe, war ich die letzten Jahre eher auf Messe-Entzug. Dieses Jahr habe ich wieder deutlich mehr Zeit investiert (danke für PKs zu angenehmen Uhrzeiten!) – und war dann doch über weite Strecken eher ernüchtert. Nein, das liegt nicht nur an einigen eher dilettantischen Messeauftritten, denn die gab es auch schon früher (Kann sich noch jemand an die Konami-Pressekonferenz auf der E3 2010 erinnern, die uns nicht nur „One Million Troops“ präsentierte, sondern sich auch im Vergleich zur damaligen Konkurrenz billig und amateurhaft anfühlte?). Nein, das liegt auch nicht daran, dass ich mir erwartet hätte, mehr Spiele für meinen Spielgeschmack zu sehen – ich bin gewohnt, dass sich die E3 auf den Mainstream ausrichtet. Trotzdem warf letzteres für mich einen Schatten auf die starke PK von Microsoft, das mit einem tollen Line-up für ihre Zielgruppe, aber wenig für meinen Spielegeschmack ausgerückt ist. Das soll jetzt nicht heißen, dass es auf meiner Xbox bald nichts mehr zu spielen gibt – nur dass der Fokus der Messe generell einfach anders lag: Während manche für mich wenig spannende Titel geradezu ausgewalzt wurden, wurden jene Spiele, die mich interessiert hätten, oft nur geteased oder es gab nur eine kurze Erinnerung, dass diese Titel noch in Entwicklung sind (Fable, Final Fantasy XVI); dafür waren aber auch manche Events, die andere für schwach gehalten haben, für mich aufgrund eines einzigen Spiels dann doch Lichtblicke (z.B. Capcom mit The Great Ace Attorney).

Das gilt auch für Nintendo, das trotz aller Schelte für enttäuschte Erwartungen noch immer Spiele macht, die ich spielen will. Auch wenn ich mir auch nach dieser E3 noch immer nicht sicher bin, ob ich auf das Sequel zu BotW hoffen soll oder nicht, hat mir die Nintendo Direct zwar nicht jene Spiele geliefert, die ich gerne gesehen hätte, konnte aber trotzdem mit teilweise überraschenden Titeln punkten. Aber warum war ich dann von der E3 enttäuscht? Es war die Messe selbst, die so eindeutig an Relevanz verloren hat. Spiele wurden schon vorab angekündigt, andere Reveals auf „irgendwann nach der E3“ verschoben – zum Teil sogar nur wenige Tage und Wochen später. Von der früheren Wichtigkeit der Messe und dem gewaltigen News-Rausch der alten Tage ist man heute meilenweit entfernt. Ob das besser wird, wenn die Messe wieder vor Ort stattfinden kann? Ich hoffe es, denn der Name „E3“ ist für mich noch immer magisch. Nur das Event selbst konnte dieses Jahr dem Hype einfach nicht standhalten …

Christoph Kurl

Als ehemaliger Vielspieler, mittlerweile nur noch Gelegenheitszocker, aber stets interessierter Beobachter der Szene ist die E3 natürlich immer noch eine sehr spannende Zeit. Auch dieses Jahr klangen viele Titel wieder verdammt spannend, wenn ich auch viele davon aufgrund akuten Zeitmangels nie länger spielen, dank Gamepass aber zumindest ausprobieren werde. Deshalb bleiben mir dieses Jahr auch großteils Sportspiele wie Riders Republic von Ubisoft oder Shredders, das auf der Bethesda PK gezeigt wurde, positiv im Gedächtnis. Natürlich freu ich mich auch Forza Horizon 5, Starfield und ganz besonders die Series X Version des Flight Simulators, trotzdem hat mir dieses Jahr wesentliches gefehlt. Also großer Fan des “one-last-thing” musste ich dieses Jahr leider durch die Finger schauen, da war leider nichts für mich dabei. Und auch wenn bei Nintendo dieses Jahr nichts für mich dabei war, das Hoffen, Diskutieren und die Vorfreude vor, nach und währende der Pressekonferenzen hat auch dieses Jahr wieder großen Spaß gemacht.

Clemens Stangl

Mein Fazit dieser E3 fällt gemischt bis verhalten positiv aus.
Da hätten wir mal eine Messe, die sich bemüht, ihren alten Glanz und Zauber zu beschwören und dabei leider verkrampft und unentspannt wirkt. Das ist auch kein Wunder, immerhin kapert ein gut-vernetzter Moderator seit kurzem die Sommermonate mit seinem eigenen Summer Game Fest. Zudem schreiben wir, auch wenn die aktuelle Lage anderes vermuten lässt, erst das zweite Jahr einer verheerenden Pandemie und Wirtschaftskrise. Das geht an niemandem spurlos vorüber, auch nicht an der E3.

Dann waren einige Events im Grunde nicht notwendig oder kamen für das Gezeigte zu früh. Es wundert mich schon, dass auch im Jahr 2021 viele Schwierigkeiten damit zu haben scheinen, eine Show vorzubereiten, die schlicht und ergreifend unterhält.
Ein positives Gegenbeispiel hierzu stellte das Xbox und Bethesda Showcase Event aka das Xbox Game Pass-Event dar mit einer Vielzahl an Spiele-Ankündigungen, die wie Patronen aus einer Maschinenpistole abgefeuert wurden.

Das führt uns gleich auch zum allerwichtigsten: Zu den Spielen!
Mario x Rabbids: Sparks of Hope, Metroid: Dread, Marvel’s Guardians of the Galaxy, Avatar: Frontiers of Pandora, Starfield, Elden Ring, Somerville, Replaced, 12 Minutes und und und…
Ja, viele interessante Titel kommen nicht mehr in diesem Jahr heraus, aber haben wir uns das nicht auch in gewisser Weise von der E3 gewünscht? Wollten wir nicht in gewisser Weise eine Perspektive haben, einen Ausblick, worauf wir uns künftig freuen können?
Ja, die E3 2021 war nicht perfekt. Sie ist auch in vielen Belangen überholt und nicht mehr zeitgemäß. Und trotzdem habe ich mich, wie jedes Jahr, auch diesmal wieder auf jede einzelne “PK” gefreut und kann mir von dem Gezeigten einiges mitnehmen.

Alexander Amon (Gameminds)

Keine neuen Informationen zu The Elder Scrolls 6, den vor langer Zeit angekündigten DC-Games, Metroid Prime 4, Beyond Good and Evil 2 oder gar ein Fahrplan zum weiteren Vorgehen bezüglich Final Fantasy VII. Die diesjährige E3, mit all den Events im zeitlich nahen Radius, ließ viele Fragen offen, lieferte aber mindestens genauso viele Antworten. Die Pandemie hat Zeitpläne durcheinandergeworfen, das scheint immer klarer. Speziell die Third-Partys scheinen teilweise planlos in die Zukunft zu reiten. Da werden Konzepte kopiert, Projekte fallen gelassen – jeder will sein GTA Online oder Fortnite. Das wird mittelfristig eng am Markt.

Microsoft hat die Zeit wohl am besten genutzt und mit ihren mittlerweile über 20 Millionen Gamepass-Nutzern eine starke Basis für die Zukunft gelegt. Über 15 Titel liefert der Konzern noch in diesem Jahr, darunter Kracher wie Age of Empires oder Forza 5. Man sieht schon die Sony-Fans schwitzen – langsam aber sicher zeichnet sich ab, wofür der US-Konzern seit vielen Jahren einzahlt. Dazu die Streaming-Strategie, gepaart mit einer Loskopplung der Plattform scheint 2021 kein sexy Weg zu sein, aber es wird mittelfristig der wohl erfolgreichste sein.

Nintendo bedient inzwischen seine Zielgruppe, lässt sich wie in den Vorjahren nicht dazu hinreißen, eine neue Hardware im Rahmen der E3 vorzustellen. Games, Games, Games. Viele erst 2022, aber auch ausreichend Auswahl für die nächsten Monate. Um die Japaner braucht sich keiner Sorgen machen.

Jetzt wartet der Rest noch auf den Auftritt von Sony in ein paar Tagen. God of War, Horizon und hoffentlich ein paar Überraschungen können die Stellung des Konzerns in diesem so kompetitiven Feld noch immer stabilisieren. Vielleicht sogar mit einer Ansage in Richtung Abo-Dienst a la Gamepass. Man darf gespannt sein.

Tipp: Alex Amon & Michael liefern euch in der aktuellen Gameminds-Podcast Folge einen ausführlichen Rundumschlag sowie eine ausführliche Analyse.

Dirk Ziegert

Für mich war das Highlight der E3 2021 die Vorstellung von Metal Slug Tactics. Vorher nichts von gewusst und dann wird ein Trailer rausgehauen, der perfekt in die 1990er Jahren zu einem Automatenspiel gepasst hätte. Hoffentlich wird das Spiel auch noch auf Konsole umgesetzt.

Microsoft hat wie erwartet geliefert, aber bin ich der Einzige, der mit dem Gamepass irgendwie nicht glücklich wird? Was passiert, wenn in ein paar Jahren ein neuer Microsoft Chef merkt, dass mit der Spieleabteilung weiterhin kein Geld gemacht und alles geschlossen wird. Ist das Abo Modell dann so weit fortgeschritten das ein zweiter Spielecrash wie 1983 drohen könnte? Ich hoffe nicht. Nintendo hat einen guten Weg gefunden, erwartendes und neues auf der E3 zu zeigen. Metroid Dread war nicht unbedingt zu erwarten, scheint aber an die sehr guten Vorgänger anknüpfen zu können. Einziger Kritikprunkt: Das Spiel wird zwar nicht als Pay-to-Win-Spiel erscheinen, wer aber Amiibo-Figuren kauft, wird es deutlich einfacher haben. So bekommt man wenigstens noch etwas Handfestes geliefert. Auch auf den zweiten Mario + Rabbits Teil bin ich gespannt. Abseits der großen waren die kleineren Publisher oftmals interessanter. So hat Panic mit dem Playdate endlich die Eckdaten zum Release verraten und Devolver Digital wieder eine unglaubliche Präsentation mit viel kreativer Energie hingelegt.

Panic gibt Neuigkeiten zum Handheld Playdate bekannt

Alles im allen war die E3 2021 aber irgendwie noch uninteressanter als die letzte. Erhoffte Next-Gen-Titel sind größten Teils ausgeblieben, da dank ähnlicher Hardware auch alles recht problemlos auf den Vorgängerkonsolen zu programmieren ist.

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