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Review: Starlink: Battle for Atlas

Machtkampf im Weltall

Was passiert, wenn man No Man’s Sky, Destiny, Assassin’s Creed 1, eine Spur Mass Effect und Toys-to-life miteinander vermischt? Starlink: Battle for Atlas kommt raus.

Info:
Eins vorweg, leider hat Ubisoft uns die Figuren und Schiffe nicht pünktlich zum Review geschickt. Dieser Text basiert auf der Digitale Deluxe Edition. Für mehr Informationen zu den Figuren haben wir hier das Preview von Michael in London.  Dieses Review entstand auf Grundlage der digitalen Version für die Nintendo Switch.

Technologie Starlink

Die Equinox und ihre Crew reisen ins Atlas-System. Hier möchten sie ein uraltes Artefakt für ihre Forschung finden. An ihrer Seite haben sie die Starlink-Technologie. Mit dieser lassen sich blitzschnell Waffen, Piloten und Raumschiffe anpassen und verändern. Der Kopf der Unternehmung ist der geniale Forscher St. Grand, der auch so etwas wie der Ziehvater der Crew ist. Als er jedoch vom Bösewicht Grax entführt wird, macht sich die Crew auf, St. Grand und Atlas zu retten.

Das Ganze Setup erinnert mit seinen bunten Charakteren und guten Filmsequenzen an einen Samstagmorgen-Cartoon. Leider werden die Charaktere kaum erforscht, es gibt nicht viele Zwischensequenzen und es bleibt alles sehr oberflächlich. Hier wäre viel mehr drin gewesen.

Kämpfen und Erforschen

Aber wie spielt sich Starlink? Den Großteil der ca. 30 Stunden Spielzeit für das Beenden der Story-Kampagne (danach kann weiter gespielt werden) wird gekämpft. Jedes Schiff besitzt dafür zwei Waffen an den Flügeln, die jederzeit ausgewechselt werden können. Das ist notwendig, da sie verschiedene Elementar-Fähigkeiten besitzen. Bei einem Feuer-Gegner richtet eine Eis-Waffe besonders hohen Schaden an. Elemente lassen sich auch kombinieren. So lassen sich Gegner in einem Sturm gefangen halten, mit einem zusätzlichen Schuss aus einer Feuer-Waffe wird aus dem Sturm ein Feuer-Sturm. Auch für kleinere Rätsel müssen die Waffen getauscht werden.

Im Weltall bestehen die Kämpfe aus klassischen Dogfights, wie man sie aus Star Wars kennt. Ein manuelles Log-On-System gibt es nicht, dafür greift das Spiel mit einer Zielhilfe merklich unter die Arme. Mit einem Schild lassen sich Projektile abwehren und dank filmreifer Ausweichmanöver (ja, auch Barrel Roll) umgeht man stärkeren Raketen. Der Antrieb für diese Manöver ist aber begrenzt.

Zu keinem Zeitpunkt verlässt der Pilot das Raumschiff. Glücklicherweise ist die Steuerung gut gelungen. Ob im Weltall oder auf einem Planeten, das Handling des Raumschiffs mit Boosts, Sprüngen und Hyperantrieb macht immer Spaß.

Mods Mods und noch mehr Mods

Was bei Destiny Loot ist, nennt sich bei Starlink Mods. Mit jeder erledigten Quest und größeren Gegner gibt es Mods in verschiedenen Seltenheitsgraden. Diese lassen sich am Schiff selbst und den Waffen ausrüsten, um sie so zu verbessern. So lässt sich die Verteidigung aufstufen, Feuerschaden erhöhen, das Handling verbessern und mehr. Diese Mods lassen sich dann noch aufstufen, um das Schiff weiter zu verbessern.

Schiff und Waffen lassen sich ganz klassisch mit Erfahrungspunkten aufleveln. Mit jedem Level bekommt ein Pilot ein Fähigkeitenpunkt, der sich im individuellen Skill-Tree investieren lässt. Das System wirkt am Anfang etwas kompliziert, geht mit der Zeit aber in Fleisch und Blut über.

Für die Allianz!

Atlas besteht aus sieben Planeten. Im Gegensatz zu No Man’s Sky ist hier nichts zufallsgeneriert. Jeder Ort, jedes Gebäude, jedes Lebewesen ist von Hand designt. Die Planeten ähneln sich dabei jedoch stark, auch wenn es zum Beispiel einen Eis-Planeten und Lava-Seen gibt. Genau wie bei No Man’s Sky lassen sich Tiere scannen und Ressourcen sammeln.

Neben St. Grand muss auch das Sternensystem Atlas gerettet werden. Der Bösewicht Grax möchte uralte Technologie für seine Zwecke nutzen, um mit Hilfe der Legion, einer Alienrasse, die Macht über Atlas zu übernehmen. Zu diesem Zweck entsendet er die Legion auf die Planeten, die sie Stück für Stück einnehmen. Beim ersten Landen auf einem neuen Planeten muss daher die Karte erst aufgedeckt werden, wofür gegnerische Türme zerstört und Stationen der Allianz errichtet werden. Observatorien decken die Karte auf, Raffinerien erzeugen Ressourcen, Laboratorien erstellen Mods und Arsenale helfen dabei, sich vor der Legion zu schützen.

Das kann man sich wie ein Revierkampf aus anderen Spielen vorstellen. Jeder Planet hat 100%. Allianz und Legion versuchen zeitgleich und in Echtzeit, die Kontrolle über einen Planeten zu erhalten. So kann es passieren, dass in einem ganz anderen Gebiet auf dem Planeten ein Kampf zwischen Allianz und Legion ausbricht und sich das Machtverhältnis auf dem Planeten verändert, während man selbst eine Quest verfolgt.

Spannendes Konzept, das so seine Tücken mit sich bringt und stark an Assassins Creed 1 erinnert. Beim ersten Assassin’s Creed musste man durch sehr ähnliche Missionen Informationen sammeln, um einen Mord erfolgreich auszuführen. Diese Repetition gibt es in Starlink auch. Die Missionen zur Bekämpfung der Legion sind zu einem deutlichen Großteil gleich. Besiege die Gegner hier, scanne das Tier dort, bringe diese Ressource da hin. Mission für Mission erhöht sich der Einfluss der Allianz, bis man irgendwann genug von der Karte aufgedeckt hat, um den Prime (Boss) zu finden. Besiegt man den Prime, springt die Macht der Allianz auf 100%.

Machtkampf in Echtzeit

Damit ist der Spuk aber noch nicht vorbei. Denn im Weltraum befinden sich riesige Raumschiffe, die in regelmäßigen Zeitabschnitten neue Primes auf den Planeten werfen, wenn man sie denn nicht zerstört. Da werden sofort Erinnerungen an Mass Effect 3 und einem ähnlichen System mit den Reapern wach. Wenn man dieses Raumschiff also nicht pünktlich ausschaltet (und leider ist auch dieser Kampf immer komplett gleich), landet ein neuer Prime auf dem Planeten und der Einfluss der Allianz schmilzt.

Timer gibt es auch auf Ressourcen- und Mods-Lieferungen. Je mehr Stationen man befreit hat, je mehr Einfluss man im Starlink-System hat, desto mehr Ressourcen und Mods erhält man in regelmäßigen Echtzeitabschnitten.

Das ganze System kann zu Beginn etwas überfordern. Das Spiel könnte gerade in den ersten Stunden einen besseren Job machen, die Details des Spielablaufs zu erklären. Wirkt es am Anfang wie ein No Man’s Sky mit besseren Kampfsystem, entpuppt sich Starlink: Battle for Atlas letztendlich als ein intergalaktischer Revierkampf mit einer sehr repetitiven und durchschaubaren Maschinerie im Hintergrund. Dankenswerterweise gibt es bei all den Möglichkeiten (Scannen, Ressourcen sammeln, Quests erledigen, Map erforschen) einen Knopf, bei dem das Spiel selbst die nächste Mission vorschlägt.

Fox kommt zur Hilfe!

Wahrscheinlich dürften sich viele primär wegen Star Fox für Starlink interessieren. Teilweise ist das Kameo auch perfekt geglückt. Man kann stets ein Porträt des Piloten auf dem Bildschirm sehen. Da in der Mitte des Spiels einige Stunden ohne Zwischensequenzen vergehen, kann schon mal der Gedanke auftauchen, dass man ein Star Fox-Spiel vor sich hat. Wenn dann aber die Handlung den Vortritt erhält, fühlt sich Star Fox doch etwas unpassend an.

Neben den Fuchs an sich gibt es exklusiv für die Switch-Version sein Schiff und eine Mission, bei der man Wolf hinterherjagt. Diese Mission ist nicht weltbewegend, doch sticht sie aus dem See der sich wiederholenden Quests heraus. Nach 15 Minuten ist die Mission aber auch fertig und es bleibt nur noch der sehr schicke Airwing übrig (der auch von den anderen Piloten verwendet werden kann). Immerhin gibt es auch klassische Klänge zu hören, die Star Fox-Fans glücklich machen werden. Man merkt, dass Ubisoft viel Liebe ins Kameo gesteckt hat, hier wäre aber mehr drin gewesen.

Starlink auf der Switch

Neben Star Fox bietet die Switch exklusiv auf den Handheld-Modus an. Der ist überraschend gut gelungen. Starlink läuft flüssig genug, ist ein Tacken weniger scharf und zieht bei einer höheren Hintergrundbeleuchtung sehr schnell am Akku. Optimalerweise spielt man am TV. Hier ist auch unkomplizierter Koop im Splitscreen möglich. Für die ein oder andere Mission reicht der Handheld-Modus aber aus.

Fazit

Wertung - 7

7

Spannender Genre-Mix mit Luft nach oben

Ich mag Starlink: Battle for Atlas. Die Struktur ist durchschaubar, die Missionen wiederholen sich, Charaktere und Story sind halb gar. Und trotzdem bereise ich gerne das Atlas-System und stürze mich mit meinem Schiff auf die Legion. Das liegt vor allem am Kampf und am Fliegen. Beide machen auch nach 35 Stunden Spielzeit immer noch Spaß. Ubisoft hat mich mit Starlink überrascht. Teils positiv teils negativ. Ich hatte dieses Meta-System mit Revierkämpfen und den sich stetig wiederholenden Missionen nicht erwartet. Und doch konnte mich die Welt von Starlink packen, sodass ich auch nach der Story noch weiterspiele. Trotzdem: Hier ist noch viel Luft nach oben. Ein solider Grundstein mit viel Potenzial, der mit einem hoffentlich erscheinenden Nachfolger um einiges besser sein könnte.

User Rating: Be the first one !
Genre: Action
Entwickler: Ubisoft
System: PS4, Xbox One, Nintendo Switch
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 70 Euro

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