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Review: Chivalry 2

Als Chivalry: Medieval Warfare 2012 erschien, tummelten sich bereits abertausende Spielende auf hunderten virtuellen Schlachtfeldern anderer Spiele, wobei auf den meisten sicher nicht mit Schwert, Schild oder Axt gekämpft wurde. Schnell fand der Titel rund um Kämpfe im Mittelalter viele Fans, die Wertungen waren ganz ok. Einige Jahre später erscheint nun der Nachfolger, Chivalry 2, mit dem Ziel die Stärken von Teil 1 zu verbessern und genug Neues zu bringen um auch neue Spielende zu gewinnen.

Hinkende Vergleiche

Chivalry 2 wird oft als das Battlefield des Mittelalters bezeichnet, was zwar bei Betrachtung der Modi und der Herangehensweise im Spiel richtig ist, sich aber bei der Rasanz des Gameplays als hinkender Vergleich herausstellt. Im Multiplayer-Ego-Slasher, wie Koch Media den Titel selber nennt, tritt man on- wie auch offline sowie bei Wunsch auch durch Cross-Play über die Plattformen hinweg gegen und mit 63 Spielenden an, wobei man entweder auf Seiten der Agatha-Ritter oder des Mason-Ordens antritt. Bei den Modi findet sich je nach Map, derzeit gibt es acht, das bekannte Deathmatch, im Team oder Alle-gegen-Alle, oder aber eine Art Eroberungsmodus, wobei eine Mannschaft angreift und die andere klarerweise erobert. Hier kann man zwischen großen (64 Spielende) und kleineren (40 Spielende) Schlachten wählen. Alle Modi können auch offline gegen Bots bestritten werden.

Todeskampf in feiner Optik

Hierbei gilt es dann meistens Burgen einzunehmen, Gefangen zu befreien, Lager abzubrennen und noch vieles mehr. Neben der Bewaffnung der Ritter und Soldaten steht hierbei auch schweres Kriegsmaterial wie Belagerungstürme, Rammböcke, Dornenfallen und dergleichen zur Verfügung. Wie im Genre üblich hat man immer eine gewisse Zeit um einen gewissen Punkt einzunehmen oder zu halten.

Mit den Kumpanen in den Kampf

Nur nicht den Kopf verlieren

Chivalry 2 bietet von Beginn an vier verschiedene Klassen, die sich dann durch Aufleveln wiederum in Unterklassen verzweigen. Diese unterscheiden sich nicht nur durch die Bewaffnung, sondern auch durch verschiedene Attribute wie Geschwindigkeit, Lebensenergie oder durch andere Spezialfähigkeiten. Bogenschützen sind klarerweise im Fernkampf zu finden, Ritter halten viel aus, teilen aber nicht gar soviel aus wie die mächtige Vorhut. Fusssoldaten bieten wiederum durch ihre Lanzenwaffen eine größere Reichweite. Bei den Spezialfähigkeiten finden sich etwa das Aufstellen von Feuerschalen oder Barrikaden oder dem Werfen von Feuertöpfen, einer Art mittelalterlicher Granate.

Angesicht in Angesicht mit dem Feind

Durch das Sammeln von Erfahrungspunkten in Online-Matches schaltet man nun sukzessive Unterklassen sowie weitere Waffen frei und kann seine Kämpfer auch optisch umfassend verändern, was jedoch massig Gold kostet, dass man sich erstmal verdienen muss. Dabei kann die Kopfform, die Haare, die Stimme, Rüstung, Helm und noch viel mehr angepasst und individualisiert werden.

Hals und Beinbruch

Bis auf die Bogenschützen spielt sich in Chivalry 2 klarerweise alles im Nahkampf ab, wobei den Spielenden drei Schlagarten, ein Schwingen der Waffen, ein Überkopfschlag sowie ein Zustechen zur Verfügung stehen. Diese Schläge können auch mit Blocks und Paraden kombiniert werden, hängen aber auch von der Bewegung des Spielenden ab. Timing und gute Reaktion auf die Angriffe der Gegner sind hier entscheidend.

Ok, dann verteidigen wir halt

Ebenso können alle Waffen geworfen werden, was zwar bei einer großen Streitaxt ein riskantes Unterfangen darstellt, für die Gegner aber verheerend enden kann. Auch können Waffen der Gegner aufgehoben und verwendet werden. Eine Besonderheit in Chivalry 2 ist, dass man auch mit vielen Dingen die man in den Levels findet kämpfen kann. Ein Holzscheit, ein brennendes Huhn oder gar der Kopf eines Gegners, alles potentiell tödliche Waffen.

Ziel gescheitert, aber wir haben das Huhn.

Kopf und Kragen

Was die Optik betrifft bin ich bei Chivalry 2 etwas zwiegespalten, sehen einige Levels wirklich toll und detailliert aus, wirkt ein Wald bei Nacht einfach nur trostlos und fad, das kennen wir aus anderen Spielen auch schon auf der letzten Konsolengeneration anders. Die Burgen und Dörfer sind oftmals sehr schmuck, bei den Feldern und Plätzen davor und darum hat man sich ein wenig Arbeit und Polish erspart. Die Animationen erfüllen ihren Zweck, bei großen Schlachten bekommt man davon aber sowieso nicht viel mit. Der Gewaltfaktor ist sehr hoch, so ziemlich jeder Spielertod endet damit, dass die Spielfigur eine Gliedmaße oder gar den Kopf verliert, was jedoch in den Einstellungen angepasst oder gar deaktiviert werden kann.

Mal sehr schmuck, mal eher mau.

Der Sound hält sich dezent im Hintergrund, bis auf ein beständiges Kling-Klong der Waffen hört man hauptsächlich mit der Zeit äußerst nervende Kriegsschreie der Mitstreiter.

Was das Gameplay betrifft, muss man in Chivalry 2 erstmal ankommen. Die Schläge in Kombos zu verbinden anstatt nur stumpf auf Knöpfe zu hämmern ist eine Kunst für sich, einfach nur drauflos stürmen und hoffen so erfolgreich zu sein spielt es nicht. Dafür ist einfach zu viel los. Für jeden Gegner den man vor sich hat, stehen bei ungestümen Vorgehen mindestens zwei Gegner hinter einem die einen dann zu zweit fertig machen. Gute getimte Blocks, Paraden und Tritte sind der Schlüssel zum Erfolg. Nicht nur einmal bin ich wie ein Berserker in die Menge gerannt, was mich dann meistens den Kopf gekostet hat. Dementsprechend langsam stieg ich zu Beginn auf, Frust stellte sich ein. Nutzt man die im Tutorial erlernten Techniken und geht überlegt vor, winkt der Erfolg.

Und das macht dann Spaß, sogar sehr. Auch wenn das Spiel beizeiten hektisch wirkt, Teamplay und Zusammenarbeit werden belohnt. Weniger spannend ist der Offline-Modus, der nicht mehr als eine Möglichkeit zum Üben darstellt. Die Bots sind struntzdumm, kämpfen immer gleich, auch die eigenen Kollegen tun nicht mehr als das absolute Minimum. Während einer Partie in der wir die Zelte der Gegner abfackeln mussten, bewachten meine 11 Mitstreiter das Lagerfeuer, während ich alleine die Arbeit erledigte. Macht wenig Sinn und noch weniger Spaß, wobei Chivalry 2 natürlich zu 99,9% online gespielt werden sollte.

 

Pros and Cons

+ neues Kampf- und Kombosystem das gemeistert werden will
+ große Maps
+ großer Spaß zum kleinen Preis

– teils chaotischer Kampf
– Leveln dauert (vielleicht aber auch nur bei mir)
– Kampfschreie

Fazit

Wertung - 8

8

Wer gern in großen Schlachten antritt, aber das Schwert oder die Axt dem Gewehr vorzieht, ist bei Chivalry 2 genau richtig. In großen, zu Beginn hektischen Schlachten, gilt es erstmals das Gameplay zu meistern, wonach aber fast schon epische Schlachten oder Gemetzel winken. Der Umfang passt, viele Subklassen, Waffen, das Aussehen der Krieger und Kriegerinnen, acht Maps (weitere sind bereits angekündigt) und das zum niedrigen Preis, da kann man fast nichts falsch machen.

Genre: Rollenspiel
Entwickler: Torn Banner Studis, Deep Silver
System: PS4, PS5, Xbox One, Series X/S, PC
Erscheint: bereits erschienen
Preis: ab 39,99

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