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Eisenhorn: Alle Fakten zur ersten großen Live-Action Warhammer 40K TV Serie

Die Romane rund um Gregor Eisenhorn von Dan Abnett gehören seit Jahren zur Pflichtlektüre für jeden, der sich mit dem Warhammer 40.000 Universum Geschäft. Die Abenteuerromane, die nicht an der „Front“ des Imperiums, sondern im zivilen Leben angesiedelt sind, ziehen den Leser mit einer famosen Mischung aus Indiana Jones, Verschwörungs-Thriller und der düsteren Atmosphäre des 41. Jahrtausends in den Bann. So wundert es auch nicht, dass es auch schon ein Eisenhorn Videospiel gibt, über das wir an dieser Stelle jedoch lieber den Mantel des Schweigens legen. Viel spannender ist die kommende TV-Serie rund um den umtriebigen Inquisitor.

Es ist schon erstaunlich, dass es bis 2019 gedauert hat, bis Games Workshop sein düsteres Warhammer 40.000-Universums für eine Live-Action TV-Serie geöffnet hat. Dass man ausgerechnet Gregor Eisenhorn in deren Mittelpunkt stellt und nicht die allgegenwärtigen Space Marines, mag auf den ersten Blick verwundern, auf den zweiten Blick ist dies jedoch aus den oben beschreiben Gründen ein geschickter Streich. In diesem Artikel fassen wir alle Informationen zusammen, die ihr benötigt, um euch auf Eisenhorn zu freuen!

Info: Das Videospiel

Das Eisenhorn: Xenos Videospiel von Pixel Hero Games folgte 2016 der Handlung des ersten Romans. Leider konnte das Thrird-Persion Action-Adventure die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Aus diesen Spiel heraus ist auch das erste Eisenhorn Comicheft entstanden.

Das 40K Tabletop-Universum von Games Workshop ist gefüllt mit allerlei überdrehten Alien-Rassen und bösen Mächten. Es spielt in einer weit entfernten Zukunft, in der die Menschheit am Rande der Vernichtung steht.  Das schwindende Imperium, das von seinem unsterblichen Imperator Äonen zuvor gegründet wurde, wird langsam durch außerirdische Invasionen, chaotische Korruption und alle möglichen anderen bösen Dinge zerpflückt. Aber was will man von einer Welt erwarten, die dazu beigetragen hat, den Begriff „Grimdark“ überhaupt erst zu erschaffen.

Seit Warhammer 40K in den späten 1980er Jahren die Tabletop-Szene eroberte, hat Games Workshop mit den Jahren die Welt von Warhammer nicht nur durch das eigentliche Tabletop-Spiel und seine unzähligen Ableger erweitert. Auch literarisch ging es voran: durch alle Arten von Begleitliteratur, von den Regelbüchern „Codexes“ bis hin zu Artikeln im Monatsmagazin White Dwarf und den Romanen der Black Library, dem eigenen Buchverlag der Firma, der seit 1997 Romane veröffentlicht, die in diesem Universum spielen (und in dessen Fantasy-Schwesterwelt).

Genau auf diesen Seiten der Black Library konnte man ab 2001 auch Gregor Eisenhorn kennenlernen, der seitdem nicht nur in seiner eigenen Buchreihe und Kurzgeschichten die Hauptrolle spielt, sondern auch zu einem der beliebtesten Charaktere der Black Library geworden ist – und ja, er hat es mit seiner eigenen Spezialminiatur auch ins Tabletop-Spiel geschafft. Doch wer ist dieser Eisenhorn nun und in welcher Position ist er im 40K Universum?

Nein, er ist kein Space Marine!

Man könnte mit gutem Gewissen und nur einer flüchtigen Vertrautheit mit 40K annehmen, dass Eisenhorn ein Space Marine sei, jene gleichnamigen Kriegerorden in Power-Rüstung im 41. Jahrtausends. Schließlich ist er ein Mensch, der für das Imperium der Menschen kämpft – das ist es doch, was diese großen Kerle in den bunten Rüstungen mit Kettensägenschwertern und Kanonen von der Größe eines Kleinwagens tun, oder? Nun, ja, aber es gibt auch viel, viel mehr menschliche Streitkräfte in 40K als die Space Marines. Sie sind natürlich ein großer Teil davon – sie sind nicht umsonst die beliebteste und am meisten geschätzte Fraktion im Tabletop-Universum von Games Workshop – aber alle möglichen Fraktionen kämpfen in 40K im Namen der Menschheit.

Willkommen im Imperium der Menschen: Hier geht alles den Bach runter!

Tatsächlich gibt es eine Menge verschiedener militärischer Fraktionen, was in einem Universum, in dem es um unaufhörlichen Krieg geht, Sinn macht. Die Menschheit ist in einem Kampf zwischen den Mächten des Chaos und den Xeno-Horden anderer Fraktionen, die versuchen ihre Vorherrschaft über die Galaxie zu etablieren, gefangen und ihre Reichweite schwindet zusehens.

Es ist eine ziemlich miese Situation für alle Beteiligten, was irgendwie typisch für 40K ist, aber für die Menschheit? Ganz besonders. Schließlich stecken sie in einer alptraumhaften, sehr faschistischen Gesellschaft aus erzwungenem Eifer und Lehnstreue zu einem lange sterbenden Gott-Imperator fest, einer Hülle eines Wesens, das durch tägliche Menschenopfer von tausenden in einem konstanten Halbdasein gehalten wird, nur um ihn als religiöse Galionsfigur des Überlebenskampfes der Menschheit über mehrere Jahrtausende am Leben zu erhalten. Aber aus administrativer Sicht, auf den Schlachtfeldern – von denen es viele gibt, überall, die ganze Zeit – jenseits der genetisch verbesserten, übermenschlichen Space Marines (auch als Adeptus Astartes bezeichnet), haben wir diese Hauptfraktionen:

  • Das Astra Militarum, früher bekannt als die Imperiale Garde, die „normalen“ Soldaten des Imperiums, die im Grunde dazu da sind, in den endlosen Fleischwolf des Krieges eingespeist zu werden.
  • Die Imperiale Marine, die interstellare Flotte, die in riesigen, mit Kanonen bestückten Kathedralenstädten herumfliegt.
  • Über den Space Marines gibt es das Adeptus Custodes, die persönliche Leibgarde des Imperators.
  • Das Adeptus Mechanicus, das alles beaufsichtigt, von riesigen Mecha wie den Imperial Knights bis hin zu den Tech-Priestern und Ingenieuren, die den technologischen Fortschritt der Menschheit durch den Glauben an ihren eigenen, dem Imperator nahestehenden Maschinen-Gott, den Omnissiah, vorantreiben.
  • Die Adepta Sororitas, am besten bekannt als die „Sisters of Battle“, ein rein weiblicher Kriegerkult, der Unmengen von Nietenleder und Powerrüstungen mit unerschütterlichem religiösem Eifer kombiniert.

Darüber hinaus hat jeder Planet im Imperium seine eigenen Verteidigungskräfte und weitere administrative Vollstrecker, wie das Adeptus Arbites – im Grunde die Richter, Geschworenen und Henker der Staatspolizei. Und im Schatten all dessen gibt es die geheimen Arme des Imperiums: das Officio Assassinorum, Heimat von Spionen und anderen zwielichtigen, sehr mörderischen Agenten des Imperators und schließlich die mächtige Inquisition. Hier kommen Eisenhorn und seine Kollegen ins Spiel.

Willkommen bei der Inquisition. Nein, hier ist es auch nicht besser!

Man kann es drehen, wie man möchte, die Menschheit der 40K-Zukunft ist eine Gesellschaft, die sehr viel Wert auf ihre Religion legt und in vielen Belangen in die Gesellschaft des finsteren Mittelalter zurückgefallen ist. Sie nennen ihren Herrscher  nicht umsonst den Gott-Imperator! Eine allgegenwärtige, geheime, aber nicht wirklich geheime Inquisition zu haben, die im Namen der Loyalität und der menschlichen Reinheit alle in Angst und Schrecken versetzt, ist also nicht wirklich überraschend.

Wie oben beschrieben, unterteilt sich das  Imperium selbst in eine Reihe von Fraktionen und Unterfraktionen, also ist es auch kein Wunder, dass die Inquisition selbst aus drei primären Zweigen oder Ordos operiert. Als erstes gibt es den Ordo Malleus, der die Menschheit vor der Geißel der dämonischen Kräfte des Chaos schützt. Sie jagen Kultisten und Praktizierende ketzerischer Künste, wie der Beschwörung von Dämonen, und löschen jede Ketzerei, die sie finden, mit rücksichtsloser Hingabe aus. Diener des Chaos? Gut, du hast eine kleine Säuberung verdient. Unschuldig? Nun, dann wisse, dass du im Namen des Imperators an einen besseren Ort gehst, treuer Diener des Imperiums! (Haben wir eigentlich schon gesagt, dass diese Gesellschaft im 41 Jahrtausend scheiße ist.)

Eisenhorn ist auch noch im hohen Alter im Einsatz. Bild: Games Workshop

Danach kommt der Ordo Xenos, der dasselbe ist, aber für den Einfluss außerirdischer Fraktionen und nicht für das Chaos. Es gibt unzählige außerirdische Gesellschaften in 40k – die uralten Weltraum-Elfen der Eldar, die insektoiden Hive-Flotten der Tyraniden, die Kastenkrieger des Tau-Imperiums, die intergalaktischen Fußball-Hooligans, die die Space Orks sind, und so weiter – die alle darauf abzielen, die Menschheit ein für alle Mal auszulöschen oder ihnen zumindest ein ordentlich Stück von ihren Imperium abzujagen. Manchmal bedeutet der Versuch, dies zu tun, die Saat der Loyalität oder Korruption unter der Menschheit zu säen, also ist es die Aufgabe des Ordo Xenos, gegen diesen Einfluss und außerirdische Kräfte im Allgemeinen zu kämpfen. Sie befehligen sogar ihr eigenes spezielles Kapitel der Space Marines, die Deathwatch, um dies zu tun!

Dann haben wir den Ordo Hereticus, auch bekannt als die Hexenjäger. Sie sind so etwas wie das Schweizer Taschenmesser der Geheimpolizei schlechthin. Das Aufgabengebiet des Ordo Hereticus umfasst das wunderbar vage Konzept, die Menschheit vor sich selbst zu schützen – rebellische Elemente, abtrünnige Psyker (so etwas wie Magier), gen-experimentierende Mutanten, Ketzer, echte Hexen, was auch immer, der Hereticus jagt es.

Auftritt Gregor Eisenhorn!

Kommen wir jetzt endlich zur wichtigsten Frage: Wer ist Gregor Eisenhorn?

Richtig geraten, Eisenhorn ist ein Inquisitor – genauer gesagt ist er einer der Inquisitoren des Ordo Xenos – der erstmals in einer Trilogie von 40K-Romanen von Dan Abnett aus dem Jahr 2001 eingeführt wurde. Dieser Name ist euch vielleicht eher als der Marvel-Comics bzw. Doctor Who Autor bekannt, der zusammen mit dem Zeichner Andy Lanning hinter der Reboot-Version des Guardians of the Galaxy-Teams steht, die in den äußerst beliebten Filmen umgesetzt wurde.

Davor hat Abnett eine Menge Bücher unter dem Black Libary-Banner geschrieben und tut dies auch weiterhin. Aber von seinen bescheidenen Anfängen in Abnetts umfangreicher Autorenkarriere im 40K-Universum wuchs Eisenhorn zu einem der beliebtesten Charaktere in den Reihen der Romanhelden im Black Library Verlag. Er ist auch, wie die meisten Charaktere in diesem Universum, ein absolut überdrehter Badass.

Das jüngere Eisenhorn, als Warhammer 40K Miniatur. Bild: Games Workshop

Eisenhorn ist selbst ein Psyker – er nutzt seine telepathischen Gaben, um seiner Stimme die Macht zu verleihen, Menschen dazu zu bringen, seinen Befehlen zu folgen – und wurde mit einigen kybernetischen Augmenten ausgestattet. Er ist in Wirklichkeit Hunderte von Jahren alt, obwohl er wie ein Mann in den 50ern oder 60ern aussieht.  Als kantige James Bonds, die Korruption ausrotten, den Tag retten und gelegentlich selbst ein paar Mal wegen Ketzerei angeklagt werden, nur um sich als rechtschaffend zu erweisen, wandern er und sein Gefolge von Agenten durch das Imperium und den gesamten Kosmos. Als Puritaner in seinen früheren Jahren begann Eisenhorn langsam aber sicher, sich mit den Werkzeugen seiner Feinde zu beschäftigen, sowohl mit denen der Außerirdischen als auch mit denen der Dämonen, um seine Fähigkeiten zu verbessern (daher einige der unangenehmen Momente, in denen er für ketzerisch erklärt wurde….). Er tat dies insbesondere, nachdem er davon besessen war, einen Dämonengeist namens Cherubael zu besiegen, was wahrscheinlich den Handlungsbogen einer möglichen TV-Serie über ihn bilden wird.

Lange Rede, kurzer Sinn und mit nur wenigen  Spoilern: Eisenhorn wird in seinem Bestreben, Cherubael zu besiegen, zunehmend ketzerisch, zieht den Zorn seiner Kollegen in der Inquisition auf sich und tut sich schließlich mit einem Ketzer namens Pontius Glaw zusammen – und wird von ihm verraten. Cherubael wird besiegt, versiegelt und  an Eisenhorns Willen gebunden. Er beschließt komplett abtrünnig zu werden, um sich an Glaw zu rächen (der sich irgendwann von einer in einer Kiste gefangenen Seele in einen wilden, messerbewehrten Maschinenmenschen verwandelt … Nicht wundern es geht um Warhammer 40K!). Nachdem er im Wesentlichen von der Inquisition exkommuniziert wurde, verschwand Eisenhorn in der grimmigen Schwärze des Kosmos und wurde zur Legende und Mythos, bis er gelegentlich dort auftaucht, wo man es am wenigsten erwartet.

Aber was ist jetzt mit der TV-Serie?

Neben diversen Animations-Projekten soll Eisenhorn der erste Live-Action Ausflug für Warhammer 40.000 werden. Eine kluge Wahl, denn ein gewaltiger Epos über Space Marines, die endlos Alienhorden abknallen wäre zwar eine interesannte Sache, würde aber jeden anfänglichen Budget-Rahmen schnell sprengen und neue Zuseher ebenso überfordern.

Gregor Eisenhorn ist eine unerbittliche Kraft in der dunklen Zukunft des Warhammer-Universums: ein Zerstörer von Dämonen und ein Säuberer von Ketzern, unerbittlich, mächtig und engagiert. Aber der Reiz für mich, von dem Moment an, als ich anfing, ihn zu schreiben, war seine Komplexität. Er ist nicht der einfache, rücksichtslose Held, der er zu sein scheint. Sein Kampf mit dem Warp führt ihn an dunkle Orte und zwingt ihn, seine Pflicht, sein Verständnis des Imperiums und seine eigene Identität zu hinterfragen. Bei Eisenhorn sind es nicht nur die Abenteuer, und die sind durchaus lebhaft: Es ist die Reise, die er bis an die Grenzen dessen unternimmt, was er ist und was es bedeutet, loyal zu sein.“ Autor & Eisenhorn Erfinder Dan Abnett 

Indem sich die Serie um Eisenhorn dreht – einem Mann, der die abgefuckte Hierarchie der Gesellschaft um ihn herum aufrechterhält, indem er üble Taten vollbringt, um imaginäre und reale Bedrohungen aus ihr zu vertreiben – hat diese TV-Serie die Möglichkeit, die Schichten der überzogenen Albernheit abzuschälen, die 40K in der Tat zu einem so bizarren Spaß machen. Dabei soll aber auch versucht werden, die oft faszinierenden moralischen Komplexitäten um seine Welt herum, nicht zu verdecken.

Verantwortlich für die kommende Eishorn Serie ist Frank Spotnitz, der mit seinem Team von Big Light Productions als Showrunner bereits Man in the High Castle für Amazon mehr als nur ordentlich umgesetzt und sein Gefühl für das Wesentliche der Vorlage bewiesen hat. Spotnitz wird sowohl als Showrunner als auch als ausführender Produzent der Serie fungieren – zusammen mit der Kreativdirektorin von Big Light Productions, Emily Feller.

„Wir freuen uns sehr, mit Games Workshop zusammenzuarbeiten, um die  visionäre Welt von Warhammer 40.000 zu einer TV-Serie zu entwickeln. Warhammer 40.000 ist durchdrungen von reichhaltigen und komplexen Überlieferungen, mit einer Vielzahl von Traditionen und Geschichten, die sich im Laufe der Zeit in dieser spannenden und komplexen Welt angesammelt haben, was es zu einer der aufregendsten Eigenschaften macht, die man für das Fernsehpublikum und die treue globale Fangemeinde des Franchises adaptieren kann. Es gibt nichts Vergleichbares im Fernsehen, und wir freuen uns unglaublich darauf, unsere eigene Erfahrung in der Erschaffung fantasievoller, komplexer und fesselnder Welten zu nutzen, um diese unglaubliche Saga auf den Bildschirm zu bringen.“ Frank Spotnitz

Einen Termin für die Eisenhorn-Serie gibt es noch nicht, in den nächsten Monaten dürfte es aber einige handfeste Neuigkeiten zum Status der Serie geben.

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  1. Ok, vielleicht schau ich mir Warhammer wirklich mal an.

  2. Oh das wird klasse!

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