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Brettspiel Review: Zombie Kidz/Teenz Evolution

Kooperative Brettspiele sind mittlerweile schon nichts mehr neues, Legacy Spiele, also Spiele die sich über mehrere Partien entwickeln, Regeln verändern, neue Mechaniken einführen, wurden erst die letzten Jahre immer populärer. Mischungen daraus gibt es auch schon einige, dezidierte Kinderspiele die diese beiden Mechaniken verbinden kenne ich zumindest keines. Das wollte man bei Scorpion Masqué scheinbar ändern und brachte mit Zombie Kidz Evolution (Erweiterungsliste Kinderspiel des Jahres 2020) und letztes Jahre dem Nachfolger Zombie Teenz Evolution (nominiert zum Kinderspiel des Jahres 2021) gleich zwei Titel der Kategorie kooperatives Legacyspiel, bei uns im Vertrieb von Asmodee. Wir haben uns beide Titel für Euch sehr ausführlich angesehen, ja sogar durchgespielt, und können nun ganz genau berichten.

In Zombie Kidz Evolution stürmen Zombies die örtliche Schule und vier namenlose Schüler*innen versuchen ihren Hort der Bildung zu verteidigen. Dazu müssen einerseits die Tore verschlossen werden, andererseits dürfen nicht zu viele Zombies die Schule stürmen. Die Spielenden können sich wenn sie an der Reihe sind immer zuerst ein Feld bewegen, dann ein oder zwei Zombies in einem Raum besiegen, stehen zwei Figuren in einem Hoffeld kann das Schloss dort zugesperrt werden. Sind alle vier Tore verschlossen gewinnen die Spielenden, gibt es keine Zombies mehr nachzulegen verlieren sie. Wo Zombies ins Spiel kommen wird zu Beginn jedes Zuges per Würfel festgestellt.

In Zombie Teenz Evolution ist die Schule bereits erfolgreich verteidigt und die Spielenden müssen nun versuchen vier Zutaten aus vier Orten zusammenzutragen. Dazu können immer zwei Aktionen durchgeführt werden, entweder man bewegt sich, bekämpft Zombies oder fängt bzw. wirft eine Zutatenkiste. Dazu muss jedoch zusammengearbeitet werden, da man die Kiste entweder von einem Mitspielenden fangen oder zu einem Kameraden werfen muss. Kisten alleine tragen ist nicht erlaubt. Sind alle Zutaten in der Schule gewinnen die Teenz, haben die Zombies alle vier Gebäude erobert, die wiederum per Würfel ins Spiel kommen und bewegt werden, verliert das Team. Eine weitere Neuerung in Zombie Teenz Evolution sind Ereigniskarten, die Gutes, eine Pause bei den Zombies, oder Schlechtes, alle Zombies stürmen gleichzeitig die Stadt, bringen können.

Zombie Kidz Spielbrett

Wo kommt nun aber der Legacy Aspekt ins Spiel? Nach jeder Partie klebt man Sticker auf eine Fortschrittsleiste, wobei nach Erreichen einer bestimmten Anzahl dieser Sticker geheime Kuverts geöffnet werden können. Diese Kuverts enthalten dann neue Regeln, Herausforderungen, Charaktere, Sticker, also jede Menge Überraschungen die das Spiel lange Zeit interessant halten und immer wieder neue Herangehensweisen und Taktiken verlangen. Besteht man in den Partien bestimmte Herausforderungen, wie zum Beispiel alle Zombies zu besiegen nachdem die Tore verschlossen sind, erhält man weitere Sticker und kann so den Fortschritt etwas beschleunigen. Die Herausforderungen können angegangen werden, möchte man es noch kniffliger haben und schneller vorankommen, man kann diese aber auch getrost Links liegen lassen. In Zombie Teenz Evolution wird sogar mittels Sticker ein kleiner Comic geklebt, der die kleine Story erzählt.

Was die beiden Spiele wirklich gut hinbekommen ist eine Lernkurve die es auch jüngeren Zombiejäger*innen erlaubt das Spiel voll und ganz zu genießen. Sind die Regeln in den ersten Partien noch ganz easy, kommt mit jedem Kuvert ein bisschen was dazu, das das Spiel dann ein ganz klein wenig komplexer, aber auch interessanter macht. Trotzdem ist das Spiel fordernd und interessant genug, dass auch ältere Spielende ihre Freude mit dem Spiel haben können.

Zombie Teenz Spielbrett

Die Unterschiede in den Mechaniken sowie in den Legacy Erweiterungen zwischen den beiden Teilen sind groß genug, dass man problemlos beide Titel spielen kann ohne das Gefühl zu bekommen es wird nur mehr vom Gleichen vorgesetzt. Wir haben Zombie Teenz unmittelbar nach dem Durchspielen von Zombie Kidz (ca. 20 Partien) begonnen und bekamen ein zwar ähnliches, aber doch frisches Spiel geboten, das wieder anders gespielt werden wollte. Das Preis/Leistungsverhältnis ist bei beiden Spielen phänomenal, bei ca. 20-25 Partien, jeder Menge neuer Spielideen und einem Preis von ca. 20 Euro pro Spiel bekommt man echt jede Menge geboten.

Das Material ist nett gestaltet, das Regelwerk dank einfacher und klarer Regeln wunderbar aufgebaut. Manche Herausforderungen können zwar vorerst sehr knackig sein, mit einiger Übung bekommt man diese aber schon irgendwie hin. Ob nun zu zweit oder zu viert, das Spiel adaptiert wunderbar auf jede Spielendenzahl. Meine Jungs haben das Spiel sogar einige Runden jeweils ganz alleine gespielt, wo zwar dann der kooperative Aspekt wegfällt, aber das Puzzle dahinter dennoch bestehen bleibt.

Pros and Cons

+ sehr einfach und schnell zu lernen
+ alle 2-4 Partien verändert sich das Spiel ein wenig
+ Herausforderungen halten das Spiel frisch
+ Spannung durch Umschläge
+ nette Idee mit dem Comic in Zombie Teenz

– Sorry, aber da passt meiner Meinung einfach alles!

Fazit

Wertung

Beide Spiele bieten sehr zugängliche Legacy Kost nicht nur für Kinder, bei der ohne kooperative Vorgehensweise nichts zu holen ist. Die Spielmechaniken beginnen ganz einfach, die Spiele werden jedoch zunehmend komplexer und bieten mehr Möglichkeiten, verlangen den Spielenden aber auch mehr ab. Meiner Meinung handelt es sich bei den beiden Titeln um Kinderspiele, die in keiner Sammlung fehlen dürfen, die Nominierung zum Kinderspiel des Jahres 2021 sowie die Nennung in der Erweiterungsliste 2020 sind mehr als gerechtfertigt.

Genre: Kooperatives Legacy Spiel
Verlag: Asmodee
Spieleranzahl: 2-4
Alter: ab 6 Jahren
Spieldauer: ab 20 Minuten
Preis: ab 22,50 Euro

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