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Review: Black Hammer Band 2: Das Ereignis

Fortsetzung auf hohem Niveau

Black Hammer, die Comicserie von Jeff Lemire und Dean Ormston, erntete vergangenes Jahr viel Beifall und Lob. Dies mündete schließlich im Gewinn des Eisner Awards in der Kategorie „Beste neue Serie“. Nun geht die Reihe mit dem zweiten Band in die nächste Runde.

Review: Black Hammer Band 1: Vergessene Helden

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Die rasende Reporterin

Das zweite Paperback setzt dort an, wo das erste aufgehört hat. Die Journalistin Lucy ist auf der Farm der gestrandeten Superhelden angekommen. Dies erzeugt viel Aufregung unter den Helden. Bislang war es nämlich nicht möglich, dass die Farm und das kleine Städtchen im Umkreis von Außenstehenden betreten oder verlassen werden konnte. Dies weckt Lucys journalistische Neugier. Warum konnte sie die Farm als Einzige betreten? Emsig arbeitet sie daraufhin an der Lösung des Rätsels.

Abraham Slam und die anderen raten ihr aber von übertriebenem Optimismus ab. Black Hammer, ihr Vater, war der Letzte, der mit aller Macht versucht hatte, von dort zu entkommen. Er wollte unbedingt zu seiner Familie zurückkehren und bezahlte für dieses Vorhaben mit seinem Leben – und es war kein friedvoller Tod. Er wurde buchstäblich zerfetzt. Dies hat offenbar bei den Helden Eindruck hinterlassen. Sie scheinen gebrochen zu sein.

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Hintergründe

Wie bereits der erste erzählt sich auch der zweite Band aus verschiedenen Perspektiven und Zeitsträngen. So erfährt man neue Hintergründe über die dauerdepressive und kurz vor der Alkoholsucht stehenden Golden Gail. Sie wollte – bevor die Gruppe auf die Farm katapultiert wurde – aus dem Superheldengeschäft aussteigen und einen ruhigen Lebensabend mit ihrem geheimen Liebhaber verbringen. Abe wollte es dagegen noch einmal der ganzen Welt zeigen und beweisen, dass er nicht zum alten Eisen gehört. Es blieb jedoch beim Versuch. Der Marsianer Barbalien leidet unterdessen darunter, dass er seine Homosexualität nicht ausleben darf.

Die Figuren begründen die Stärke von Black Hammer. Lemire und Ormston zeichnen die Superhelden nicht als übernatürliche, mächtige Wesen. Nein, sie sind verletzlich und haben Gefühle. Aus diesem Grund fällt das Mitfiebern auch nicht schwer. Der Leser identifiziert sich mit den Helden. Frustration, Liebeskummer, Wut oder Ausgrenzung sind uns schließlich allen nicht fremd.

Die Zeichnungen spielen dabei, wie bereits im ersten Sammelband, eine eher pragmatische Rolle. Die Kolorierung von Dave Stewart befinden sich aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Der zweite Hardcover-Band umfasst die US-Ausgaben #7-11 und #13 sowie einige Seiten an Bonusmaterial.

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Fazit

Black Hammer Band 2: Das Ereignis bestätigt die starke Leistung des Vorgängerbandes. Es werden weitere Hintergründe unserer Helden beleuchtet und der rote Faden (mysteriöse Farm) gekonnt weitergeführt. Comic-Enthusiasten können sich schon einmal den 1. April 2019 dick im Kalender unterstreichen. Da erscheint dann der dritte Band dieser bislang außergewöhnlich guten Comicserie.

Seiten: 176 (inkl. Bonusmaterial)
Preis: ca. 25 Euro
Autor: Jeff Lemire
Zeichner: Dean Ormston, David Rubin
Kolorist: Dave Stewart
Verlag: Splitter

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