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Review: Space Jam: A New Legacy

Willkommen im Warner Bros. Themenpark!

Knapp 25 Jahre nachdem Michael Jordan mit seinem außergewöhnlichen Talent die Looney Tunes vor einer Gruppe feindlich gesinnter Aliens bewahrt hat, kehrt die Gruppierung um Bugs Bunny auf das Spielfeld zurück – mit einem der besten Basketballspieler dieser Generation: LeBron James.

Ohne Fleiß kein Preis

Space Jam: A New Legacy zeigt eine fiktionale Version des Basketball-Superstars. In dieser ist er mit Kamiyah James (Sonequa Martin-Green) verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder: Darius und Dominic „Dom“ James. LeBron ist es gewohnt, hart auf und neben dem Basketballfeld zu trainieren, um immer 100 Prozent seines Talents und Könnens abrufen zu können. Ablenkungen, wie Cartoons oder Videospiele, hat er bereits seit der Kindheit abgelehnt, um dorthin zu kommen, wo er heute steht. Dies verlangt er nun im Umkehrschluss auch von seinen beiden Söhnen.

Ob diese Basketball-Spieler werden wollen oder nicht, scheint LeBron gar nicht zu interessieren. Dom hat beispielsweise nur wenig Interesse an dem eigentlichen Spiel auf dem Basketballfeld. Vielmehr möchte er Videospielentwickler werden und Basketball virtuell nachbauen – und es deutlich spannender und lustiger machen. Um seinem Sohn etwas näher zu kommen, beschließt LeBron mit ihm mehr Zeit zu verbringen und nimmt ihn zu einer Verhandlung zu Warner Bros. Pictures mit. Dort werden beide aber von einer bösen KI namens Al G Rhythm (Don Cheadle) in das Serververse von Warner Bros. gesaugt und dürfen dieses nur dann verlassen, wenn LeBron ein Basketballspiel gegen Al G gewinnt – aber hierfür benötigt er erstmal ein Team…

Mit diesem Team ist alles möglich | © by Warner Bros. Pictures

Ready Player Two?

LeBron streift im Serververse von Warner Bros. zahlreiche Franchises. So lernen wir, dass „King“ James gerne in das Haus Hufflepuff von Harry Potter gekommen wäre, treffen die DC Superhelden und schließlich auch die Looney Tunes. Diese sind durch einen Umstand auf diverse „Planeten“ im Serververse verstreut und müssen erst noch rekrutiert werden. Dies markiert gleichzeitig mit Abstand den besten und lustigsten Teil des Films, kommen hier doch unzählige beliebte Marken und IPs vor: Iron Giant, King Kong und viele mehr.

Der Rest der Handlung ist leider unnötig wirr und kompliziert erzählt, obwohl die Story auf einer Serviette Platz hätte: LeBron James spielt Basketball mit den Looney Tunes, um die Welt zu retten. Punkt. Aus. Auch die schauspielerischen Leistungen sind ein Punkt, der leider negativ hervorzuheben ist. Während der Film hervorragend mit etablierten Darsteller:innen, wie Sonequa Martin-Green (Star Trek: Discovery, The Walking Dead) oder Don Cheadle (War Machine aus dem MCU) besetzt ist, gibt er ihnen nichts oder kaum zu tun. Hier dürften die Regieanweisungen oder schlicht das nötige Skript gefehlt haben, wodurch die einzelnen Schauspieler:innen etwas verloren wirken. Dies mündet darin, dass Cheadle als Bösewicht pausenlos overacted und Martin-Green als brave Ehefrau des Superstars verschenkt ist. LeBron James wiederum muss den Film tragen, was ihm grundsätzlich nicht schlecht gelingt, aber dabei zuweilen etwas hölzern wirkt. Er ist eben im Brotberuf Sportler und nicht Schauspieler.

Uns hat die CGI-Variante der Looney Tunes gut gefallen | © by Warner Bros. Pictures

Neuer und alter Look

Die Looney Tunes selbst machen, wie gewohnt, Spaß und dürfen neben ihrem klassischen Cartoon-Look auch in neue CGI-Versionen ihrer selbst schlüpfen. Dies sieht aus unserer Sicht überraschend gut aus und erinnert etwas an die Pokémon aus Meisterdetektiv Pikachu. Ganz grundsätzlich kann festgehalten werden, dass der Film gut und wertig gemacht aussieht. Hier dürfte einiges an Geld geflossen sein. Auch der Humor von Space Jam: A New Legacy hat uns gut gefallen. Dieser variiert zwischen Flachwitzen und Situationskomik und zündet häufiger als gedacht.

Gut zu wissen…

Space Jam: A New Legacy – The Game ist ein Xbox-exklusiver Action-Sidescroller im Pixel-Look, der free-2-play und Day One im Xbox Game Pass enthalten ist. Hier gilt es, gemeinsam die böse Goon Squad von Al G. Rhythm zu besiegen.

Fazit

Wertung - 6.5

6.5

Space Jam: A New Legacy ist ein Film, der sich nicht entscheiden kann, was er sein möchte. Soll er eine Fortsetzung zu dem überaus charmanten Vorgänger mit Michael Jordan sein oder vielleicht doch ein Ready Player Two mit hunderten Anspielungen an andere Franchises? Soll hier die Welt gerettet werden oder doch eine kleine, persönliche Familiengeschichte erzählt werden? Viele dieser Gegensätze ließen sich wohl auch miteinander vereinen, man müsste nur Ralph Reicht's 2 oder die Marvel-Filme als Beispiele heranziehen. Dafür bräuchte es aber ein besseres Drehbuch und eindeutige Regieanweisungen an die Schauspieler:innen. Stattdessen ist Space Jam 2 ein Film mit charmantem Cast und liebenswürdigen Looney Tunes, der häufig witzig ist, aber in einer wirren und völlig überladenen Geschichte untergeht. Fans der Looney Tunes sowie von LeBron "King" James können ihn sich aber dennoch ansehen. Der Rest wartet auf die Heimkino-Fassung.

Kurzinformationen
Filmlänge: 120 Minuten
Land, Jahr: USA, 2021
Genre: Humor, Action
Regie: Malcolm D. Lee

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