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Review: Clid – The Snail

Im Jahr 2019 haben sich fünf College-Freunde in Madrid zusammengetan, um ein kleines Indie-Entwicklerstudio zu gründen. Dabei herausgekommen ist Weird Beluga Studio, welches seitdem an seinem ersten Videospiel arbeitete: Clid – The Snail.

In Clid – The Snail steuert ihr, wie ihr euch vermutlich schon gedacht habt, die Schnecke Clid. Diese ist ein zynischer, dem Alkohol nicht abgeneigter Waffennarr, der ob seines Verhaltens in der Vergangenheit im Exil lebt. Ein Umstand, der in einer nicht näher definierten Zukunft angesiedelten Apokalypse, in der mutierte Monster die Erde bevölkern, nicht ohne Weiteres wegzustecken ist. Aus diesem Grund besteht ein Großteil der Handlung darin, sich mit Clid den Weg gegen Monster und fiese Fallen freizuschießen.

Auf seiner Reise begegnet Clid einigen NPCs, die allesamt etwas – wenn auch gelegentlich nur Kurzes – zu sagen haben. Wäre da nicht…

Clid – The Snail bietet interessante Charaktere | © Weird Beluga Studio

Das Schmatzen

Alle Figuren des Spiels sind gut (genug) ausgearbeitet und vermitteln jeweils den Eindruck der Handlung etwas hinzufügen zu können. Wäre da nicht die mangelnde Vertonung des Spiels. Während die düstere Atmosphäre dieser Schnecken-Apokalypse mit melancholischen Klängen gekonnt untermalt wird, lässt sich dies nicht über die zahlreichen Dialoge behaupten. Häufig begegnet Clid NPCs, mit denen er daraufhin einen kurzen Plausch hält. Dieser findet jedoch leider nur in Textboxen statt. Die Charaktere erhielten nämlich keine Synchronisation, sondern dürfen nur „Schmatz“-Geräusche machen, während wir die Textzeilen eifrig lesen, um der Konversation zu folgen. Uns riss die fehlende Vertonung regelmäßig aus der Geschichte und störten unsere Immersion. Schade.

Die Optik wirkt gelegentlich verwaschen | © Weird Beluga Studio

Verwaschen

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Optik des Spiels. Das Spiel wird aus einer Top Down-Perspektive aus gespielt. Ein Umstand, der für Twin Stick Shooter nicht ungewöhnlich ist. In diesem Fall gereicht diese dem Spiel aber zum Nachteil. Denn: Die Grafik oder allgemein die Optik des Spiels wirkt unscharf, zu dunkel und verwaschen. Hierdurch ist es oftmals schwierig etwas genau zu erkennen beziehungsweise hatten wir stets den Drang in den Einstellungen das Geschehen auf scharf zu stellen.

Grundsätzlich sind aber auch die Level-Designs alle sehr ähnlich und nicht besonders abwechslungsreich. Hier konnte beispielsweise The Ascent als Genre-Vertreter mit seiner reichen Cyberpunk-Welt deutlich mehr bieten als Clid – The Snail. Dies ist irgendwo schade, nachdem apokalyptische Spielwelten zuletzt deutlich farbenfroher und paradoxerweise lebendiger inszeniert worden sind.

Die Waffen fühlen sich leider etwas kraftlos an… | © Weird Beluga Studio

Kraftlos

Das Gameplay des Shooters fällt solide aus, aber auch nicht stärker ins Gewicht. Im Laufe der kurzen Story erhält der Hauptcharakter mehrere Waffen, die aber allesamt kein Machtgefühl ausstrahlen und zuweilen etwas kraftlos und under-powered daherkommen. Deshalb ertappten wir uns dabei, den Großteil der Handlung mit der immer selben Waffe zu spielen.

Fazit

Wertung - 6

6

Clid - The Snail ist ein kurzer Twin Stick Shooter aus einer Top Down-Perspektive. Die apokalyptische Geschichte rund um eine ausgestossene Schnecke, die mit schweren Waffen gegen Nacktschnecken kämpft, hätte zu einem Geheimtipp und Kult-Titel aufsteigen können. Leider mindern eine unscharfe, viel zu dunkle und verwaschene Optik mit einem kraftlosen Gunplay und fehlenden Vertonung der Dialoge die Spielfreude. Da das Spielekonzept und die vorhandenen Charaktere aber allesamt interessant sind, können Freund:innen des Genres trotzdem einen Blick riskieren.

Genre: Twin Stick Shooter
Entwickler: Weird Beluga Studio
System: PlayStation 4, Microsoft Windows
Erscheint: erhältlich
Preis: 19,99 Euro

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