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Review: Call of Duty: Vanguard (Die Kampagne)

Den jährlichen Ablegern der Call of Duty-Serie nachzusagen das sie „immer die gleiche Schießbude“ abliefert, wäre mehr als ungerecht. Die diversen Entwicklerteams hinter den Spielen haben es in den letzten Jahren immer wieder geschafft frischen Wind in das Gameplay und die Story zu bringen und sich gegenseitig hoch zu schaukeln. Gerade im letzten Jahr konnte Call of Duty: Black Ops Cold War mit seiner Agenten-Story im Kalten Krieg überraschen und überzeugen, so das wir gerne eine satte 8 für die Kampagne vergeben haben. Auch Call of Duty: Vanguard wollte augenscheinlich etwas Neues probieren und uns eine actionreiche Story rund um ein wild zusammengewürfeltes internationales Team im Zweiten Weltkrieg präsentieren. Geht man von einer Entwicklungszeit von zwei bis drei Jahren aus, könnte es wohl auch an der weltweiten Covid-19 Pandemie liegen, das wir nun ein Spiel vorgesetzt bekommen, das an vielen Ecken und Enden zu sehr auf eine sichere Karte setzt und vielleicht auch nicht ganz fertig ist.

In Vanguard kehrt die Shooter-Franchise in den Zweiten Weltkrieg zurück, wählt aber einen fiktionalisierten, übertriebenen Ansatz für den Konflikt wie man in aus Hollywood-Filmen a la Inglourious Basterds kennt. Im Laufe des Spiel schlüpft ihr in die Rolle von vier Heldenveteranen, die sich zusammenfinden um das erste moderne Spezialeinsatzteam zu bilden. Die Geschichte kann manchmal ein wenig cartoonhaft sein – es fühlt sich an wie Call of Duty’s Version von etwas wie The Expendables, da es ein Team von unbesiegbaren Action-Helden zusammenbringt, was auch auch passend für ein Spiel ist, in dem man in jeder Mission hunderte von Feinden im Alleingang tötet. Diese Leute sind die Besten der Besten und die Geschichte führt euch durch Rückblenden zu jedem einzelnen, in denen man erfährt, warum sie die Besten sind, um sie in Folge zusammenarbeiten zu lassen um einen Nazi-Zug zu entführen oder eine Nazi-Basis zu zerstören.

Eurer Spezialeinsatzteam ist gegen Ende des Krieges auf dem Weg nach Berlin, in der Hoffnung, Informationen über ein geheimes Programm zu erhalten, bevor die Nazis es vor dem Herannahen der Roten Armee begraben. Und natürlich dürfen in so einem Spiel auch nicht die superbösen Nazis auf der Gegenseite fehlen, weshalb der größte Teil des Spiels eigentlich aus einer Reihe von Verhören besteht, nachdem die Bösewichte die Helden gefangen genommen haben. Es ist bemerkenswert, wie viel Zeit Vanguard für Zwischensequenzen und die Charakterentwicklung aufwendet. Das trägt dazu bei, dass die Geschichte nicht zusammenhanglos wirkt, denn sie springt sowohl in der Zeitlinie des Krieges als auch auf dem Globus umher und lässt in wichtigen Schlachten erleben, wie jeder Charakter dorthin gelangt ist, wo er letztendlich ist.

Aber gerade in diesen Momenten der Charakterentwicklung hat Vanguard leider auch mit Mutlosigkeit zu kämpfen. In der Kampagne werden die Charaktere eures Teams mit ihren eigenen Missionen vorgestellt und man wird an verschiedene Schauplätze des Zweiten Weltkriegs geschickt, um eine Vielzahl von Erfahrungen an verschiedenen Orten zu sammeln. Das ist jedoch nicht ganz einfach – Vanguard möchte jedem der Charaktere das Gefühl geben, ein Spezialist zu sein, indem es ihnen unterschiedliche Fähigkeiten verleiht, aber nicht alle Ideen, die mit ihnen verbunden sind, funktionieren besonders gut.

Da gibt es etwa Polina, eine russische Scharfschützin und Heldin der Schlacht von Stalingrad. Polina ist schneller und wendiger als die anderen Charaktere, sodass sie schnell unter Tischen und durch enge Räume schleichen oder Wände hochklettern kann, um zu Scharfschützenposten zu gelangen. Wenn sie nicht schießt, sind ihre Missionen größtenteils auf Stealth ausgelegt, bei denen sie durch zerbombte Gebäude schleicht, um hinter feindliche Soldaten zu gelangen und ihnen ein Messer in den Hals zu rammen, bevor sie in den Trümmern verschwindet. Das sind aufregende und gefährliche Momente, aber ihre charakterspezifische Fähigkeit – das Aufblitzen eines Messers, um einen Scharfschützen dazu zu bringen, einen Schuss zu vergeuden, damit sie dessen Position bestimmen und ihn erledigen kann – ist nur in ganz bestimmten Situationen nützlich. Andere Missionen und Charaktere sind allerdings weniger ausgeprägt. Lucas, ein Sprengstoffexperte, der in Nordafrika gegen deutsche Panzerbataillone kämpft, kämpft so ziemlich auf dieselbe Weise wie der britische Teamleiter und Fallschirmjäger Arthur oder der amerikanische Pilot Wade Jackson. Lucas‘ besondere Fähigkeit besteht darin, viele verschiedene Arten von Granaten mit sich zu führen, und wenn es an der Zeit ist zu glänzen, wirft er meistens… einfach Granaten. In ähnlicher Weise kann Arthur anderen Teamkameraden befehlen, Unterdrückungsfeuer auf verschiedene Ziele zu richten. Es gibt keine wirkliche Strategie, man lässt also sein Team so lange auf ein Ziel schießen, bis man es geschafft hat es zu flankieren und zu töten. Und wenn sie aufhören auf das Ziel zu schießen, gibt man ihnen einfach den Befehl, es wieder zu tun. Meistens hat man ohnehin nur eine Option, um seinen Squadmates ein Ziel zuzuweisen, und es gibt nie mehr als zwei, also ist es die einzige Entscheidung einen Feind anzugreifen, bis er beseitigt ist. Wades Teil des Spiels ist der schwächste, mit einem Abstecher zu einer Luftlandemission über dem Pazifik, die verwirrende Ziele mit lockerer Steuerung und langweiligen Dogfights vermischt. Wenn er nicht im Flugzeug sitzt, verfügt Wade über die seltsame Fähigkeit „Fokus“, mit der er für kurze Zeit Feinde durch Wände und Gestrüpp hindurch aufspüren kann, aber der Einsatz dieser Fähigkeit bietet keine interessanten Abwandlungen der Kämpfe, die man zu diesem Zeitpunkt schon seit Stunden durchgespielt hat.

Ihr bekommt also eine typische Call of Duty-Kampagne, die zwar ihre spannenden Höhepunkte hat, aber es dieses Mal nicht wirklich schafft, das Gefühl zu vermitteln, verschiedene Aspekte des Zweiten Weltkriegs zu erleben oder in die Rollen von Charakteren mit besonderen Fähigkeiten zu schlüpfen. Die Möglichkeiten, bestimmte Fähigkeiten einzusetzen sind stark vorgegeben und die Kampagne selbst ist wie gewohnt extrem linear. Darüber hinaus sind so viele Momente und Elemente auf eine bestimmte Art und Weise geskriptet, dass man sofort die Risse in den Missionen sieht, wenn man nicht genau so spielt, wie es vorgesehen ist. An einigen Stellen ist das so plump gemacht, wie man es in den letzten Jahren kaum noch zu Gesicht bekommen hat. Das gilt auch generell für die KI der gegnerischen Soldaten. So kann es vorkommen, das diese im Kampf plötzlich ziellos umherschießen oder euch nicht mehr unter Feuer nehmen und lieber in die andere Richtung ballern.

Zumindest technisch merkt man der von uns getesteten PlayStation 5 Version an, dass es sich hier um ein Spiel aus dem Jahr 2021 handelt. Gerade Licht-und Wettereffekte können sich neben den schicken Texturen sehen lassen. Der Soundtrack schafft es euch an den richtigen Stellen zu packen, auch die deutsche Synchronisation ist bis auf einige wenige Ausreißer gelungen. Gepatzt wurde bei Vanguard leider ausgerechnet bei den Waffengeräuschen. Bei letzteren hoffen wir stark auf eine Nachbesserung mit einem Patch, so schwach klingen sie.

Neben der Kampagne beinhaltet Call of Duty: Vanguard auch in diesem Jahr einen umfangreichen Multiplayer-Teil und einen neuen Zombie-Modus.

Fazit

Wertung - 7.5

7.5

Die Einzelspielerkampagne von Call of Duty: Vanguard serviert uns einen hollywoodreifen Zweiten Weltkrieg, der sich nicht durch übermäßige historische Authentizität aufhalten lässt und lieber auf filmisch beeindruckende Schauwerte setzt. Allerdings bleibt hier vieles auf der Strecke, das die besten Call of Duty Kampagnen ausgemacht hat, so hat uns Black Ops Cold War im letzten Jahr an vielen Ecken immer wieder überraschen können. Abgesehen von ein paar herausragenden Momenten, die über die knappen fünf Stunden verteilt sind, geht das Spiel in Bezug auf die Missionsvielfalt jedoch ein wenig zu sehr auf Nummer sicher. Das ist sehr Schade, den das Potenzial wäre hier durchaus gegeben gewesen. Vielmehr hatten wir am Ende das Gefühl, wir haben nur das halbe Spiel gespielt und das reisst diesmal auch der thematisch angegliederte Zombie-Modus nicht heraus. das bedeutet nicht, dass man mit dem 2021er Call of Duty keinen Spaß hat, aber die letzten Jahre haben gezeigt, dass Call of Duty mehr sein kann, als der jährliche Schießbudenabklatsch von sich selbst.

Genre: Shooter
Entwickler:Sledgehammer Games
System: PlayStation 5, Xbox Series, PlayStation 4, Xbox One, Microsoft Windows
Erscheint: erhältlich
Preis: ca.  70 Euro

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