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Review: Call of Duty: Black Ops Cold War (Die Kampagne)

Bei Call of Duty: Black Ops Cold War dürfen die Entwickler von Raven Software (Soldier of Fortune, Star Trek: Voyager – Elite Force) in Kooperation mit Treyarch endlich wieder einmal zeigen, was sie können und haben, so viel sei schon einmal verraten, eine der besten Story-Kampagnen der Call of Duty Serie abgeliefert. Erstmals habt ihr die Möglichkeit die Handlung wirklich zu verändern und mit dem Spionage Setting der 1980er Jahre bekommt man auch eine Ahnung, wie ein modernes Goldeneye 007 oder etwa ein No One Lives Forever Remake heute aussehen würden. Gerade die Möglichkeit der Auswahl verleiht dem Spiel eine schöne Portion Würze: Ihr könnt entscheiden, Nebenmissionen zu übernehmen, die Beweggründe der Verbündeten zu hinterfragen oder die Weltgeschichte neu zu schreiben, indem man eine einzige Dialogzeile auswählt. Dazu gibt es den Reiz das Spiel noch einmal durchzuspielen und sich komplett anders zu entscheiden.

Die Genossen wollen einfach nur Spaß haben?

Wie der Name schon sagt, wirft euch die Kampagne in einen Spionage Thriller der 1980er Jahre, als Mitglied einer geheimen „Black Ops“-Einheit tretet ihr rund um den Globus gegen den Sowjetischen Feind an. Mit dem Song „Spirit in the Sky“ von Norman Greenbaum geht es zur ersten Mission, deren Ereignisse dazu führen, dass niemand geringerer als US Präsident Ronald Regan euch beim Debriefing freie Hand für die nächsten „eher illegalen“ Einsätze gibt. Ja das Spiel schreit euch an einigen Ecken ein „Tu alles, um Amerika zu retten, weil Ronald Reagan es sagt!“ entgegen und wir dürfen uns auch in diesem Jahr keine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit von Call of Duty erwarten.

Auch an der Berliner Mauer möchte Call of Duty: Black Ops Cold War auf keinen Fall ein Authentischer Geschichtsunterricht sein.

Das Franchise will einfach nur unterhalten und entzieht sich auch diesmal aus der Verantwortung, die inzwischen auch das Videospiele-Medium für sich in Anspruch nehmen könnte, ja auf jeden Fall sollte. Nimmt man das in Kauf, bekommt man tonnenweise großartige Momente, auch solche, in denen eure virtuelle Waffe im Halfter bleibt oder ihr gar keine Waffe habt. Es gibt Fundstücke, die tatsächlich etwas bedeuten. Es gibt mehrere Enden der Kampagne und auch die Tatsache, dass eure Entscheidungen auch zu einem Ende führen könnte, das historisch nicht möglich wäre. Auch das hinterfragt Call of Duty nicht und möchte einfach in bester Hollywood Manier unterhalten.

Langsame Missionen wechseln sich hier mit schnelleren actionreicheren ab, lustige Momente mit ernsten und auch die typischen Call of Duty-Schießbudenabschiede dürfen nicht fehlen, bevor ihr in bester Agentenmanier ein Rätsel unter Zeitdruck lösen müsst. So gehört die komplett ruhige Mission im KGB Hauptquartier zu meinen absoluten Highlights. Die Mission schafft es, dass man sich trotz des hell erleuchteten Gebäudes, der ultraglänzenden Linoleumböden und der kurzen NPC-Dialoge durchgehend zutiefst unbehaglich fühlt. In diesem Abschnitt des Spiels habt ihr auch die meiste spielerische Freiheit. Da fallen actionreiche Missionen wie ein spektakuläres Vietnam-Level, das auch als Verneigung vor dem ersten Black Ops gesehen werden darf, deutlich ab, auch wenn sie natürlich Abwechslung in das Spiel bringen.

Der Nex-Gen Faktor

Wir konnten Call of Duty: Black Ops Cold War sowohl auf der Xbox One testen als auch auf der Xbox Series X. Sah das Spiel schon auf der Xbox One sehr gut aus, so kann die NextGen-Version noch einmal auftrumpfen. Deutlich schärfere Texturen, atmosphärische Lichteffekte, die auf Raytracing-Techniken zurückgreifen und die wirklich deutlich kürzeren Ladezeiten wissen sofort zu begeistern. Und wer auf die besseren Lichteffekte verzichten kann, darf sogar mit 120 Bildern pro Sekunde spielen. Insgesamt bekommt man auf der Xbox Series X und der PlayStation 5 also einen deutlichen Mehrwert geboten. Und auch bei der Soundkulisse spielt man in der gewohnt hohen Liga, knackige Soundeffekte werden mit stimmungsvollen Themen und einigen zur Zeit passenden lizenzierten Original-Songs untermalt.

Was ist mit dem Multiplayer?

Call of Duty: Black Ops Cold War bietet natürlich auch das komplette Multiplayer-Paket inklusive dem für die Serie fast schon obligatorischen und wieder einmal sehr gut gemachten Zombie-Modus. Ansonsten erwartet euch der 6-gegen-6 VIP-Escort-Modus, ihr spielt Combined Arms 12 gegen 12 Spielen und 40 Spieler dürfen aufgeteilt in 10 Teams in großen Maps bei Fireteam auf die Suche nach Bomben gehen. Onslaught, ebenfalls ein Zombiemodus, bei dem ihr zu zweit gegen die Untoten antretet, ist für die ersten 12 Monade PS4 und PS5-Spielern vorbehalten. Insgesamt konkurriert man im Multiplayer-Bereich aber natürlich mit dem Warzone aus dem eigenen Stall.

Fazit

Wertung - 8

8

Spiele ich in den letzten Jahren (wenn vorhanden) die Kampagne der Call of Duty zwischendurch immer wieder gerne und fühlte mich sehr gut unterhalten, so war ich bei Black Ops Cold War bis zum Ende regelrecht gefesselt. Der knallharte Spionage Thriller im Kalten Krieg ist spektakulär inszeniert und bietet jede Menge Abwechslung. Auch wenn ich mir die eine oder andere weitere Mission gewünscht hätte, ist man nach den rund sechs Stunden angesichts des dichten Spektakels zufrieden. Und ich habe jetzt sogar Lust die Kampagne noch einmal zu spielen, um die möglichen Alternativenden zu sehen.

Genre: Shooter
Entwickler: Raven Software, Treyarch
System: PlayStation 5, Xbox Series, PlayStation 4, Xbox One, Microsoft Windows
Erscheint: erhältlich
Preis: ca.  Euro

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