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Preview: Days Gone im Hands On

Ursprünglich bereits auf der E3 2016 angekündigt, wird Days Gone nach einigen Verschiebungen am 26. April für die PlayStation 4 erscheinen. Vor einigen Tagen hatte SHOCK2 die Möglichkeit, eine fast fertige Version ausgiebig auf einem Preview-Event in Berlin anzuspielen.

Ihr schlüpft in die Rolle von Deacon St. John, einem raubeinigen Outlaw-Biker, der als einsamer Wolf mit seinem Motorrad durch die nordamerikanische Postapokalypse reist. So setzt die Handlung rund zwei Jahre nach einer globalen Pandemie ein. Diese hat einen Großteil der Weltbevölkerung dahingerafft oder in zombieähnliche Freaker verwandelt. Die letzten überlebenden Menschen haben sich in einzelnen Camps verbarrikadiert oder in größeren Städten mit 500 bis 800 Bewohnern zusammengeschlossen.

Days Gone ist ein reines Singleplayer-Spiel, Entwickler SIE Bend Studio (Syphon Filter, Uncharted: Golden Abyss) betont, dass das alleine die Kampagne rund 30 Stunden dauern soll. Durch die dynamisch Openworld können die Spieler jedoch deutlich länger durch die sechs verschieden Regionen des Spiels streifen, ohne dass Langeweile aufkommen soll. Doch erwarten euch keine plumpen Fetch-Quests oder nervige Zeitaufgaben. Alle Missionen sollen direkt im Kontext der Handlung stattfinden. Euch erwarten etwa Jagdmissionen, um Nahrung zu finden oder die Befreiung von Camps.

Das Wetter spielt eine wichtige Rolle im Spiel. Ein gerade noch perfekt befahrbarer Weg ist nach ordentlich Regen matschig und in höheren Regionen kommt es auch zu Schneestürmen. Bei Schönwetter kann die postapokalyptische Spielwelt des Nordwesten der USA mit ihren bewaldeten Berglandschaften, die von Pässen und Flüssen durchzogen sind, gerade malerisch anmuten, wäre da nicht die allgegenwärtige Gefahr. So kämpft ihr nicht nur gegen die Freaker, sondern auch gegen ritualisierende Menschen und gefährliche Wildtiere. Auch das Craften von Waffen, Heilitems und andere Materialien, die ihr zum Überleben braucht, ist ein wesentlicher Bestandteil des Spiels. Wer etwa nicht alle Bestandteile eines Molotowcocktail beisammen hat, kann nicht die Nester der Freaker in Brand setzen. Ebenfalls eine sehr wichtige Gameplaykomponente stellt Deacons Bike dar. Dieses dient nicht nur zur Fortbewegung über größere Distanzen (erst später könnt ihr auch Schnellreisepunkte aktivieren), sondern kann auch mit diversen Upgrades robuster, schneller und tragfähiger gemacht werden. Sogar die Reifen können wir wechseln und sie so an wechselnde Witterungen anpassen. Doch Vorsicht: Ihr müsst euer Motorrad auch immer wieder reparieren, denn unwegsame Straßen oder gar größere Sprünge setzen dem Drifter-Bike ordentlich zu. Auch die Benzinanzeige solltet ihr unbedingt und zu jeder Zeit im Auge behalten, um nicht im falschen (also eigentlich immer) Moment liegen zu bleiben.

Obwohl es sich bei Days Gone um ein Openworld-Spiel handelt, erwartet euch ähnlich wie bei Marvels Spider-Man ein stetiger roter Faden, der durch zahlreiche Zwischensequenzen untermauert wird. Diese beschäftigen sich auch immer wieder mit Deacons Vergangenheit, um seine Motivationen besser bestehen zu können. Zusätzlich kommt es auch zu mehreren Flashback-Missionen.

Eine der Besonderheiten von Days Gone sind mit Sicherheit die Freaker. Diese unterscheiden sich in einigen Punkten grundlegend von Zombies: sie sind intelligenter, deutlich schneller, sehr nachtaktiv und müssen einen Tagesablauf mit essen, trinken und schlafen befolgen. Auch gibt es mehrere Arten von Freakern wie Schwärmer, Krabbler oder Kreischer, die euch mit verschiedenen Verhalten- und Angriffsmustern das Leben schwer machen.

Bei unserer Anspielzeit kam es noch nicht zu einem Zusammentreffen mit einer sogenannten Horde. Auf diese Ansammlungen von bis zu 500 Freaker werdet ihr erst im späteren Spielverlauf treffen. Ohne die passenden Charakter- und Waffen-Upgrades habt ihr keine Chance, es mit diesen Massen aufzunehmen und sie etwa mit explosive Fässern zu vernichten.

Laut den Entwicklern sollen gleich mehrere Systeme bei Days Gone Hand in Hand gehen. Da ist die Openworld selbst mit ihren Wetter, da sind die Menschen in ihren Camps, die mit euch anhand eines Vertrauens-Systems interagieren. Und da sind die Feaker, die ebenfalls in einer abgestimmten Gesellschaft mit sozialen Strukturen leben. Zusammen mit der Geschichte rund um Deacon St. John voll von Verlust, Freundschaft und Verzweiflung ergibt sich ein Spiel das sich deutlich mehr von anderen „Zombie“-Games unterscheidet, als es vielleicht auf den ersten Blick erscheint.

Technisch kann die Engine von Days Gone mit den großen Freaker-Horden genauso umgehen wie mit den dichten Wäldern und unterschiedlichen Wetterbedingungen. Allerdings kommt ihr selbst auf einer PlayStation 4 Pro nicht über konstante 30 Frames. Vor allem bei schneller Bike-Action hätte eine flüssigere Bildrate nicht geschadet. Bis Ende April könnte noch einiges optimiert werden und auch die vereinzelten Pop-Ups sind schon jetzt auf einem kaum störenden Niveau.

Hands-On-Eindruck

Days Gone kann mit einer für ein Openworld-Spiel ungemein dichten Story punkten und die rund dreieinhalb Stunden, die wir mit dem Spiel verbrachten, versprechen ein sehr abwechslungsreiches Abenteuer. Technisch sieht man dem Game zwar ein wenig seine lange Entwicklungszeit an, doch auch wenn man optisch nicht mit einem Horizon Zero Dawn mithalten kann: Die Umgebungsgrafik mit ihrem dynamischen Licht- und Wettersystem weiß zu gefallen. Und so freuen wir uns schon, wenn wir Ende April wieder auf unser Motorrad steigen können und gegen Horden von Zombie-Freakers antreten dürfen.

Days Gone erscheint am 26. April exklusiv für die PlayStation 4.

Noch mehr Hands-On-Eindrücke gibt es in der nächsten Sendung des SHOCK2 Podcast ab dem 15. März.

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