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Review: Love Letter

Wir befinden uns in einer Zeit voller Schönheit, Prunk und großer Gefühle. Eine wunderhübsche Prinzessin soll den Thronfolger eines benachbarten Königreichs heiraten, doch lehnt die arrangierte Hochzeit ab und sucht weiter nach der wahren Liebe. Bei Love Letter übernehmen Spieler die Rolle ihrer Verehrer und wollen ihr Liebesbriefe zusenden. Doch da sich die Prinzessin in ihre Gemächer zurückgezogen hat, können sie die Briefe nicht selbst überbringen. Die Verehrer vertrauen ihre Botschaften den Mitgliedern des Hofes an und müssen auf die verlässliche Übergabe hoffen. Je näher der Bote der Prinzessin steht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Liebesbrief auch ankommt.

Mit nur 16 Handkarten zählt Love Letter zu jenen Spielen, die es trotz weniger Regeln und Spielmaterialien schaffen, abwechslungsreiche Runden auch für Wenig-Spieler zu garantieren. Auf den Karten sind die Mitglieder des Hofes abgebildet, die von den einfachen Wächterinnen über die Zofen bis hin zum König reichen. Jeder dieser Rollen hat unterschiedliche Fähigkeiten, die den Träger dieser Karte Vor- oder Nachteile im Spiel bringen können.

Jeder Spieler hat zu Beginn seines Zuges immer zwei Karten zur Auswahl, von denen er eine offen vor sich ablegen und dessen aufgedruckten Effekt ausspielen muss. Die Spieler versuchen in jeder Runde, ihre Mitstreiter um das Herz der Prinzessin aus dem Spiel zu bringen und somit als einziger Verehrer im Spiel zu bleiben. Ist der Nachziehstapel aufgebraucht und noch mehr als ein Spieler aktiv, werden die aufgedruckten Zahlen der Karten miteinander verglichen. Der einflussreichste Charakter gewinnt die Runde und damit eines der begehrten Herzen, die zum Sieg des Spieles notwendig sind.
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Es geht also in jeder Runde darum, seine eigene Identität zu verschleiern und seine Mitspieler aus dem Rennen zu werfen. Nach zwei bis drei Runden, von denen eine nie länger als fünf Minuten dauert, kennt man die Handkarten und weiß, wie diese einzusetzen sind. Da alle abgelegten Handkarten der Spieler offen am Tisch liegen und Karten entweder einfacher oder mehrfacher Ausführung im Deck sind, lässt sich die eigene Identität durch Ausschlussverfahren gegen Ende des Spiels nur noch schwer verschleiern. Es ist also angebracht, seine Gegner mit Bluffs zu verwirren und auf die Körpersprache seines Gegenübers zu achten, will man denn das Herz der Prinzessin für sich alleine haben. Die Aktionen reichen von Kartentausch über Erraten einer gegnerischen Handkarte bis zum eigenen Schutz vor gegnerischen Karteneffekten.

Love Letter ist maximal zu viert spielbar und macht so auch am meisten Spaß. Egal ob Viel-Spieler, Wenig-Spieler, Kinder oder ältere Menschen – beim unkomplizierten und und lustigen Bluff-Spiel kommen alle auf ihre Kosten. Setting und Tempo von Love Letter treffen genau in die Mitte der Spieler-Herzen. Nicht zu stressig, aber doch motivierend genug, um ehrgeizig zu werden und unbedingt gewinnen zu wollen.

Review Overview

Wertung - 8

8

Meister der Verführung

Love Letter ist ein schnell erlernbares und intuitives Bluff-Spiel mit einer angenehm stressfreien Thematik. Mit nur 16 Karten reiht es sich nahtlos in die Riege der Top-Deduction-Spiele ein und bietet für Spieler jeden Alters mehrere Stunden Spaß und Unterhaltung am Spieltisch.

Genre: Bluff-Spiel | Kartenspiel
Spieler: 2-4
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 10 Euro

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