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Special: 25 Jahre GameBoy!

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Am 21. April 1989 (In Europa war es erst am 28. September 1990 soweit) veröffentlichte Nintendo in Japan den ersten GameBoy! SHOCK2 feiert mit euch dieses Jubiläum mit diesem Special und einem Ende der Woche erscheinenden Sonderpodcast bei dem ihr auch eure Erinnerungen beitragen könnt: LINK!

Mit dem Nintendo Entertainment System  schaffte es das Unternehmen, die am Boden liegende Videospiele-Industrie wieder aus der Asche zu heben. Dank der Game & Watch-Handhelds hatte man auch schon einige Erfahrung mit tragbaren Spielen gemacht, doch anders als Sega oder Atari setzte man auf nicht ganz so moderne Schwarz/Weiß- Grafik und einfache Bedienung… Dennoch sollte der GameBoy für Nintendo die größte Trumpf- karte werden.

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Zwei Männer sind für den Erfolg des Game- Boy verantwortlich: Gunpei Yokoi (gest. 1997), der geistige Vater des Systems, und Alexei Pajitnov, der Schöpfer von Tetris. Jahrelang hatte sich Yokois Game & Watch-Serie gut verkauft, und so war es nicht verwunderlich, dass man in der Chefetage von Nintendo nicht lange zögerte, als das Spiele-Genie seine neueste Idee vorlegte: Eine tragbare Konsole musste her, die ein eingebautes Display hatte und mit austauschbaren Modulen arbeitete. 1989 war es dann soweit und der erste GameBoy erblickte das Licht der Welt. Obwohl das Gerät mit seinen 160 x 144 Pixeln und dem Graustufen-Bildschirm, der auch noch stark reflektierte, keine technische Offenbarung war, fand er schnell eine riesige Fangemeinde. Dies lag vor allem an Tetris, einem simplen Spiel, in dem es darum ging, her- unterfallende Blöcke zu ordnen. Pajitnovs Kreation bescherte nicht nur dem GameBoy sehr gute Verkaufszahlen, sondern gilt auch als der Urvater aller Puzzle-Games.

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Handhelds kamen und gingen, aber der GameBoy blieb. Selbst leistungsstärkere Systeme, wie den Game Gear oder den Atari Lynx, die beide über ein beleuchtetes Farbdisplay verfügten, überlebte Nintendos Kleinster ohne Probleme. Immer, wenn man glaubte, dass die Ära des niedlichen grauen Kastens endgültig vorbei sei, kam jemand mit einer neuen Idee daher und sorgte dafür, dass sich die Hardware weiterhin sehr gut verkaufte.

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Sieben Jahre vergingen, bis die Mini-Konsole erstmals einen Nachfolger erhielt: Der GameBoy Pocket war allerdings kein neues System, sondern lediglich ein Update, das mit den gleichen Modulen gefüttert wurde, aber ein schärferes Display bot, deutlich handlicher war und nur zwei Batterien brauchte. Schon bald gab es die Handhelds in vielen unterschiedlichen Farben und in Japan wurde sogar eine Version mit Hintergrundbeleuchtung veröffentlicht. 1996 erschien dort das erste Pokémon-Game und wurde innerhalb von zwei Jahren zu einem Welterfolg, der den GameBoy ein weiteres Mal davor bewahrte, für immer in der Oldie-Schublade zu verschwinden.

Die verschiedenen Game-Boy-Generationen. Von Links oben: Game Boy, Game Boy Pocket, Game Boy Color, Game Boy Advance, Game Boy Advance SP, Game Boy Micro (Bild: Wikipedia)

Die verschiedenen Game-Boy-Generationen. Von Links oben: Game Boy, Game Boy Pocket, Game Boy Color, Game Boy Advance, Game Boy Advance SP, Game Boy Micro (Bild: Wikipedia)

Nur Nintendo selbst konnte den GameBoy ablösen: Mit dem GameBoy Color (1998) und dem GameBoy Advance (2001) erschienen zwei Systeme mit voller Abwärtskompatibilität; erst mit dem Nintendo DS (und zuvor schon der GBA Micro) löste man sich nicht nur vom Namen „GameBoy“, sondern auch von der Kompatibilität zu den Schwarz/Weiß-Games.

Veröffentlichung
Japan 21. April 1989
Vereinigte Staaten 31. Juli 1989
Europa 28. September 1990
Speichermedien Module
Verkaufte
Einheiten
ca. 118,69 Millionen

 

Ein langes Leben durch Zubehör 
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Erst neun Jahre nach Erscheinen des GameBoys kam mit dem GameBoy Color dessen erster richtiger Nachfolger auf den Markt. Diese extrem lange Lebensdauer wird neben den Pokémon-Games vor allem auch dem innovativen Zubehör zugeschrieben, das Nintendo immer wieder aus dem Hut zauberte. So kamen zum Beispiel 1997 eine Kamera und ein Fotodrucker für den GameBoy in den Handel.
Der Super GameBoy
Super Famicom mit eingestecktem Super-Game-Boy-2-Modul (Bild: Wikipedia)

Super Famicom mit eingestecktem Super-Game-Boy-2-Modul (Bild: Wikipedia)

Dieses 1994 erschienene Zubehör machte das Super NES mit den GameBoy-Modulen kompatibel. Erstmals war es nicht nur möglich, die Handheldspiele am großen TV zu genießen, einige der neuen Spiele hatten nun am SGB auch leicht verbesserten Sound und erstmals bunte Optik.
Die Games
Wenn sich eine Konsole fast zehn Jahre lang auf dem Markt gehalten hat, ist die Auswahl an Games natürlich gigantisch. Unter den Hunderten von Modulen gibt es jede Menge Spitzentitel, aber so schwer es uns auch fällt, müssen wir uns in diesem Retro-Special auf vier Top-Spiele beschränken.

Tetris
TETRIS2Auch heute noch erscheinen immer neue Versionen dieses Klassikers, aber seltsamerweise macht der Puzzle-Oldie auf kaum einen System so viel Spaß, wie auf dem guten alten GameBoy. Tetris ist zeitlos, simpel und macht süchtig. Schon 1989 durfte man mit Hilfe des Link-Kabels hoch- dramatische Duelle ausfechten. Selbst chronische Nichtzocker können kaum wieder aufhören, die Blöcke zu ordnen, wenn sie einmal damit begonnen haben. Ganze Familien sind der Tetris-Sucht verfallen und nicht selten mussten bald zusätzliche GameBoys im Haushalt angeschafft werden.

Super Mario Land
MARIO2Obwohl man diesem Klassiker aus der Anfangszeit des GameBoys sein Alter deutlich ansieht, ist und bleibt er spielerisch ein kleines Meisterwerk. Viele Features der NES-Reihe findet man auch auf dem Mini-Modul. Der altbekannte Kult-Klempner sammelt Münzen, kann schießen, und muss allerlei knifflige Sprünge absolvieren, um seine Gegner auszuschalten und Abgründe zu überwinden. Zwölf Levels und fünf Bosse müssen gemeistert werden, bevor man – wie sollte es anders sein – die Prinzessin befreit hat.

The Legend Of Zelda – Link’s Awakening
Zelda5Neben Mario und Donkey Kong ist Link, der Held der Zelda-Serie, einer der wahren Nintendo- Superstars. Egal, auf welchem System er auftaucht – es wird jedes Mal ein kommerzieller Erfolg und ein spielerischer Hochgenuss. Die Mischung aus Rollenspiel und Action-Adventure stimmt einfach und kann Zocker jeder Altersstufe begeistern. In seinem ersten GB-Abenteuer findet sich der spitzohrige Monsterkiller und Prinzessinnenretter auf einer seltsamen Insel wieder. Das Ziel des Spiels ist es, ihn wieder in seine Heimat zu führen. Natürlich ist der Weg dorthin voller Monster, dunkler Höhlen, magi- scher Gegenstände, Denkaufgaben und gefährlicher Situationen. Besonders die Kämpfe gegen die Bosse sind an Spannung kaum zu überbieten. Link’s Awakening bietet so viele Überraschungen und Geheimnisse, dass es so gut wie jeden anderen Vertreter des Genres alt aussehen lässt.

Pokémon – Rote und Blaue Edition
Pokeblue43Eine unglaubliche Geschichte: Ausgerechnet in dem Moment, in dem die Nachfrage nach dem GameBoy praktisch auf Null gesunken war und die ersten Händler das Gerät gar nicht mehr im Sortiment führten, brachte Nintendo mit Pokémon ein Spiel auf den Markt, das alle Rekorde des kleinen Wunderdings brechen sollte. Während Kinder im Grundschulalter in aller Welt schon lange der Pokémon-Sucht verfallen sind, verabscheuen viele erwachsene Zocker die kleinen Monster von ganzem Herzen. Aber selbst, wenn man die fragwürdige Grundidee, die voll darauf ausgerichtet ist, den Markt mit unzähligen Merchandising-Artikeln zu überschwemmen, durchschaut, so kann man den diversen GameBoy-Spielen der Serie gewisse Qualitäten nicht absprechen – die Langzeitmotivation ist etwa einfach unglaublich hoch: Da man es nur zum Pokémon-Meister aller Klassen bringen kann, wenn man mindestens ein Exemplar jeder Art eingefangen hat, kann man eine kleine Ewigkeit mit jedem der Module verbringen. 151 Kreaturen versteckten sich in der Blauen und Roten Edition. Die Möglichkeit, Tauschgeschäfte über das Linkkabel zu machen, die spannenden Duelle, das Trainieren der Tierchen und eine ganze Reihe interessanter Features bescheren den Games ein hohes Sucht- potential. Obwohl Kritiker es oft nicht wahrhaben wollen, ist Nintendos Massenphänomen alles andere, als Kinderkram mit einem dünnen Gameplay, sondern ein umfangreiches Rollenspiel mit einer guten Story und einem genialen Kampfsystem, das sehr viel Abwechslung bietet.

8 comments

  1. Michael Ferstl

    Ich hatte nie einen Gameboy

  2. Danke für dieses schöne Special, da werden viele schöne Erinnerungen an meine Volkschulzeit wach!

    Werd auch bei der Aktion im Forum mitmachen und freu mich schon auf euren Podcast zu diesem Thema!

  3. Mir ist es immer noch ein Rätsel, warum Nintendo den Namen ‘Game Boy’ fallen gelassen hat.
    Aber ich denke früher oder später wird er wieder auferstehen… :)

  4. Der GB-Micro ist ein absolut geniales Gerät, so ein Evolution wie der GB Pocket für den Schwarz/Weiß Gameboy war. Der sollte in keiner Sammlung fehlen. Denn damit spielen sich die GB Spiele wirklich am Besten.

  5. Andreas Ganter

    Tolles Special! Der GameBoy war mein Einstieg ins Gaming und ist wohl auch hauptverantwortlich dafür, dass ich bis heute lieber auf Handhelds zocke, THX

  6. Aaaah, das Special hat mich doch tatsächlich wieder so angefixt, dass ich in einen GB-Titel Geld investiert habe:
    Final Fantasy Legend I – das war damals mein erstes Konsolenrollenspiel und ich habe es mit Begeisterung gezockt.
    Ich hab nur irgendwann den Fehler gemacht, es gegen Final Fantasy Adventure zu tauschen – auch kein schlechter Titel, aber kein Vergleich zu Legend.
    Mal schauen, ob der alte Reiz noch da ist (und ob mir mein Kind seinen GB Color zum Spielen leiht, denn mein alter GB hat leider seinen Geist aufgegeben und der GBA SP ist wegen Pokemon fest in den Händen meiner Tochter…).

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