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Review: The Persistence (Best of PSVR)

Firesprites The Persistence muss zwar ohne Alien auskommen, fühlt sich aber trotzdem wie ein Adventure in „Alien“-Tradition an: Das vom britischen Playroom VR-Entwickler konzipierte Grusel-Abenteuer versetzt PSVR-Besitzer in die Zombie-verseuchten Korridore und Hallen eines havarierten Raumkreuzers. Dabei macht der behäbige Ego-Shooter keine Gefangenen: „Persistence“ ist ein virtuelles Dark Souls im Weltraum.

Die Schiffs-KI der Persistence befindet sich im Alarm-Zustand: Der DNA-Drucker des gigantischen Raum-Kreuzers hat jede Menge hirnlose, sabbernde Zombies produziert – und weil die jedes Besatzungsmitglied des Schiffs niedergemetzelt haben, dümpelt der Riese jetzt führerlos durch den Weltraum und direkt auf ein Schwarzes Loch zu. Also aktiviert das Schiff ein Notfall-Porgramm, besorgt sich DNA-Samples bei den Überresten einer verblichen Überlebens-Expertin und stellt die wehrhafte Weltraum-Amazone (also uns) von nun an in Serie her. Will heißen: Wird unsere Heldin wieder mal von den grunzenden Monster-Klonen zerfetzt, stolpert auch schon eine neue Extraleben-Kopie aus dem 3D-Lebend-Printer. Zum Glück mit sämtlichen Verbesserungen gesegnet, die wir vor dem Zeitpunkt unseres gewaltsamen Ablebens haben installieren können. Nicht so schön: Alle vor unserem unrühmlichen Ende erledigten Zombies sind wieder zur Stelle, um uns erneut Probleme zu bereiten. Die einzig richtige Taktik: So lange dauer-sterben und vor jedem Tod Verbesserungen sammeln, bis wir der futuristisch-monströsen Hölle endlich unbeschadet entkommen können.

Aber Vorsicht: Alle zuvor gesammelten Nahkampfwaffen, Schießprügel und Granaten gehen beim Ableben verloren – außerdem arrangiert sich das weitläufige Gang-Gewirr der Persistence jedesmal neu. Wer also einen Vorteil erheischen will, indem er jede Situation auswendig lernt, der sollte besser umdenken. Fazit: Um den vom Gothic-Horror-Genre geprägten Adventure-Trip durch die verschiedenen Schiffs-Stationen zu überstehen, muss extrem vorsichtig und vor allem viel Leidensfähigkeit mitbringen. Anfangs verlangt das Konzept gerade dem Magen des Spielers einiges ab, aber dank langsamer Fortbewegung und vergleichsweise träger Kämpfe lässt sich dieses Problem mit einiger Eingewöhnung in den Griff kriegen – zumal Persistence jede Menge Komfort-Optionen bietet. Für die optimale Anpassung ans eigene (Un-)Wohlbefinden.

Fazit

Wertung - 9

9

Die Belohnung für die Mühen: Genau die Sorte Action- und Abenteuer-Erfahrung, die unsere Trips in die Virtuelle Realtät bisher vermissen ließ. Keine kurze "Jahrmarkts-Attraktion", sondern ein vollständiges Erlebnis, das vom ersten bis zum letzten Headset-Tod perfekt auf das neue Medium zugeschnitten wurde. Wer Grusel und anfängliche Benommenheit nicht scheut, bucht hier unbedingt seinen Weltraum-Urlaub.

User Rating: Be the first one !
Genre: Survival Horror
Entwickler: Firesprite
System: PlayStation VR
Erscheint: Juli 2018
Preis: ca.  25 Euro

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Robert Bannert

Mit rund 25 Jahren Branchen-Erfahrung gehört Robert Bannert – Spielstart 1974 in Köln – zu den erfahrenen Spiele-Redakteuren im Lande. Seitdem er 1994 bei der MAN!ACRedaktion in die schreibende Zunft einstieg, fährt er zweigleisig – als Autor und als Grafiker. Nach einem zweijährigen Gastspiel als der deutsche Abe bei GT Interactive und Oddworld Inhabitants besetzte Robert bei diversen GamesPublikationen („fun.generation“, „players“, „PC JOKER“) den Posten des Chefredakteurs, danach rief er mit „elektrospieler“ seine eigene Print- und OnlinePlattform ins Leben, deren Herausgeber er bis heute ist. Robert lebt mit einem mehrere tausend Titel starken Spiele-Archiv, ebenso vielen Comics und umfassendem Konsolen- bzw. Handheld-Fuhrpark im bayerisch-ländlichen Mering, gemütlich gelegen zwischen Augsburg und München. Robert ist seit 20 Jahren bekennender Mac-User – seinen Spiele-PC wirft er vor allem für Adventures und Indie-Games an, ansonsten greift er lieber zum Konsolen-Pad.

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