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Review: SUPERHOT

Indie-Shooter, wenig Farbe, simple Texturen, komischer Name – wer sich von diesen Attributen abschrecken lässt, verpasst einer der wohl innovativsten Spiele der letzten Jahre. Denn hinter der vermeintlich biederen Fassade steckt ein Shooter, der mehr zu bieten hat als ein so mancher Big Player in diesem Genre. Was den Unterschied macht, ist das zu Beginn etwas eigenwillige Gameplay, das sich gegen Ende des Spiels, das in etwa zwei bis vier Stunden bezwungen werden kann, vollkommen intuitiv anfühlt.

SHOCK2 Video-Review:

Entstanden ist das Spiel aus einer Idee für die 7 Days FPS Challenge im Jahr 2013, bei der Entwickler gefordert waren, einen Shooter der etwas anderen Art zu kreieren, der das Genre lebendig halten sollte. Aus einem simplen Browser-Game wurde auf Grund des starken Interesses seitens der Community ein Kickstarter-Projekt ins Leben gerufen, um die Finanzierung von SUPERHOT sicherzustellen. Anders als bei den üblichen First-Person-Shootern spielt der Faktor Zeit die wichtigste Rolle. Bewegt man sich nicht, läuft die Zeit in SUPERHOT in Super Slow Motion ab, je schneller die Bewegungen, desto schneller laufen auch die Zeit und damit die Aktionen und Reaktionen der Gegner. Man kann sich das Gameplay wie einen Endlos-Matrix-Mode vorstellen, bei dem ihr die Zeit bewusst extrem verlangsamen könnt und dadurch einer Überzahl an Gegnern je nach Skills ebenbürtig gegenübersteht. Ohne großer Worte wird man gleich zu Beginn des Spiels in eine Welt geworfen, in der rote Gegner versuchen, einen mit Schusswaffen, Katanas und Baseballschlägern zu eliminieren. Es gilt also, alle Feinde vorher auszuschalten, um in die nächsten Level vordringen zu können. Dazwischen landet man immer wieder in einer DOS-Oberfläche und führt seltsame Konversationen mit einem Freund und dem Betriebssystem selbst. Während dieser skurrilen Chats baut sich ein selbstironischer Handlungsbogen auf, dessen große Offenbarung am Ende des Spiels für viele eventuell mehr verwirrend als aufklärend wirkt, aber trotzdem seine Berechtigung hat.

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Der Schwierigkeitsgrad von SUPERHOT steigert sich von einem Level zum nächsten und kann teilweise etwas frustrierend sein. Dennoch wird nie der Punkt erreicht, an dem man aufgeben möchte. Im Gegenteil: Die Schwierigkeit und die beim ersten Mal fast unbezwingbar anmutenden Levels motivieren extrem und erlauben oft absolute Freiheit, was die Herangehensweise betrifft. Die markante Audio-Endlosschleife „SUPER HOT“ nach einer schweißtreibenden Session ist Balsam auf der Seele und Schulterklopfen zugleich. Vergleiche zum extrem knackigen Hotline Miami: Wrong Number sind durchaus gültig, bestreitet man beide Spiele überwiegend in Trial and Error-Methode. Glück spielt in Anbetracht der unverzeihlichen KI eigentlich eine untergeordnete Rolle.

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Die etwas kurze Spieldauer von deutlich unter fünf Stunden ist Fluch und Segen zugleich. Fast wäre man geneigt zu sagen, aufhören soll man, wenn es am schönsten ist. Trotz eines freischaltbaren Endless-Modes wird das Spiel für viele sein Ende gefunden haben, wenn alle Levels bezwungen sind. Einzige Motivation, um weiterzuspielen, wäre die Perfektionierung von Runs und Combos und das Teilen dieser auf Killstagram.com, was beim Preis von 20€ für viele doch etwas bitter sein dürfte.

Review Overview

Wertung - 8.5

8.5

SUPER HOT SUPER HOT SUPER HOT

Endlich wieder ein Indie-Spiel, das sich abseits der 8-Bit-Sidescroller-Flut behaupten kann und beweist, dass es nur eine gute Idee braucht, um ein Genre zu innovieren. Trotz der Kurzlebigkeit des Titels sind nur wenige Spiele so fesselnd und motivierend zugleich. SUPERHOT ist ein anspruchsvoller Mix aus TRON und The Matrix, der viele Gamer anspricht und andere durch die Optik gleichzeitig verschrecken könnte.


Genre:
 Shooter
System: PC
Entwickler: Superhot Team
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 20 Euro

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