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Review: Fated: The Silent Oath

Spiele wie beispielsweise Batman: Arkham VR, EVE Valkyrie oder zuletzt Resident Evil 7 vermittelten eindrucksvoll, was mit der VR-Technologie heutzutage bereits möglich ist. Doch bis auf wenige Ausnahmen erinnert der Großteil eher an kurze und hochpreisige Tech-Demos. Man merkt, dass sich die Entwicklung von VR-Software noch in den Kinderschuhen befindet. Viele Spielsysteme funktionieren nicht in VR oder müssen entsprechend adaptiert werden. Das stellt die Entwickler vor neue Herausforderungen, bietet aber auch die Chance, neue Spielsysteme und Genres für VR zu kreieren. Das aus der Indie-Szene entstandene Genre der storybasierten „Walking Simulators“ mit Vertretern wie Dear Esther und The Vanishing of Ethan Carter eignet sich recht gut für ausgedehnte Ausflüge in die virtuelle Realität.

Stummer Wikinger
In diese Kerbe schlägt Fated: The Silent Oath vom Entwickler Frima Studio. Laut den Entwicklern steht in dem PSVR-Spiel, das bereits für die PC-VR-Systeme Oculus Rift und HTC Vive erschienen ist, die emotionale Geschichte um einen Wikingerstamm im Vordergrund – so die Theorie. Als wirklich gelungen, kann man das Ergebnis leider nicht bezeichnen. Viel zu kurz ist das Abenteuer, viel zu wenig Interaktion und Abwechslung wird hier geboten. Dabei beginnt das Spiel noch recht vielversprechend. An der Schwelle des Todes erscheint eurem Alter-Ego eine Walküre, die euch zurück ins Leben befördert, allerdings der Stimme beraubt. Die kommunikativen Interaktionsmöglichkeiten mit den NPCs sind fortan auf ein bejahendes nicken bzw. ein verneinendes Kopfschütteln begrenzt. Eine durchaus gelungene Idee.

Pensionist statt Wikinger
Das wars aber auch schon großteils mit der Interaktion. Eine mehr als wünschenswerte Move-Implementierung fehlt leider. So könnt ihr zwar mit den Schultertasten eure Hände anheben, wirklich Sinn macht das allerdings nicht. Auch die Fortbewegung, die mittels Analogstick funktioniert, ist nicht optimal. Die mögliche Laufgeschwindigkeit erinnert eher an einen betagten Greis, als an einen ausgewachsenen Wikinger. Klar, um einer möglichen Motion-Sickness entgegenzuwirken, ist eine langsamere Fortbewegung empfehlenswert. Warum aber die Geschwindigkeit nicht optional angepasst werden kann, ist unerklärlich. Auch der Umstand, dass man die Kamera nur schrittweise drehen kann, ist für ein VR-Spiel nichts Neues. Es ist zwar möglich, den Drehungswinkel zu verändern, die Option auf eine freie Kamera fehlt allerdings. Das überrascht, da diese Option in der PC-Version vorhanden ist. Manche Spielszenen des äußerst linear gestrickten Spielverlaufs, wie eine kurze Wildtierjagd mit Pfeil und Bogen oder eine unerwartet dynamische Kutschenfahrt, in welcher ihr den Angriffen eines Riesen ausweichen müsst, fallen zu Beginn noch recht positiv auf. Das Gameplay bleibt allerdings im Grunde so unspektakulär, wie es beginnt. Daran ändern auch die Handvoll an seichten Rätsel nichts, die das Spiel im späteren Verlauf parat hält.

Das Design des Spiel erinnert an eine Mischung aus Disney und World of Warcraft. Eine durchgehende Qualität wird allerdings nicht geboten. Die meiste Zeit bewegen sich die computergesteuerten Charaktere recht ordentlich, wenn auch gleichsam träge wie euer Alter-Ego. Allerdings gibt es auch immer wieder Momente, in denen das Geschehen an den genialen Monty Python-Sketch „The Ministry of Silly Walks“ erinnert. Noch unverständlicher sind die regelmäßigen Pop-Ups weiter entfernter Objekte im Spiel – beachtet man die sehr zähe Laufgeschwindigkeit des Hauptcharakters.

Kommen wir zum tragenden Element Spiels: der Story. Leider bleibt auch hier der Tenor gleichbleibend mittelmäßig. Die Geschichte ist nett erzählt, bleibt allerdings unspektakulär und das Ende erinnert an einen Versuch, dem Spieler zum Schluss noch die bitter nötige Portion Emotion aufdrücken zu wollen. Die Musik, vor allem die Titelmelodie, ist eine der wenigen Stärken des Spiels. Aber auch das Sounddesign, besonders die recht gute Qualität der englischen Sprecher, eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht, können das Ruder des rund 80-minütigen Abenteuers nicht mehr herumreißen,

Spiele wie beispielsweise Batman: Arkham VR, EVE Valkyrie oder zuletzt Resident Evil 7 vermittelten eindrucksvoll, was mit der VR-Technologie heutzutage bereits möglich ist. Doch bis auf wenige Ausnahmen erinnert der Großteil eher an kurze und hochpreisige Tech-Demos. Man merkt, dass sich die Entwicklung von VR-Software noch in den Kinderschuhen befindet. Viele Spielsysteme funktionieren nicht in VR oder müssen entsprechend adaptiert werden. Das stellt die Entwickler vor neue Herausforderungen, bietet aber auch die Chance, neue Spielsysteme und Genres für VR zu kreieren. Das aus der Indie-Szene entstandene Genre der storybasierten „Walking Simulators“ mit Vertretern wie Dear Esther und The Vanishing of Ethan Carter…

Review Overview

Wertung - 6

6

Summary : Fated: The Silent Oath ist ein Walking-Simulator, der euch auf unspektakulär Weise in ein kurzes Wikinger-VR-Abenteuer entführt. Den nett erzählten, aber größtenteils eintönigen Handlungsverlauf haben wir anderswo schon besser gesehen. Den guten Sprechern stehen unsaubere Technik, stark limitierte Interaktionsmöglichkeiten und ein größtenteils monotoner Spielverlauf gegenüber. Somit ist Fated, trotz einiger guter Ansätze ein weiterer belangloser Versuch, die VR-Spielerfahrung voranzutreiben.

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Genre: Adventure
Entwickler:
 Firma Studio
Preis: ca. 10 Euro
System: PlayStation VR, Oculus Rift, HTC Vive
Erscheint: Erhältlich