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Review: Farpoint

Farpoint will zeigen, wie gut sich das Genre der Ego-Shooter für PlayStation VR eignet. Ein spezieller Controller soll für ein neuartiges Spielerlebnis und jede Menge Gameplay-Forschung für möglichst wenig Motion-Sickness sorgen.

Die Story von Farpoint könnte auch einem billigen Science-Fiction-Groschenroman der 1980er Jahre entstammen. Nach einem gröberen Schiffbruch auf einem unbekannten Planeten ist es eure Aufgabe, als Pilot zwei weitere überlebende Crewmitglieder zu finden. Schnell wird klar, dass der Planet nicht nur unbekannt, sondern praktisch die gesamte Fauna auch gefährlich und feindselig ist. Wer Paul Verhoevens Starship Troopers gesehen hat weiß ungefähr, was ihn in den nächsten rund fünf bis sechs Stunden der Kampagne erwartet. Zwar bietet das Spiel keine herkömmlichen Zwischensequenzen, mithilfe eures Scanners könnt ihr an bestimmten Stellen jedoch Hologramme aufrufen und erlebt somit, mit was an jeden Ort in der näheren Vergangenheit passiert ist. Hat man schon alles einmal gesehen, dank VR und gut eingesprochener Charaktere wirkt das Ganze jedoch sehr stimmig und atmosphärisch passend.

Farpoint ist ein Ego-Shooter in VR, nicht mehr und auch nicht weniger. Je nachdem wie leicht euch bei VR-Games schlecht wird, könnt ihr die Bewegungsfreiheit im Spiel nach Belieben konfigurieren. So habt ihr auch die Möglichkeit einzustellen, dass ihr euch nicht umdrehen könnt, ein Umstand der nicht nur von der Steuerung beherzigt wird, sondern auch vom Verhalten eurer Gegner. Wem VR nichts anhaben kann darf sich für abgestufte oder gar stufenlose Drehungen entscheiden. Die Bewegungen und Drehungen steuert ihr mithilfe des im neuen Zielcontroller integrierten Analog-Sticks. Dies zeigt zwar schnell auf, dass wir noch ein ganzes Stück vom Wunschtraum „Holodeck“ entfernt sind, hat man sich jedoch einmal daran gewöhnt, spielt sich die Steuerung jedoch flott und genau.

Der echte Star des Spiels ist der PS VR-Zielcontroller. Dank des weißen Peripheriegeräts werden nicht nur eure Bewegungen praktisch 1:1 ins Spiel übernommen, durch den Gewehr-Controller wird die Immersion nochmals auf eine ganz andere Stufe gehoben.  Egal ob ihr bei jeden Schuss die Vibration im Gewehr spürt, für einen Waffenwechsel den Controller an euren Rücken legen müsst oder vor allem wie bei einem echten Gewehr über Kimme und Korn zielt.

Spätestens wenn ihr euch mit spannungsgeladener Hintergrundmusik über die ungastliche und karge Planetenoberfläche bewegt und plötzlich außerirdische Spinnenwesen auf euch zuspringen gibt es echten Nervenkitzel wie man ihn bei herkömmlichen Shootern selten erlebt hat. Ein Gegner nach dem anderen zerplatzt und ihr macht euch endlich auf den Weg, die vermissten Wissenschaftler zu finden. Immer größere Gegner stellen sich euch in den Weg. Gut, dass auch euer Waffenarsenal einiges zu bieten hat. Im Laufe des Spiels wechselt ihr die Standardwaffe etwa gegen eine futuristische Schrotflinte, einen Plasmawerfer, ein Scharfschützengewehr oder eine Kanone, die explodierende Dornen abwirft. Wer im richtigen Rhythmus nachlädt beziehungsweise auf die Überhitzung der Waffe achtet, braucht sich auch über den Nachschub an Munition keine Sorgen zu machen.

Insgesamt ergibt das ein tolles Spielgefühl, das durch Abwechslung im Setting und vor allem die ordentliche Gegner-KI noch verstärkt wird. Technisch erwartet euch gehobene PlayStation VR-Kost mit meist eher karger Optik, aber ausreichend guter Gegner- und Waffenmodelle. Nervig ist die oftmals sehr träge Kamera beziehungsweise die Sichtgeschwindigkeit – wohl um die Übelkeit zu reduzieren, kann in brenzligen Situationen jedoch zu Frustmomenten führen. Soundtrack und die gelungene deutsche Sprachausgabe passen sehr gut zum Setting und unterstützen genau die Atmosphäre wie die oftmals spektakulären Licht- und Explosionseffekte.

Habt ihr die Kampagne gemeistert ist vor allem der Koop-Modus eine Gelegenheit, euch noch einmal gegen die Alienhorden zu stellen. Insgesamt hätte der Umfang ruhig etwas höher ausfallen dürfen. Vor allem weil der Zielcontroller derzeit nur von Farpoint unterstützt wird. Weitere Spiele wurden jedoch schon angekündigt und Farpoint erhält am 27. Juni den Cryo Pack-DLC, der zwei neue Koop-Maps mit neu angepassten Gegnern, einen neuen Charakterskin, neue virtuelle Spielzeuge für die Lobby und neue Trophäen enthält. Außerdem werden die Koop-Level für den Challenge-Modus spielbar gemacht – allerdings nur für Käufer des DLC.

Bleibt dennoch die Frage, ob der rund 100 Euro teure VR Zielcontroller sein Geld wert ist. Nun, das Spielerlebnis ist wirklich beeindruckend und die beiden Spiele Dick Wilde (Jagd-„Simulation“) und das das bereits auf dem PC erhältliche Arizona Sunshine werden schon in Kürze erscheinen. Der Controller ist sehr sauber verarbeitet und liegt wunderbar in der Hand. VR-Fans mit tauglichem Magen sollten mit der Anschaffung liebäugeln, sofern das Kleingeld vorhanden ist.

Review Overview

Wertung - 8

8

Farpoint ist ein TOP VR-Erlebnis!

Bitte spielt Farpoint nur mit dem passenden PS VR-Zielcontroller (obwohl das Spiel auch mit dem normalen Dualshock 4-Controller kompatibel ist). Der Shooter ist nicht nur mit diesem Accessoire im Hinterkopf entwickelt worden, er ist auch das Highlight und der Spielspaßmotor. Denn ohne diesen haptischen VR-Erlebnis bleibt ein durchschnittliches und nicht besonders hübsches VR-Spiel. Dank des VR-Gewehrs wird Farpoint jedoch zu einer Erfahrung, deren Immersion dafür sorgt, dass man es spielen will. Für mich ist dieses Spiel neben Star Trek: Brige Crew DER Grund, endlich wieder das PlayStation VR-Headset aufzusetzen. Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass auf der E3 angekündigten Zusatzinhalte schon im Hauptspiel integriert gewesen wären.

User Rating: Be the first one !
Genre: Shooter
Entwickler: Impulse Gear
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 50 Euro (Bundle mit Controller ca. 140 Euro)
System: PS4 (PSVR)

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