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Durchgerüttelt: Planet der Affen: Survival – Der erste 4DX-Film in Österreich

Vorbei scheinen die Zeiten des einfachen Kinobesuchs, gemütlichen Sesselknutschens und beruhigender Kulissen. Kann sich noch jemand an die Zeit vor dem 3D-Kino erinnern? Oder an die Zeit, als die 3D-Welle über uns schwappte und Explosionssplitter uns fast im Gesicht erwischten? Heute ist die dreidimensionale Welt nicht mehr so aufdringlich wie damals, endlich kann man in der geschützten Atmosphäre des verdunkelten Saals in die Tiefen der Wälder eintauchen oder einfach Teil einer Crew im Raumschiff sein.

Wer sich also an diese Art des Kinoerlebnisses gewöhnt hat und nun ungeduldig auf die nächste Innovation wartet, kann vielleicht endlich aufatmen. Ich durfte letzte Woche Planet der Affen – Survival sehen und zwar im neuen Saal des Hollywood Megaplex Gasometer Wien und somit im ersten und derzeit einzigen 4DX-Kinosaal in Österreich.

Also mal vornweg: Planet der Affen ist ein tendenziell ruhiger Film für lesebegeisterte Naturliebhaber. Nach einem ansprechend gestaltetem Sicherheitshinweis für 4DX (wohin mit Taschen und Co?) befand ich mich mit einer Armee im Wald, Wind wehte um meine Ohren und ich merkte wie mein Sessel sich mit der Perspektive mitbewegte. Prinzipiell noch harmlos, der Luftzug machte sogar Stimmung. Der Feind wurde entdeckt und es kam zu einer wilden Schießerei, Handgranaten, MGs, das volle Programm. Den Nebel, der vor mir aufzog, bemerkte ich erst, als das Gerüttel meines Sessels kurz pausierte.

Laut Medieninformation sind die 144 Sitzplätze im Saal mit Servomotoren ausgestattet, die passend zur Handlung auf der Leinwand präzise Bewegungen nachahmen. Fand ich persönlich nett, als wir uns gleichsam mit dem Zielfernrohr bewegten und auch den Kampfszenen kann es einen netten Kick verleihen. Auf das Reiten durch die Landschaft hätte ich verzichten können, dachte mir aber, was für ein Spaß das bei einem Film wie Ostwind oder Bibi und Tina sein könnte. Aber diese kommen nicht ins 4DX-Kino, dafür rund 20 andere Blockbuster bis Ende 2017. Cars 3: Evolution macht mich da schon neugierig, denn ich geh mal davon aus, dass es zu wilden Fahrten kommen wird, die könnten in den Sitzen schon der ganzen Familie Spaß machen. Und dann würde sich der Aufschlag von 5 Euro für das Kinoticket schon lohnen. Eine Kinokarte kostet bis zu 20 Euro, das klingt teuer, aber vergleiche ich den Preis, dann ist es mehr als fair. 144 Minuten Film- und Vibrationsvergnügen bei Planet der Affen schlagen eindeutig 5 Minuten virtueller Achterbahnfahrt, die mancherorts angeboten wird.

Planet der Affen ist etwas fürs Auge, 3D zahlt sich hier aus. Die Landschaften wie Wälder, Berge, Eis und Schnee oder Wasserfälle zogen mich in ihren Bann, zusätzlich wurde aber auch bei vielen anderen Szenen (Dialoge) darauf geachtet, dass sich die Brille auf den Augen lohnt.

Der Reiz des 4DX-Kinos geht für mich eindeutig über die Haut. Eine Beerdigung am Wasserfall, es wird kühler und Sprühnebel setzt ein. Oder der kalte Wind, der während einer Szene in einem Skigebiet eintritt. Auch der Moment, in dem mir direkt Wasser ins Gesicht gespritzt wurde, passte. Nur meine Neugier lenkte mich kurz ab, denn ich würde gern wissen, wo diese Spritzdüse genau eingebaut ist.

Der Film selbst war lang und teilweise auch langatmig… Anfangs fand ich es noch sehr angenehm und der Atmosphäre förderlich, dass sich Zeit genommen wurde, die Geschichte langsam zu erzählen. Scheint man Anfangs die Geschichte aus der Perspektive der Menschen zu verfolgen, wechselt der Blickwinkel rasch und der Kampf zwischen den beiden dominierenden Spezies auf dem Planeten wird aus Caesars Sicht geschildert. Rache und der Wille sein Volk zu beschützen treibt ihn an und stellt ihn selbst vor das Dilemma, wie weit er gehen kann.

Im dritten Teil der Planet der Affen-Reihe begleitet man die Affen, die einen Platz zum Leben suchen und wird Zeuge davon, was Wut und Angst aus dem Menschen und seinen nahen Verwandten machen. Der Film dreht sich um die zentrale Frage, was unterscheidet den Menschen vom „primitiven“ Tier und klärt auf, wie die Affen die herrschende Rasse auf dem Planeten wurde.

Schaut man sich den Trailer an, bekommt man schnell das Gefühl, hier wartet eine gebannte Ladung Action auf die Zuschauer. Vorsicht Irreführung, denn wie oben schon erwähnt, das Erzähltempo ist gemütlich. Selten habe ich jemanden so langsam sterben sehen. Am Ende des Films hatte ich das Gefühl, das dieses Tempo zum Gesamtkonzept des Werkes gehört. Wenige Dialoge, intensive Mimik und manch atemberaubende Kulisse sind hier die Stärken des Films. So kann man den anfallenden Untertiteln bei den Gesprächen der Affen in Ruhe folgen und völlig in die Umgebung eintauchen . Dennoch ist die Story vorhersehbar und um den Colonel im Film zu zitieren „so emotional“, manchmal unangenehm kitschig. (kb)

PLANET DER AFFEN: SURVIVAL 

Kinostart in Österreich: 3. August 2017

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