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Serien Review: Peacemaker (Ersteindruck)

Nachdem im vergangenen Sommer Starregisseur James Gunn (Marvel’s Guardians of the Galaxy Vol. 1 & 2) mit The Suicide Squad einen der besten DC-Filme abgeliefert hat, beschert er DC-Fans nun mit der Spin-Off-Serie Peacemaker einen imposanten Nachschlag.

Mission: Restore peace!

(Vorsicht! Nachfolgend leichte Spoiler für The Suicide Squad!)

Die Serie Peacemaker setzt nahtlos an den Ereignissen aus The Suicide Squad und dessen Post Credit Scene an. Christopher Smith aka Peacemaker hat den Schuss von Bloodsport (Idris Elba) überlebt und wacht genesen in einem Krankenhaus in den USA auf, um – zu seiner großen Verwunderung – als scheinbar freier Mann dieses verlassen zu dürfen. Er besucht daraufhin umgehend seinen Adler und Sidekick „Eagly“, der von seinem rassistischen und rechtsextremen Vater in seiner Abwesenheit gepflegt wurde.

Die Freude über die neu-gewonnene Freiheit währt jedoch nur kurz, denn schon nach wenigen Stunden wird Smith als Söldner und Killer für ein geheimes Einsatzkommando der Regierung rekrutiert, das diesmal nur indirekt von Amanda Waller (Viola Davis) kontrolliert wird. Die Mission lautet, wie schon damals auf der fiktiven Insel Corto Maltese, die Welt zu retten und Frieden herzustellen – und dies trifft sich gut, ist doch der Frieden das selbsternannte Ziel von Peacemaker.

Smith legt ungern sein Kostüm ab | © HBO Max

Nahtloser Übergang

Peacemaker setzt nicht nur narrativ dort an, wo The Suicide Squad aufgehört hat, sondern auch auf tonaler Ebene. Dies zeigt sich bei dem absurden Humor, der exzessiven Gewaltdarstellung und der genialen, musikalischen Untermalung mit vielen, alten Rocknummern (von Mötley Crew uvm.).
Hier ist vor allem die Titelsequenz positiv hervorzuheben, bei der John Cena & Co. zu dem Glam Metal-Hit „Do Ya Wanna Taste It“ von Wig Wam tanzen. Dies wurde genial umgesetzt!

Peacemaker ist, wie schon The Suicide Squad zuvor, eine etwas andere Comic-Verfilmung. Anstelle von strahlenden Superheld:innen, die den Planeten vor der Vernichtung bewahren, sieht man hier die Bösen – aber nicht etwa den Joker, Riddler oder gar Darkseid. Nein, in den Comics waren Charaktere der Suicide Squad zumeist Schurken aus der zweiten oder dritten Reihe. Immerhin können diese jederzeit getötet werden, haben sie doch von der Regierung eine kleine Bombe in ihren Schädel implantiert bekommen, die bei Zuwiderhandeln des Bösewichts jederzeit mittels Fernzündung aktiviert werden kann.

Dies birgt immenses kreatives Potenzial. Dadurch waren Autor:innen der Suicide Squad-Geschichten nie denselben narrativen Zwängen unterworfen, wie die der großen Kontinuitätsgeschichten von Batman oder Superman, und konnten dadurch die absurdesten Dinge umsetzen. Dass sich ein Regisseur wie James Gunn, der bereits mit den Guardians of the Galaxy bewiesen hat, dass er ein Team aus vorher eher unbekannten Figuren zu einer witzigen und liebenswerten Truppe formieren kann, mit dieser Vorlage etwas anfangen kann, schien schon vorher gewiss.

Das Team hat sich versammelt | © HBO Max

Wo kann ich Peacemaker auf Deutsch sehen?

Hierzulande müssen wir uns wohl noch etwas gedulden, ehe wir mit einer Ausstrahlung von Peacemaker rechnen dürfen. Die Serie läuft aktuell ausschließlich auf dem Streamingdienst HBO Max, der im deutschsprachigen Raum (noch) nicht verfügbar ist. Zuletzt konnte aber immer wieder Sky mit HBO Max-Titeln aufwarten. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies auch in diesem Fall so verhält oder beispielsweise Amazon Prime zuschlägt, denn auch hier finden sich einige DC-Serien, die in den USA bei HBO Max laufen.

Die Serie scheint bereits nach vier Episoden (von acht) ein heißer Anwärter auf den Titel „Beste Comic-Serie 2022“ zu sein. Und eines noch: Wie bei Comic-Verfilmungen üblich, gibt es Post Credit Scenes – und zwar nach jeder einzelnen Episode. Also nicht verfrüht abschalten! Und offenbar ist James Gunn nun ein überzeugter DC-Anhänger. Nach The Suicide Squad und Peacemaker werkelt er bereits an einer weiteren DC-Serie und eventuell einer zweiten Staffel von Peacemaker (obwohl nichts hiervon offiziell angekündigt wurde). Davor dürften aber die Arbeiten an Marvel’s Guardians of the Galaxy Vol. 3, dem Winterspecial der Guardians (auf Disney+) und der animierten Kurzfilmreihhe Marvel’s I am Groot (ebenfalls für Disney+) Vorrang haben.

Fazit

Peacemaker ist eine konsequente Fortführung von The Suicide Squad (2021). In dem Spin-Off wird der Fokus jedoch nicht auf eine Gruppierung von Superschurken, sondern auf einen einzigen (mitsamt seinem Einsatzkommando) gelegt. Dabei stechen vor allem die gute Charakterisierung der Figuren, die tollen Spezialeffekte und der großartige Rock-Soundtrack ins Auge.
Kurzum: Wer mit The Suicide Squad seine Freude hatte, wird Peacemaker lieben!

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