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Review: Ori and the Will of the Wisps (Nintendo Switch)

Nicht wenig überraschend wurde vor einigen Wochen Ori and the Will of the Wisps nicht nur für die Nintendo Switch angekündigt, es erschien auch gleich am Tag der Ankündigung. Bei SHOCK2 gab es nicht nur ein ausführliches Interview mit Thomas Mahler, der CEO und Game Director der Moon Studios, jetzt folgt nun auch das Review mit unseren Eindrücken zur Nintendo-Fassung.

Thomas Mahler hat es nicht so mit Tiefstapelei. Anders sind Aussagen, wie dass er sich einen ähnlich großen Qualitätssprung von Ori and the Will of the Wisps zu seinem Vorgänger wünscht wie ihn seinerzeit Super Mario Bros. 3 (zu Super Mario Bros.) erfahren hat, nicht zu erklären. Mal sehen, ob der Wunsch in Erfüllung gegangen ist.

Ausgeflogen

Ori and the Will of the Wisps schließt unmittelbar an seinen Vorgänger an, führt jedoch gleich zu Beginn einen neuen Charakter ein: die kleine Eule Ku. Diese wird von dem bekannten Trio bestehend aus Naru, Gumo und Ori aufgezogen. Ein Problem besteht jedoch, denn der rechte Flügel will leider nicht so, wie Ku sich das vorstellt. Und so kommt es eines Tages dazu, dass Ori und Ku bei einem gemeinsamen Flug abstürzen und einander aus den Augen verlieren. Dies markiert gleichzeitig den Startpunkt für ein neues gewaltiges Abenteuer, will Ori seinen Freund doch unbedingt wiederfinden.

Ori und Ku wollen hoch hinaus | © Moon Studios

Packend

Die liebevolle Geschichte über zwei Freunde, die einander verloren haben und sich entgegen aller Gefahren wiederfinden möchten, wird zudem von einer packenden Inszenierung und einem perfekten Soundtrack getragen. Hier beweisen die Entwickler ihr Gespür für den Augenblick und vermögen es auf diese Art und Weise das narrative Pacing in den richtigen Momenten anzuziehen oder zu verlangsamen. Wunderbar!

Zudem sieht Oris zweites großes Abenteuer einfach atemberaubend schön aus. Viele der Animationen könnten wahrlich aus einem Animationsfilm stammen und oftmals möchte man einfach nur innehalten und sich die aktuelle Szenerie wie ein Kunstwerk betrachten.

Dabei läuft die Switch-Umsetzung , überraschend nahe an der Xbox One Fassung. Vor allem wenn man bedenkt welche technischen Probleme das Spiel beim Release hatte, grenzen die 900p, im Handheld-Modusund die 720p bei recht stabilen 60 Bilder pro Sekunde, beinahe an ein Wunder. Ja die 60 Bilder pro Sekunde werden nicht immer erreicht die Qualität vieler 2D Elemente im Vor-und Hintergrund sowie der noch immer beeindruckenden Tiefenschärfe Effekte wurde zurück geschraubt. Das Spiel sieht aber auch auf der Switch noch immer sehr gut aus, gerade im Handheld-Modus der Switch fallen die matschigeren Objekte oder nicht ganz do polierten Pixelkanten kaum ins Gewicht. Allerdings ist uns das Spiel beim testen auch zwei mal abgestürzt, doch die gut positionierten Checkpoints bewahren hier vor Frust. Ein Update dürfte hier jedoch auch bals zusätzliche Linderung bringen.

Viele bekannte Spielelemente | © Moon Studios

Hollow Ori Knight

Die größten Veränderungen haben sich jedoch beim Gameplay ergeben. In Ori and the Will of the Wisps erhält der Hauptcharakter im Laufe der Handlung etliche neue Waffen, die sich allesamt anders und irgendwie einzigartig anfühlen – auch, wenn diese bereits aus anderen Metroidvanias bekannt sind. So erhält Ori sehr zeitnah ein Schwert, etwas später Pfeil und Bogen und so weiter und so weiter. Metroidvania-typisch sind diese Waffen und Fähigkeiten auch so relevant, dass an manchen Stellen die Progression im Spiel ausschließlich über diese gewährleistet werden kann. Diese Ergänzungen und Veränderungen sind zwar nicht wirklich innovativ, fügen sich aber gekonnt ins Gesamtkonzept des Spiels ein.

Eine zweite wichtige Neuerung im Vergleich zu Ori and the Blind Forest stellen die vielen(!) NPCs dar. Diese sind in ihrer Funktion eindeutig von Team Cherrys Metroidvania-Hit Hollow Knight inspiriert beziehungsweise abgekupfert worden. Nichtsdestotrotz geben sie der kleinen, einfachen Haupthandlung mehr Tiefgang und strecken das Spielerlebnis etwas in die Länge. Zudem sind ihre Charakterdesigns sehr gelungen – auch, wenn uns diese bei dem großen Vorbild Hollow Knight besser gefallen haben.

Es gibt viele neue NPCs in Ori 2 | © Moon Studios

Faire Bosse

Ebenfalls auffällig sind die vergleichsweise vielen Bosskämpfe in Ori and the Will of the Wisps. Die Anzahl wurde im Vergleich zum Vorgänger deutlich nach oben hin korrigiert. Diese Kämpfe gestalten sich von der Schwierigkeit her als knackig, aber niemals als unfair – ein Umstand der über die gesamte Spielerfahrung gesagt werden kann. (Anm. Das Spiel wurde auf Normal, einer von drei Schwierigkeitsgraden – Leicht, Normal und Schwer –  gespielt.)

Damit es auch fair und ausbalanciert bleibt, sollte man übrigens von den zahlreichen Upgrade-Möglichkeiten seiner Fähigkeiten Gebrauch machen, die über einen Skill-Tree sowie über magische Splitter zur Verfügung stehen.

Zahlreiche Bosskämpfe stehen Ori bevor | © Moon Studios

Flow

Nebst all diesen Punkten sticht ebenfalls ins Auge, dass Ori in seinem zweiten Abenteuer gefühlt intuitiver seinen Weg findet. Wir mussten – anders als beim Vorgänger – nie lange grübelnd nach dem Weg suchen. Dieser erschloss sich uns zumeist wie im Flow – etwas, das sich Thomas Mahler wohl auch so gewünscht hat.

Weiter Lesen: Wie geht es weiter bei den Moon Studios

Unter der Lupe: Das neue 3D Action Adventure der Ori-Macher

Fazit

Hevorragend - 9

9

Natürlich ist Ori and the Will of the Wisps, auch auf der Switch, nicht Super Mario Bros. 3 und wird auch nicht dessen Impact in der Videospiel-Industrie haben. Nichtsdestotrotz ist das Sequel ein hervorragendes Spielerlebnis mit vielen klugen Verbesserungen und Ergänzungen im Vergleich zu seinem Vorgänger. Ori spielt sich anspruchsvoll und intuitiv und erreicht spielend leicht nicht nur die 90er Wertung, sondern ihr habt hier auch eines der besten 2D Jump´n Runs dieser Konsolengeneration vor euch. (Clemens Stangl/Michael Furtenbach)

Genre: Metroidvania
Entwickler: Moon Studios
System: Nintendo Switch,Xbox One, Windows PC
Erscheint: 11. März 2020
Preis: ca. 30 Euro oder als Teil des Xbox Game Pass

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