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Review: Onimusha Warlords

Wenige Tage vor der Veröffentlichung des Remakes zu Resident Evil 2 hat Capcom einen weiteren Klassiker aus dem Survival-Horror-Genre für Konsolen veröffentlicht: Onimusha Warlords. Das Seriendebüt, das ursprünglich für PlayStation 2 und Xbox erschien, muss allerdings ohne groß angelegtes Remastering auskommen.

Nach dem großen Erfolg der ersten Resident Evil-Spiele suchte Capcom nach weiteren Wegen, die Survival-Horror-Fans mit neuen Inhalten zu bedienen. Auch bei Dino Crisis ging die Formel ein weiteres Mal auf, schließlich waren prähistorische Raubsaurier mindestens genauso furchterregend wie wankende Zombies. Mit Onimusha Warlords besann sich Capcom auf die eigenen Wurzeln: Ein Survival-Horror-Spiel im feudalen und mythologischen Japan.

Finstere Zeiten

Ihr schlüpft in die Rolle des Samurai Akechi Samanosuke, der im Japan der Sengoku-Zeit die entführte Prinzessin Yuki befreien und den wiedererweckten Feldherren Oda Nobunaga und seine Dämonen-Heerschar besiegen muss. Dieser hat sich nämlich nach seinem Ableben mit dem Dämonenfürsten Fortinbras verbündet und versucht nun erneut, das hart umkämpfte Land unter seine Kontrolle zu bringen. Auch wenn sich das Setting auf den ersten Blick stark von Resident Evil unterscheidet, hat sich Capcom hier reichlich am hauseigenen Erfolgskonzept bedient – vorgerenderte Hintergründe, fixe Kameraperspektiven, genretypische Rätsel und ein großes Anwesen inklusive.

Bekannte Altlasten

Da sich Capcom dazu entschlossen hat, Onimusha Warlords nicht einer Rundumerneuerung zu unterziehen, wirken Spielkonzept und Gameplay nicht mehr ganz zeitgemäß. Aufgrund der fixen Kameraperspektive läuft man stets Gefahr, den Gegnern ins sprichwörtliche Messer zu laufen. Zwar wurde die Steuerung etwas überarbeitet und an heutige Analogsticks angepasst, Puristen können wahlweise die klassische Panzersteuerung über das Digipad erreichen. Fans der ersten Stunde können natürlich weitaus besser mit diesen Altlasten leben, schließlich trägt die fehlende Übersicht auch erheblich zur Atmosphäre eines Survival-Horror-Titels aus der Jahrtausendwende bei.

Auch Schlüsselsystem von Resident Evil wurde für Onimusha Warlords adaptiert. Der Großteil der verschlossenen Türen der Spielwelt wurde mit einem Bann belegt und lässt sich nur mit Hilfe von Magie öffnen. Hierfür müsst ihr euer Schwert erst mit dem entsprechenden Element upgraden. Praktischer Nebeneffekt: Elemente wie Blitz, Feuer oder Wind lassen sich auch gegen Gegner richten. Verschlossene Türen und Wege findet ihr im Spiel zuhauf, weshalb ihr zahlreiche Räume und Bereiche der Spielwelt mehr als einmal besuchen müsst.

Seelensauger

Überarbeitet wurde auch das Gesundheitssystem. Obwohl sich in Onimusha Warlords ebenfalls grüne Kräuter und Medizin für die Behandlung der zahlreichen Wehwehchen einsetzen lassen, kann Samanosuke seine Gesundheit auch auf anderem Wege regenerieren. Gleich zu Beginn des Abenteuers erhält unser Held nämlich den praktischen Seelen-Panzerhandschuh, mit dem sich für einen kurzen Zeitraum die Seelen eurer besiegten Feinde aufsaugen lassen. Die Seelen füllen nicht nur eure Gesundheit wieder auf, auch Magie und euer Level steigen mit jedem Erwerb an spiritueller Energie. Kämpft ihr gegen mehrere Feinde gleichzeitig, ist gutes Timing gefragt, um zwischen den Angriffen rasch ein paar Seelen einzusammeln.

Der Weg des Schwertes

Wie es sich für einen waschechten Samurai gehört, nutzt auch Samanosuke sein Katana, um sich seiner Feinde zu entledigen. Dabei visiert er seine Gegner automatisch an und der Großteil der Dämonen liegt nach ein paar wenigen Hieben leblos auf der Matte. Habt ihr einen Gegner nur außer Gefecht gesetzt, könnt ihr ihm mit einem beherzten Senkrechtstoß den Rest geben. Praktischerweise lassen die meisten gegnerischen Angriffe abblocken. Zudem ist Samanosuke agil genug, um durch eine Seitwärtsbewegung oder einen Sprung nach hinten schweren Angriffen ausweichen. Im Lauf des Spiels findet ihr neben einem Bogen auch eine Flinte, deren Einsatz durch die limitierte Munition und die oftmals eingeschränkte Sicht limitiert wird.

Lifting light

Vergleicht man die technische Umsetzung mit Capcoms Remake von Resident Evil für den Gamecube oder der Fassung für aktuelle Konsolen, zieht Onimusha Warlords klar den Kürzeren. Trotz höher aufgelösten Grafiken und der Anpassung an heutige 16:9-Bildschirme, merkt man dem Spiel sofort sein Alter an. Einzig im Handheldmodus der Switch-Version sieht die Grafik aufgrund der Größe des Screens weniger altbacken aus. Die von uns getestet PS4-Version hatte zudem in mehreren Zwischensequenzen mit einigen Mikrorucklern zu kämpfen. Auch der Sound des Spiels wird heutigen Standards nicht mehr gerecht. Die Klangqualität geht zwar grundsätzlich in Ordnung, einzelne Soundeffekte und die kaum synchrone englische Sprachausgabe sind aber auf dem selben Niveau wie vor 20 Jahren.

Fazit

Wertung - 7

7

Retro-Horror

Die Erforschung der Spielwelt von Onimusha macht auch heute noch Spaß. Das liegt an der immer noch tollen mystischen Atmosphäre, dem gut ausbalancierten Schwierigkeitsgrad, der überarbeiteten Steuerung und dem immer noch motivierenden Spielsystem. Altlasten wie die fixe Kameraperspektive und die technische sehr spartanische Überarbeitung können den Spielspaß gerade für jüngere Spieler trüben.

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Genre: Action-Adventure
Entwickler: Capcom
System: PS4, Xbox One, Nintendo Switch
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 20 Euro
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