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Review: No More Heroes 3

No More Heroes 3 ist der vierte Teil der Reihe von Grasshopper Manufacture unter der Leitung von Suda 51. Erneut schlüpft man in die Rolle von Travis Touchdown, doch diesmal behauptet er sich nicht gegen andere Auftragskiller, sondern muss den Planeten vor einem Angriff galaktischer Superhelden beschützen.

Vor 20 Jahren fand der junge Damon den gestrandeten außerirdischen FU und half ihm auf seinen Planeten zurückzukehren. FU versprach, auf die Erde zurückkommen und dieser Tag ist nun gekommen. Doch mittlerweile ist er nicht mehr der kleine freundliche Alien von damals, sondern verfolgt das Ziel die Erde unter seine Kontrolle zu bringen. Dafür hat er eine Gruppe von neun Aliens um sich versammelt, die sich selbst als galaktische Superhelden bezeichnen. Da sie sich aber langweilen und es zu einfach wäre die Erde einfach zu zerstören, fordern sie die Menschheit zu einem Wettkampf heraus. Nun liegt es wieder an Travis Touchdown sich mit seinem Laserkatana an die Spitze der Rangliste der galaktischen Superhelden zu kämpfen und den Planeten zu retten.  

Doch bevor Travis sich einem Alien-Boss stellen kann, muss er sich erst für die Kämpfe qualifizieren und die Teilnahmegebühr auftreiben. Um sich zu qualifizieren, muss man drei Kämpfe gegen verschiedenste Aliens bestehen. Die Kämpfe sind das Herzstück von No More Heroes 3 und fühlen sich unglaublich gut an. Sie finden in kleinen abgeschlossenen Arenen statt, in denen man mit unterschiedlichen Gegnern konfrontiert wird. Jeder Gegnertyp erfordert eine andere Herangehensweise, wodurch die Kämpfe lange frisch und abwechslungsreich bleiben. 

Das Kampfsystem ist recht klassisch gehalten. Travis verfügt über einen leichten und schweren Angriff mit denen er auf Gegner einprügelt. Jeder Treffer verbraucht Energie eures Laserkatanas, die regelmäßig in Kämpfen wieder aufgeladen werden muss, denn sonst haben eure Attacken keine Auswirkung mehr. Nach einer Reihe von Schlägen werden die meisten Gegner betäubt, wodurch man sie mit einem Wrestling Move zu Fall bringen kann. Gelingt ein solcher Angriff, lädt sich das Schwert automatisch wieder auf. Gegnerische Angriffe kann man entweder blocken, um einen Gegenangriff einzuleiten oder man kann ihnen ausweichen. Weicht man im richtigen Moment aus, wird eine Zeitlupe ausgelöst, während der man wild auf Gegner losgehen kann. 

Ist ein Gegner besiegt, wird am unteren Rand des Bildschirms ein Slot Minispiel ausgelöst, in dem man entweder Geld gewinnen oder spezielle Angriffsmodi aktivieren kann. Im Mustang Mode wird zum Beispiel der ausgeteilte Schaden und die Angriffsgeschwindigkeit extrem erhöht. Knackt man den Jackpot, kann der Full Armor Mode aktiviert werden, in dem Travis in eine Mechrüstung steigt und Gegner mit einem Angriff ausschalten kann. Wenn man an einem Kampf scheitert, darf man vor Neustart einmal an einem Glücksrad drehen. Dadurch kann man Status Boni für den nächsten Versuch erhalten oder mit etwas Glück sogar einfach den aktuellen Kampf mit vollem Leben fortsetzen. 

Ein Grund warum sich die Kämpfe so gut anfühlen ist die hervorragende Steuerung, egal ob man die Bewegungssteuerung der Joy-Cons oder lieber die Sticks nutzt. So muss man, um Wrestling Moves oder Todesstöße auszulösen, die Controller in die angezeigte Richtung bewegen, wodurch sich die Angriffe noch etwas wuchtiger anfühlen, als nur mit der Bewegung der Sticks. Natürlich gibt es noch die klassische Schüttelbewegung, um Travis Laserkatana aufzuladen. 

Die Bosskämpfe sind eindeutig die Highlights des Spiels. Jeder Kampf ist cool inszeniert und abwechslungsreich. Oft wird man mit neuen Mechaniken überrascht, die das übliche Gameplay aufbrechen.  Mehr möchte ich den Bosskämpfen gar nicht vorwegnehmen, da man sie am besten selbst erleben sollte. Doch war ich glücklich darüber, dass man durch die Zeitmaschine in Travis Kellerlabor, die Bosskämpfe so oft man möchte auf einem beliebigen Schwierigkeitsgrad wiederholen kann. 

Doch kann man im Labor nicht nur vergangene Kämpfe wiederholen, sondern auch Travis aufleveln und Death Glove Chips herstellen. Um eine Fähigkeit zu verbessern, muss man WESN investieren, dass man in Kämpfen und Nebenmissionen verdient. Neben Leben, Angriff und Energie kann man so auch neue Moves lernen. Die Death Glove Chips geben meist einen großen Bonus auf bestimmte Aktionen, doch haben fast immer auch einen negativen Effekt auf einen anderen Bereich. Dadurch kann man die Chips allerdings gut auf seinen eigenen Spielstil anpassen. 

Um genug Geld für die Teilnahmegebühr zu verdienen, muss man sich jedoch nicht nur Angriffen stellen, sondern auch verschiedenste Nebenmissionen abschließen. Diese Missionen sind kleine Minispiele wie Rasenmähen, Müll einsammeln, Toiletten putzen und noch einige mehr. Das klingt jetzt nicht sonderlich spannend, sorgt jedoch immer wieder für eine nette kleine Abwechslung zwischen den actiongeladenen Kämpfen. Natürlich sind auch noch allerhand Sammelgegenstände in der Stadt verteilt. 

Um zu den Aufgaben und Kämpfen zu kommen, muss man die offene Spielwelt mit Travis Motorrad erkunden. Wer sich hier allerdings eine ansprechende, lebendige Welt erwartet, wird enttäuscht sein. Denn außerhalb der angezeigten Aktivitäten und den paar Sammelgegenständen, gibt es wenig zu entdecken. Dadurch das die Kämpfe auch selten an den entsprechenden Orten stattfinden, wirken die verschiedenen Stadtteile mehr wie eine aufwendige Levelauswahl als eine offene Spielwelt. Das wäre zwar nicht wirklich dramatisch, jedoch kommt es beim Erkunden leider regelmäßig zu Framerate Einbrüchen. Während den Kämpfen läuft No More Heroes 3 aber einwandfrei. 

Die Grafik kann zwar nicht mit aktuellen Spielen mithalten, erfüllt jedoch seinen Zweck und passt gut zum Stil des Spiels. Die Animationen von Angriffen bei Travis und den Gegnern sind eindeutig erkennbar und mischen sich mit einem beeindruckenden Effektfeuerwerk, bei dem man trotzdem immer den Überblick behält. Begleitet wird das Geschehen durch einen hervorragenden Soundtrack, der einen immer weiter vorantreibt. 

Fazit

Wertung - 8.5

8.5

No More Heroes 3 ist eine hervorragend gelungene Fortsetzung der Reihe, die mit herausfordernden Kämpfen und einer überdrehten Story punkten kann. Das Spiel strotzt nur so vor kreativen Ideen und Popkultur Referenzen. Trotz der technischen Probleme in manchen Abschnitten, und der leeren offenen Spielwelt macht der Kampf gegen die außerirdischen Superhelden einfach unglaublich viel Spaß.

Genre: Action
Entwickler: Grasshoper Manufacture
System: Nintendo Switch
Erscheint: verfügbar
Preis: ca. 60 Euro

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