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Review: Horizon Forbidden West Complete Edition am Steam Deck

Sony liefert mit Horizon Forbidden West Complete Edition die bisher beste PC-Umsetzung ab.

Nachdem Horizon Forbidden West (PS5/PS4) inklusive der PS5 exklusiven DLC-Erweiterung Burning Shores nach zwei Jahren endlich auf dem PC erschienen ist, fragen sich die Spieler, ob das Spiel auch auf dem Steam-Deck laufen wird. Die gute Nachricht, angesichts der ausgezeichneten PC Umsetzung, müssen wir, nicht allzu viele Hürden überwinden, um Horizon Forbidden West zu spielen!

Für die PC-Umsetzung zeichnete sich einmal mehr das Studio Nixxes Software verantwortlich, das zuletzt für die gelungenen PC-Versionen von Marvel’s Spider-Man Remastered, Marvel’s Spider-Man: Miles Morales und Ratchet & Clank: Rift Apart zuständig war.

Inhaltlich hat sich natürlich nichts im Vergleich zur PlayStation-Fassung verändert. Technisch dafür schießt man durch die Decke. Das Game läuft, entsprechende Hardware vorausgesetzt, auf bis zu 120 Bildern pro Sekunde, dazu gibt es KI-unterstützte Hochskalierung und Frame-Generierung von NVIDIA DLSS 3, bessere Bildqualität durch NVIDIA DLAA und Latenzreduzierung durch NVIDIA Reflex. AMD FSR und Intel XeSS werden ebenfalls unterstützt. Zocken darf man in den Auflösungen „21:9 Ultrawide“, „32:9 Super Ultrawide“ und 48:9 – und auf bis zu drei Monitoren. Auch das sensationelle DualSense-Feedback ist vorhanden.

Die Horizon Forbidden West Complete Edition ist auch nicht übermäßig hardwarehungrig. Als absolutes Minimum geben die Macher einen Intel Core i2-8100 oder AMD Ryzen 3 1300X, 16 GB DDR-RAM, eine NVIDIDA GeForce GTX 1650 oder eine AMD Radeon RX 5500XT an. Damit läuft das Game allerdings gerade einmal mit 720p-Auflösung und 30 Bildern pro Sekunde auf niedriger Einstellung. Auch Speicherplatz ist ein Thema, 150 GB SSD-Speicher sind schon nötig. Wer über stärkere Hardware verfügt, dem öffnet sich eine wunderbare Einstellungs-Welt mit umfassenden Qualitäts- und Grafikoptionen bis hin zu Wasser-, Schatten und Terrain-Effekten.

Der Knackpunkt der PC-Version: Soll sie (mindestens) so gut wie die PlayStation-Fassung aussehen, muss ein schon recht teurer Rechner (Intel Core i7-9700 oder AMD Ryzen 7 3700X) mit NVIDIA GeForce RTX 3070 oder AMD Radeon RX 6800 her.

Dank der Engine werden nun auch Emotionen weitaus glaubwürdiger dargestellt.

Moment, wie kann die Horizon Forbidden West Complete Edition auf dem Steam Deck Handheld laufen?

So Hardware-hungrig das Spiel auch ist, so gut abgestimmt läuft es auf den verfügbaren Systemen – und wer unter den Spielern die Mindestanforderungen erfüllt, wird keine Ruckler oder langen Ladezeiten erleben.  Achtung, wenn nicht gerade ein 512-GB-Steam-Deck (oder eines der schicken 1-TB-OLED-Displays für das Steam-Deck) vorhanden ist, wird dieses Spiel direkt auf die microSD-Karte gespielt. Da die Complete Edition sowohl das Basisspiel als auch die Burning Shores-Erweiterung enthält, verlangt Forbidden West in den Systemanforderungen satte 150 GB Installationsplatz und frisst nach der Fertigstellung 124 GB). Die Ladegeschwindigkeiten sind auf einer internen SSD deutlich schneller – das Starten eines Schnellspeichers aus dem Hauptmenü dauerte 12 Sekunden auf dem 1-TB-Laufwerk des Steam Deck OLED und etwas mehr als 40 Sekunden auf einer SanDisk Extreme Pro microSD – aber die tatsächliche Leistung im Spiel scheint nicht von der Wahl des Speichers beeinflusst zu werden. Anders als bei dem von Nixxes entwickelten PS5-Port Ratchet & Clank: Rift Apart gibt es keine Mechanik, die von schnelleren SSDs profitiert.

Aloy goes Freeclimbing! Die neuen Kletterkünste sind eines der zahlreichen Upgrades zu Zero Dawn.

Mit ein paar Einstellungen (siehe unten) kommt ihr absolut akzeptabel nahe an 30fps ran, ohne die atemberaubende Grafik des Spiels völlig zu zerstören. Es kann sein, dass immer noch einige kurze Einbrüche unter diesen Wert stattfinden, aber auch einige flüssigere Abschnitte mit 35-40 fps, was für ein Spiel mit den sehr hohen Produktionsstandards von Forbidden West nicht schlecht ist. Wichtig für alle, die sich unterwegs ins Abenteuer stürzen möchten ist natürlich die Akku-Laufzeit. Wir konnten Forbidden West für 2h 13m auf einem Steam Deck OLED und 1h 26m auf einem klassischen 512GB Deck spielen.

Was sind die besten Einstellungen für Horizon Forbidden West Complete Edition am Steam Deck?

Zwar läuft Horizon Forbidden West Complete Edition am Steam Deck ohne die Einstellungen zu verändern. Für ein optimales Ergebnis solltet ihr jedoch an einigen Schrauben drehen. Hier unsere empfohlenen Einstellungen. Damit erreichten wir einen Durchschnitt von 35 fps, der in ruhigeren Gebieten 45 fps erreichte. In größeren Gebieten gab es einige spürbare Einbrüche, wenn große Kampfbegegnungen begannen, aber das ist bei einem Spiel von der Größe von Horizon Forbidden West zu erwarten.

  • Auflösung: 1.280×800
  • Vsync: An
  • Dynamische Auflösung: Aus
  • Hochskalierungsmethode: AMD FSR 2.2
  • Hochskalierungsqualität: Balanced / Ausgeglichen
  • Texturqualität: Mittel (bzw. sogar Hoch mit FSR 2.2)
  • Texturfilter: 4x Anisotropischer Filter (Trilinear ist auch möglich, die Unterschiede halten sich insgesamt in Grenzen)
  • Schattenqualität: Sehr niedrig
  • Bildschirminhalt-Schatten: Aus
  • Umgebungsverdeckung: Aus
  • Bildschirminhalt-Reflexionen: Aus
  • Detailgrad: Sehr niedrig
  • Haarqualität: Sehr niedrig
  • Personenqualität: Niedrig
  • Terrainqualität: Niedrig
  • Wasserqualität: Niedrig
  • Wolkenqualität: Niedrig
  • Field of View: nach Belieben
  • Tiefenschärfe: Aus
  • Lens Flares: Aus
  • Vignette: Aus
  • Bewegungs Unschärfe: An

Die Steuerung klappt am Steamdeck, wie von der PlayStation gewohnt. Alternativ klappt die Steuerung mit Maus und Tastatur und auch der DualSense-Controller kann an das Steam Deck auf Wunsch angeschlossen werden.

Inhaltlich auf gewohnt hohen Niveau

Nach dem Auftakt vor mittlerweile sieben Jahren zu einer der größten Videospiel-Serien überhaupt geht es mit Horizon Forbidden West aus dem Hause Guerrilla Games wieder mit Heldin Aloy auf Roboter-Saurier-Abenteuer und dieses Mal in den „Verbotenen Westen“ der Spielwelt. Das Open-World-Action-Rollenspiel legt in seiner Fortsetzung auf alles noch einmal eine Schippe drauf: Die Story wird tiefgründiger, die Charakter-Beziehungen komplexer, die Action rasanter, der Sound intensiver, die Grafik schöner. Die Fortsetzung startet einige Monate nach der großen Entscheidungsschlacht in Horizon Zero Dawn und dem Sieg über Hades.

Während die Welt den Sieg über Hades, die außer Kontrolle geratene Subroutine des Gaia-Terraformingsystems, feierte, juckte es Aloy weiter, den Spuren der Vergangenheit nachzugehen. Dabei wurde ihr über die Monate immer mehr deutlich: Es ist noch nicht vorbei, eine neue Bedrohung wartet auf die Welt. Diese äußert sich dadurch, dass rote Pflanzen in der Spielwelt sprießen und ihre giftigen Sporen verteilen. Diese lassen nicht nur die Erde absterben, sondern auch die Maschinenwesen aggressiv wüten. Das Problem wird schließlich so schlimm, dass die Vernichtung des gesamten Planeten droht. Und retten kann sie einmal mehr nur Aloy.

Die Suche nach Rettung führt Aloy in den „Verbotenen Westen“ der offenen Spielwelt, einen Bereich, den man in Teil 1 noch nicht betreten konnte. Dort spielt sich später dann auch die Erweiterung „Burning Shores“ ab – oder besser gesagt noch etwas weiter abgelegen, denn der DLC führt Spieler in eine wiederum neue Region, die einstmals als Los Angeles bekannt war. Dort haben tektonische Aktivitäten die Umgebung in eine Lava- und Vulkanwelt verwandelt, in der sich nicht nur ein feindlicher Stamm angesiedelt hat, sondern auch ganz neue Maschinen ihr Unwesen treiben. Und, ganz spoilerfrei, man tritt dort gegen einen spektakulären Boss an.

Muss ich Horizon Zero Dawn gespielt haben um Horizon Forbidden West zu verstehen?

Auch Neulinge haben Spaß mit dem actiongeladen inszenierten Forbidden West, wer aber voll in die Handlung eintauchen will, sollte den Vorgänger Zero Dawn durchgezockt haben. Doch nicht nur die allumspannende Handlung bezieht sich extrem stark auf die Geschehnisse und Charaktere des ersten Teils, auch wieder allerlei auffindbare Dokumente und Hinweise setzen die Mini-Storys fort, die in Collectibles des Vorgängers begonnen wurden. Kenner wiederum müssen keine Angst haben, alles noch einmal zu erleben, denn Forbidden West setzt viel Wissen voraus und hebt wichtige Geschehnisse hervor, wiederholt aber nicht alles haarklein.

Generell ist die Erzählgeschwindigkeit sehr hoch und das Spiel hält sich kaum mit Nebensächlichkeiten auf. Auf der Strecke bleibt dabei jedoch trotzdem nichts. Die Charaktere sind wieder erstklassig herausgearbeitet worden und noch stärker als in Teil 1 stehen die Beziehungen der Figuren untereinander im Mittelpunkt. Ruhige Momente mit Liebe, Trauer, Zweifel und jeder Menge weiterer Emotionen finden sich ebenso – anders als im ersten Teil wirkt aber kein einziger so, als hätte man noch einige Minuten Spielzeit aus dem Game quetschen wollen. Der Ablauf beim Gameplay ist indes fast vollständig gleich geblieben.

Der Spieler kann in Thrid-Person-Perspektive jederzeit der Haupt-Quest folgen und die Geheimnisse enthüllen oder sich netten Neben-Quests widmen. Jede Minute in Horizon Forbidden West ist ein fesselndes Abenteuer – und das Spiel so grandios gemacht, dass das Ende für einige Spieler wohl unerwartet schnell kommen wird. Zwar gibt es wieder eine epische Schlacht im Finale, für unseren Geschmack ging der Abspann dann aber fast etwas zu zügig über die Bühne. Anders als in Teil 1 klärt Teil 2 jedoch viel mehr Geheimnisse auf uns lässt weniger Fragen offen. Dafür gibt es am Ende auch noch gleich einen Ausblick auf einen Teil 3. Inklsuive DLC und allen Beschäftigungen kommt man mit der „Complete Edition“ auf 60 bis 70 Spielstunden.

Spielerisch bietet Horizon Forbidden West wieder relativ viele Freiheiten: Zocker können selbst entscheiden, ob sie brachial mit Frontalangriffen auf Feinde losgehen oder sich geschickt durch hohes Gras an sie heranschleichen, ihre Laufwege beobachten und ihnen Fallen stellen. Daneben sackt man wieder Maschinenteile und andere Items ein, um mit ihnen Heiltränke, Munition und Waffenverstärkungen herzustellen. Außerdem lassen sich die meisten Maschinen überbrücken, um sie im Kampf an unserer Seite, aber auch als Reittier einzusetzen.

Fazit

Wertung - 9

9

Einen entsprechenden Rechner vorausgesetzt, ist die PC-Version die definitive Version von Horizon Forbidden West. Umso erstaunter waren wir von dem tollen Erlebnis am vergleichsweise schwachen Steam Deck! Das Spiel sieht auch hier fantastisch aus, läuft überraschend flüssig und erzählt nach wie vor eine der fesselndsten Action-RPG-Geschichten, die man gespielt haben sollte. Aloy und ihre Freunde sind großartige Charaktere, und die Welt von Horizon ist verlockend gestaltet. Es sprengt nicht unbedingt die Grenzen des Genres, aber die Systeme sind gekonnt ausbalanciert und aufregend zu spielen. Es steht in einer Reihe mit den besten Open-World-Spielen aller Zeiten und Guerrillas Weg deutet darauf hin, dass ihr nächstes Werk noch besser sein wird. Egal wo Horizon Forbidden West gespielt wird, es gehört in eure Spiele Bibliothek.

Genre: Action Adventure
Entwickler: Guerrilla Games, Nixxes Software
System: PC
Erscheint: erhältlich
Preis: ca. 60 Euro

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