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Review: DuckTales – Das Abenteuer beginnt

Kurz nach dem Start der neuen DuckTales im Free-TV kommt nun zumindest der Pilotfilm „Das Abenteuer beginnt“ auch auf DVD.

Disneys Neuinterpretation von DuckTales ist ein Reboot auf mehreren Ebenen. Neuer Stil, neue Stimmen und vor allem neue Charakterzüge machen die Serie zu viel mehr als einen plumpen Versuch, ein altes Konzept aufzuwärmen. Das Team rund um den ausführenden Produzenten Matt Youngberg (Ben 10: Omniverse), Koproduzent Francisco Angones (Wander Over Yonder) und Art Director Sean Jimenez fängt den Geist des Originals ein, schreckt aber zu keinem Zeitpunkt vor Neuerungen zurück.

DuckTales

Alles beim Alten? Mitnichten!

Zunächst scheint sich in Entenhausen seit Ende der 80er Jahre nicht viel geändert zu haben, auch wenn Donald Duck jetzt mit dem Smartphone telefoniert und die gesamte Serie in einem neuen Zeichenstil gehalten ist. Doch schnell wird klar, dass die Charaktere diesmal weitaus mehr Profil erhalten als in der ersten Serie und den Duck-Comics. Tick, Trick und Track (gesprochen von den Comedians Danny Pudi, Ben Schwartz und Bobby Moynihan) können nun sowohl anhand ihres Aussehens als auch ihrer Persönlichkeiten auseinander gehalten werden. Vorbei sind die Zeiten, in denen lediglich die Farben ihrer T-Shirts zur Unterscheidung dienten.

Auch Dagobert Duck hat sich verändert. Der im Original kongenial von David Tennant (Doctor Who) mit authentischem schottischem Akzent gesprochene reichste Erpel der Welt ist weicher geworden als die Version aus der Originalserie. Damals äußerte der Charakter Missmut gegenüber den Armen, diese Unschönheiten wurden nun weggeschliffen. Trotzdem bleibt der Kern des Charakters erhalten: Ein manchmal bitterer Abenteurer mit einem Herz aus Gold. Donald Duck (Tony Anselmo) bleibt Donald Duck, auch wenn er eine größere Rolle als früher erhält.

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Charaktere mit Profil

Auch Nicky (Kate Micucci), Quack der Bruchpilot (Beck Bennett) und Frieda (Toks Olagundoye) sind zurück – ebenfalls mit kleinen Modernisierungen. Nickys Rolle geht nun über „das Mädchen in Gefahr“ hinaus. Sie ist eine Expertin was die Abenteuer von Dagobert Duck angeht und kann sich auf der Reise nach Atlantis im Premieren-Special der ersten neuen Staffel sogar schlagkräftig gegen die Schergen von Mac Moneysac (Keith Ferguson) zur Wehr setzen. Quack ist noch merkwürdiger als man ihn in Erinnerung hat und Frieda hat sich weit von der netten Haushälterin der alten Serie entfernt. Sie bietet dem Fantastilliardär ohne Zurückhaltung Paroli.

Damit nicht genug. Eine buchstäbliche Armee an Duck-Charakteren tauchen bereits in der ersten Staffel der Serie auf : Lin-Manuel Miranda (MoanaMary Poppins Returns) als Krachbumm-Ente (alias Fenton Crackshell), Allison Janney (The West Wing) als Dagoberts alte Flamme Goldie O’Gilt, Margo Martindale (The Americans) als Oma Knack, Paul F. Tompkins (Bajillion Dollar Propertie$) als Gustav Gans, Kimiko Glenn (Orange is the New Black) als Lena, Jim Rash (Community) als Daniel Düsentrieb, Josh Brener (Silicon Valley) als Mark Beaks, Eric Bauza (Marvel’s Ultimate Spider-Man) als die Panzerknacker, Corey Burton (Star Wars Rebels) als Primus von Quack sowie der Superheld Darkwing Duck.

DuckTales

Neu, aber zeitlos

Auch wenn er anfangs gewöhnungbedürftig wirkt, entfaltet der neue Zeichenstil der Serie schon nach wenigen Minuten seine ganz besondere Magie. Stilisierte Formen und gedeckte Farben modernisieren die Charakterdesigns, während dezente, schwarz gehaltene Schatten und Rasterfolien-Effekte im Hintergrund den Eindruck erwecken, dass hier ein Comicheft zum Leben erwacht ist. Die neue Titelsequenz samt Neuinterpretation des Ikonischen DuckTales-Songs ist ebenfalls großartig gelungen und lädt dazu ein, die vielen liebevollen Details zu suchen.

Die DuckTales sind zurück!

Es gibt Fortsetzungen und Reboots, auf die man seit Jahrzehnten hofft, nur um enttäuscht zu werden. Und dann gibt es Perlen wie Sonic Mania, das die hohen Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertrifft. Zur letzteren Kategorie gehörten auch die neuen DuckTales. 17 Jahre nach dem Ende der Originalserie gelingt mit dem 42-minütigen Premieren-Special die Etablierung der Prämisse für eine neue Generation – und natürlich auch die Kinder von damals.

Onkel Dagobert, Tick, Trick, Track, Nicky, Donald und all die anderen Bewohner von Entenhausen dürften für eine Serie sorgen, die sich die gesamte Familie zusammen ansehen kann. Und sogar moderne Fernseh-Konventionen halten Einzug: Ein Cliffhanger verspricht etwas, das es bei den Ducks so gut wie nie gab: Eine massive Weiterentwicklung des Status Quo und die Lüftung eines Jahrzehnte alten Geheimnisses. Trotz des modernisierten Stils fängt die Neuauflage den Charme der Originalcomics von Carl Barks wunderbar ein, oftmals deutlich mehr als die alte Serie. Die Macher liefern eine Neuinterpretation mit viel Herz und geschliffenem Humor, die sowohl die Kinder von heute als auch deren Eltern begeistert.

DuckTales

Leider findet sich auf der DVD wirklich nur der Pilotfilm, es gibt keine Extras und auch keine Bonus-Episoden. Schon bei Veröffentlichung der klassischen DuckTales-Abenteuer musste ich Disney einiges an Kritik gefallen lassen. Es bleibt zu hoffen, dass ganze Staffelboxen in HD auf Blu-ray folgen. Denn die neuen DuckTales machen gerade in High-Definition eine großartige Figur. Zumindest findet sich auf der DVD neben der deutschen Tonspur auch das englische Original.

Weiterlesen:

Comic-Tipp: Lustiges Taschenbuch – DuckTales 1 & 2

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