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Review: Bayonetta 2 (Nintendo Switch)

Die Hexe gibt ihr Comeback

Die Umbra-Hexe Cereza alias Bayonetta ist zurück und besser denn je! Wie schon zuvor die Wii U erhält auch Nintendo Switch ein exklusives Abenteuer mit der streitbaren Dame. Bevor es jedoch soweit ist, spendiert uns Platinum Games eine Umsetzung der ersten beiden Teile für Nintendos Konsolenhybriden. Kauft ihr Bayonetta 2 im Handel, liegt der komplette erste Teil als Download bei.

Zum Thema: Bayonetta im Review

Die Handlung von Bayonetta 2 ist schnell erklärt, zumindest die Kernstory. Im Wesentlichen geht es darum, dass Bayonetta ihre Umbra-Hexen-Schwester Jeanne aus der Hölle befreien will, nachdem diese sich in einem spektakulären Kampf für Bayonetta geopfert hat. Der Rest der Geschehnisse ist Bayonetta-typisch nicht immer nachvollziehbar, was aber nicht weiter schlimm ist. Schließlich liegt die Stärke des Spiels woanders, nämlich in dem actiongeladenen Hack-and-Slash-Gameplay und der abgefahrenen Präsentation, überzeichnete und übersexualisierte Charaktere inbegriffen.

Now you’re playing with style

Das aus dem ersten Teil bekannte Kampfsystem wurde hier noch einmal verfeinert, geht leicht von der Hand und fühlt sich so wuchtig an wie eh und je. Auch wenn es den Anschein macht, dass man mit stumpfen Buttonmashing ans Ziel kommt, solltet ihr euch gleich zu Beginn einige der Kombos verinnerlichen. Vor allem dann, wenn ihr für die einzelnen Spielabschnitte eine bessere Wertung in Form von Medaillen, von Stein bis Pure Platinum, erlangen wollt.

Die Vielzahl an unterschiedlichen Gegnern war schon im ersten Teil eines der Highlights und Bayonetta 2 steht diesem in nichts nach. Angefangen bei riesigen Dämonen über Roboter, bizarre Engel und andere kuriose Geschöpfe man hat ständig das Gefühl, als wolle Platinum Games jedes Mal noch einen draufsetzen. Um der Sache Herr zu werden, solltet ihr ständig an euren Moves feilen und die Kombos an die jeweilige Situation anpassen, besonders bei den mächtigen Zwischen- und Endbossen.

Das wichtigste Feature ist abermals der Zeitlupenmodus, die sogenannte Hexenzeit, die es im richtigen Moment zu aktivieren gilt. Hier sind Gegner augenblicklich wesentlich verwundbarer. Durch das Vermöbeln von Gegnern erhält Bayonetta zudem Zauberenergie. Habt ihr genügend davon eingesammelt, könnt ihr den Umbra-Klimax aktivieren und für kurze Zeit verheerenden Schaden anrichten.

Weiters erhaltet ihr im Lauf des Spiels wieder unterschiedliche Hieb- und Schusswaffen, die ihr an den Armen und Beinen Bayonettas anbringen und auch miteinander kombinieren könnt. Bayonetta 2 bietet erneut eine große Auswahl an verschiedenen Items, Erweiterungen und Move-Sets, die ihr nach und nach freischaltet und mit Infame-Währung erstehen könnt. Auch sparefrohe Naturen sollten hier ausgiebig investieren und ausprobieren, da sich Bayonetta mit jeder Waffe und auch einigen Items unterschiedlich spielt. Schließlich geht es ja darum, den eigenen Stil zu finden.

Effekt-Overkill

Ursprünglich für die Wii U entwickelt, unterscheidet sich Bayonetta 2 für Nintendo Switch auf den ersten Blick nur geringfügig vom Original. Die Auflösung liegt sowohl auf dem Fernseher und im Handheld-Modus gleichermaßen bei 720p, Switch-Besitzer erhalten hier somit keinen Mehrwert im Vergleich zur Wii U-Version. Allerdings sieht Bayonetta 2 auf dem großen Wohnzimmer-TV auch heute noch bombastisch aus und etwaige technische Defizite gehen im effektgeladenen Explosionsgewitter sowieso unter.

Kleine Verbesserungen bei der Texturfilterung lassen die Oberflächen auf Switch einen Tick schärfer und Farben kräftiger wirken. Das Bild erscheint zudem etwas dunkler und weniger ausgewaschen als im Original. Der primäre Unterschied liegt jedoch in der Performance. Die Framerate ist im TV-Modus mit nahezu stabilen 60 Bildern pro Sekunde ist nun erheblich besser und selbst im Handheld-Modus performt die Switch über der Wii U-Version.

Für soziale Spieler gibt es neben dem bereits bekannten Online-Koop-Modus auch einen lokalen Koop-Modus, welcher allerdings zwei Nintendo Switch-Systeme erfordert. Während des Tests waren die Server noch nicht freigeschaltet. Somit war es uns nicht möglich, den Online-Modus zu testen. Die Gestensteuerung aus dem Original hat es ebenfalls auf die neue Nintendo-Konsole geschafft, die dank dem Multitouch-Screen nun eine weitaus besser gelungene Alternative zur herkömmlichen Steuerung darstellt. Wer über gute Englischkenntnisse verfügt, kann die deutschen Untertitel im Hauptmenü getrost deaktivieren, für Nippon-Fans und Puristen ist auch die japanische Tonspur enthalten. Der Soundtrack bietet neben verschiedenen orchestralen Musikstücken auch wieder ein paar eingängige Jpop-Songs, die das dargebotene Effektspektakel abermals gekonnt unterstreichen.

amiibo

Auch auf Nintendo Switch kann Bayonetta wieder in Nintendo-Cosplay-Kostüme gesteckt werden und auf den Spuren von Prinzessin Peach, Daisy, Link, Samus und Fox McCloud wandeln – jedes Outfit verfügt dabei über ein eigenes Move-Set und Umbra-Klimax-Special. Wer sich die Kostüme nicht erst mühsam im Spiel freischalten möchte, kann auf amiibo zurückgreifen. Je nachdem welche Figuren ihr zur Hand habt, könnt ihr Kostüme, Waffen und Items freischalten. Die amiibo lassen sich täglich bis zu 32 Mal einsetzen, was in den meisten Fällen wohl ausreichen sollte.

Fazit

Wertung - 9

9

Gotcha!

Als Einstimmung auf den dritten Teil präsentiert uns Platinum Games mit Bayonetta 2 eine gelungene Umsetzung für die Nintendo Switch. Die Grafik erscheint einen Tick hübscher, die Gestensteuerung funktioniert nun weitaus besser und vor allem die Performance übertrifft selbst im Handheld-Modus das Original. Wer die Bayonetta-Reihe bislang nicht gespielt hat und an Hideki Kamiyas Spielen wie Devil May Cry oder Viewtiful Joe seinen Spaß hatte, muss zugreifen. Alle Bayonetta-Veteranen, die immer schon mit der Hexe unterwegs spielen wollten, sowieso. Das abgedrehte und actiongeladene Hack-and-Slash-Kultgame sollte in keiner Videospielsammlung fehlen.

User Rating: 5 ( 1 votes)
Genre: Action
Entwickler: Platinum Games
Erscheint: 16. Februar 2018
Preis: ca. 30 Euro (ca. 55 Euro zusammen mit Bayonetta)
System: Nintendo Switch

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