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Preview: Ghost Recon: Wildlands im Hands-On

Nach einigen Jahren Pause kommt im März die Ghost Recon-Serie nicht nur zurück, sondern vollzieht dabei auch gleich einen kompletten Wandel. Näher an der aktuellen Realität sowie mit einer offenen Spielwelt. Ghost Recon: Wildlands geht damit den gleichen Weg, den in der Vergangenheit bereits andere Titel von Ubisoft beschritten haben.

In der Wildnis Boliviens
Bolivien präsentiert sich nicht nur als großer, sondern auch abwechslungsreicher Schauplatz: In manchen Arealen bahnt man sich auf engen Schotterpisten den Weg durch ein kahles Gebirge, in anderen erinnern die dichten Wälder fast schon an das Dschungel-Flair eines Far Cry, während große Seen oder Flüsse abseits der idyllischen Dörfer und Siedlungen die landschaftliche Variation abrunden. Die Spielwelt ist äußerst schön geworden und gerade an höheren Punkten wird eine beeindruckende Weitsicht geboten.
Doch Gangsterpate El Sueno regiert dieses so ansehnliche Paradies auf brutale Art und Weise. Er will seine geliebte Heimat mit Drogenschmuggel wieder aufbauen. Allerdings würde ein offene Konfrontation mit El Sueno für einen internationalen Zwischenfall sorgen. Entsprechend schleust die U.S. Regierung eine Spezialeinheit in Südamerika ein. Die Ghosts sollen El Sueno dingfest machen und seine Herrschaft beenden. Dank eines üppigen Fuhrparks bereist der Spieler bei dieser Aufgabe auch die hintersten Ecken. Ihr erkundet schlammige Gebirgspfade mit dem Jeep, braust mit dem Motorrad über Stock und Stein oder fliegt mit Helikoptern über die Berge. Eins steht aber fest, an der Fahrzeugphysik sollte Ubisoft, wie auch schon bei einigen anderen Spielen, noch ein wenig arbeiten.

Mit Planung zum Ziel
Besser gelungen sind dagegen die Werkzeuge die euch für eine gute Aufklärung zur Verfügung stehen: Neben einem High-Tech-Fernglas bietet sich vor allem die Drohne an, um sich einen Überblick über das Gelände und mögliche Feindpositionen zu verschaffen. Die Gegner werden dadurch automatisch markiert. Zusätzlich darf man manuell bis zu drei Ziele erfassen, die dann vom Team in einer koordinierten Aktion gleichzeitig eliminiert werden, dies kennt man bereits aus dem Vorgänger. Abgesehen davon steht den Ghosts erneut ein breites Arsenal an Gadgets und Waffen zur Verfügung. Darüber hinaus darf man sich auch seinen eigenen Ghost in einem umfangreichen Charakter-Editor basteln. Im Spiel selbst darf man ihn zusätzlich hinsichtlich seiner Fähigkeiten aufwerten, indem man die verdienten Skill-Punkte in ein ruhigeres Händchen beim Zielen, eine schnellere Heilung von Teamkameraden oder höhere Nehmerqualitäten investiert.
Die Waffenkammer ist ebenfalls zum Bersten gefüllt und enthält Scharfschützengewehre, Schrotflinten, Maschinenpistolen, Sturmgewehre und Faustfeuerwaffen. Klassen gibt es in dem Third-Person-Shooter nicht. Jeder stellt sich also seine eigene Ausrüstung zusammen und spielt wie es ihm gefällt. Doch das eigentliche Highlight ist der Waffenbaukasten. Schon ziemlich ähnlich wie in The Division passt ihr eure Schusswaffen an und rüstet sie mit Visieren, Griffen und anderen Aufsätzen aus. Ihr könnt eure Bewaffnung sogar in der laufenden Mission anpassen.

Vier sind eine Gruppe
Mehr Spaß macht es, wenn sich bis zu vier Mitspieler zu einem Team formieren und gemeinsam im Koop das feindselige Kartell aufmischen. Auch hier sind natürlich unterschiedliche Ansätze möglich – von Offensiv bis Stealth hat man freie Wahl und sollte dies mit seinen Kameraden abstimmen. Auch der wiederholte Blick auf die Karte lässt sich taktisch recht gut nutzen, etwa um die Richtung seines Angriffs zu bestimmen, was dank der offenen Welt fast immer möglich ist. Man hält sich gegenseitig den Rücken frei, flankiert nach Absprache oder hilft sich untereinander, wenn mal wieder jemand zu Boden gegangen ist. Beim spielen endeten unsere ursprünglichen Schleichversuche aber meist in wilden Feuergefechten oder fragwürdigen Positionsverteilungen auf der Karte.

Ebenso wurde die typische Ubisoft-Formel bei offenen Welten etwas abgewandelt: Es gibt keine Türme die man einnehmen oder nutzlosen Sammelkram den man auflesen muss. Stattdessen erfüllen die verteilten Intel-Dokumente einen gewissen Zweck und selbst Nebenmissionen werden mit eigenen Story-Abzweigungen gut in die Hauptgeschichte eingeflochten.

Hands-On-Fazit
Die Closed-Beta hat mich in Sachen Optik und Spielwelt bereits überzeugt. Die finale Version bleibt natürlich abzuwarten, aber es zeichnet sich ein qualitativ hochwertiges Spiel aus dem Hause Ubisoft ab. In den Grundzügen erinnert das Spiel an The Division und macht in der Gruppe sehr viel Spaß. Vor allem der Umfang der Waffen und Möglichkeiten haben mir sehr gut gefallen, ebenso wie der detaillierte Editor. Man darf sich auf einen starken Titel freuen, der einige Stunden in Anspruch nehmen wird.

Zweitmeinung von Benedikt
Stimme ich meinem Kollegen bezüglich Optik und Spielwelt absolut zu, muss ich in Bezug auf  die Fahrzeugphysik doch vehement widersprechen. So viel Spaß wie bei Ghost Recon: Wildlands hatte ich selten dabei, mit einem Motorrad durch die Pampa zu preschen. Während euch bei sämtlichen Genre-Kollegen ein kleiner Stein bereits aus dem Sattel schießt, sitzt in Wildlands klar ein Profi am Lenker, der zu jedem Zeitpunkt sein bestes tut, beide Reifen am Boden zu behalten und selbständig kleinen Hindernissen ausweicht oder zumindest leicht vor ihnen abbremst. Das ist vor allem dann besonders interessant, wenn man im stockdunklen mit abgeschaltetem Motor und Nachtsichtgerät, gänzlich geräuschlos einen Hügel herunterrollt und so die gegnerische Basis infiltriert. Auch der Helikopter-Flug fühlte sich physikalisch überraschend stimmig und zeitgleich intuitiver an als oft bei der Konkurrenz. Insgesamt passt das Fahrzeug-Gameplay bis auf ein paar, bis zum Launch hoffentlich noch ausgemerzte, Bugs wie die Faust aufs Auge. Sorgen mache ich mir eher bezüglich des Abwechselungsreichtums der Missionen, über das sich allerdings bis zum Release der Vollversion noch kein fixes Urteil fällen lässt.

Ghost Recon: Wildlands erscheint am 7. März für PS4, Xbox One und PC.

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