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Chrissi’s Midweek Madness: Spielpause

Der berufstätige Gamer greift gerne nach Feierabend zum Controller oder Handheld und lässt den Abend in seiner bevorzugten digitalen Welt ausklingen. Spieler mit mehr Freizeit schlüpfen schon tagsüber in ihre Heldenrollen und bekämpfen Endgegner, retten die Welt und leveln sich auf. Was sind Spielpausen? Und was passiert mit Gamern, die mal für eine Zeit lang nicht den Controller in die Hand nehmen? Können sie überleben? Und muss man mit Nebenwirkungen rechnen?

Dazu muss erst gesagt werden, dass es für mich zwei Arten von Spielpausen gibt: die kurzen und die mittelfristigen.

Kurze Verschnaufpausen legt der Gamer ein, wenn er gerade ein paar Spielstunden hinter sich hat und mal die Augen und Finger entlasten will, die Blase drückt, der Magen knurrt, das Spiel gewechselt wird, er frische Luft oder Schlaf braucht. Solche Gelegenheiten werden genutzt, um das Hirn zu lüften. Nach etwas Zeitabstand ist man dann wieder fit und verschmilzt abermals mit dem Controller und lässt sich, umgeben vom 5.1 Sourround-Sound und guter Grafik, auf die nächste Mission schicken.

Hier gibt es also nur positive Nebenwirkungen, denn man ist danach ausgeruht, schärft seinen Blick für schwierige Aufgaben und geht mit neuem Elan an die Herausforderungen heran.

pause

Anders ist es bei mittelfristigen Spielpausen, denn die kommen nur dann vor, wenn die nicht-spielende Umwelt einen dazu zwingt. Dazu gehören Eltern, die Unterbrechungen aufzwingen oder das Internet böswillig abdrehen; ältere Geschwister, die einen nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit an ihre Konsole lassen, oder jüngere, die den Controller verstecken, vollsabbern oder zerstören. Alles schon vorgekommen… Und hier ist man als Spieler eher genervt, weil man sein Missionsziel noch nicht erreicht hat. Eigentlich wollte man auf eine bestimmte Belohnung hinarbeiten und hätte dem Pixel-Gegner gezeigt, wer hier der Boss ist, aber echte Leute, aus der fiesen, realen Welt hindern einen gerade daran. Das kann man nicht auf sich sitzen lassen und so wurde ich in meiner Kindheit oft wütend, dass ich, in der Rolle von Mario dem blöden Bowser an dem Tag nicht Daisy wegnehmen konnte und mit lauten Jubelschreien zu meiner Schwester laufen konnte, um vor ihr angeben zu können, dass ich den großen Dämonenkönig (in Japan heißt er nämlich Daimaō, was genau das übersetzt bedeutet) vor ihr besiegt hatte. Mist. Erst Hausaufgaben machen, abspülen, Zimmer aufräumen – da kommt man heute aber nicht mehr in Level 4-3. Außer man spielt heimlich noch unter der Bettdecke bis spät in die Nacht auf dem GameBoy.

4-3

Der mittelfristige Abstand zu Spielen ist also sehr erzwungen und man überlegt sich als Betroffener Konsolero, wie man heimlich trotzdem und möglichst bald wieder weiterspielen kann.

Längerfristige Distanzierungen von Videospielen gibt es bei mir nicht, denn was wäre ein Leben ohne Gaming? Antwort: Langweilig! Ganz ohne Spiele kann ich mir gar nicht vorstellen zu leben, denn Videogames gehören für mich seit meinem sechsten Lebensjahr wie selbstverständlich zum Existieren und Spielen ist einfach eine super Abwechslung zum sonstigen Alltag.

Gameboy

Es bringt mich auf neue kreative Ideen, schön gestaltete Anzeigen und Menüs inspirieren mich für eigene Designs und ich kann in vielen Spielen einfach mal Frust ablassen, indem ich die Gegner verkloppe, statt vor Wut gegen die Wohnzimmerwand zu schlagen. Na gut, ich hatte in letzter Zeit keinen Grund, aber trotzdem bietet mir Call of Duty großen Spielspaß und ich freue mich in Need for Speed auf jedes neue Autoteil, dass ich mir virtuell kaufen kann.

tune

Und wenn ich dann pro Session ein, zwei neue Trophäen verdient habe, freue ich mich darüber, sie in meine Sammlung aufzunehmen und meinen digitalen Trophäenschrank weiter mit Bronze, Silber, Gold und ab und zu auch mit Platin, zu schmücken.

Gamer kennen es, wenn man bei einem Endgegner oder einer Herausforderung auch nach zig Versuchen scheitert. Man kann es noch so oft versuchen, die Situation stagniert einfach und man drückt irgendwann nur noch unkontrolliert mit Wut auf die Knöpfchen des Controllers. Doch nach einer Pause ist diese ultra-schwer geglaubte Aufgabe plötzlich super leicht und es klappt auf Anhieb! Das hat man dann der erfrischenden Pause zu verdanken, in der sich die Nerven beruhigen konnten. Die Unterbrechung lohnt sich in solchen Situationen ganz besonders.

controller

Wenn man wegen der Schule oder beruflich zu viel um die Ohren hat, kann es vorkommen, dass man eine ganze Weile nicht an die Konsole kommt. Ich habe heute vor neun Tagen das letzte Mal gespielt. Eine Ewigkeit und ich spüre auf alle Fälle Entzugserscheinungen, da ich das nächste Kapitel von Assassin’s Creed Syndicate endlich schaffen will. Der Vorweihnachts-Stress nimmt mich gerade ein, ich denke täglich an aktuelle Games, die ich gerne weiterspielen würde oder neue, die ich mir besorgen will, aber komme einfach nicht dazu den Fernseher anzuschalten und die Konsole zu starten, weil noch so viel auf der To-Do-Liste steht.

Gamer kennen das Entzugssyndrom: Nachts träumt man von Spielwelten die man bereits besucht hat und sieht dabei oftmals auch das HUD vor dem geschlossenen Auge. Wenn man genug Credits gesammelt hat oder einen Boss besiegt, wacht man von einem belohnenden Trophäen-”BLING”-Geräusch auf. Doch das ist dann meist nur der Wecker und leider keine hartverdiente Trophäe, die man seinen Freunden in der Vergleichsliste unter die Nase reiben kann. Es heißt also erst die anstehenden Sachen erledigen und sich dann geschickt ein paar Stunden Zeit einzurichten, um die erträumte Belohnung heute Abend im Game zu erspielen. Mit gutem Zeitmanagement ist das gar kein Problem. Zum Glück laufen die Spiele nicht davon.

play

Von Spielpausen kann man also in jeder Weise positiv profitieren: Ruhepausen beflügeln die Fantasie, man entspannt sich, bekommt eine neue Sichtweise auf die Herausforderungen, lernt mit Problemstellungen umzugehen und macht Spielen immer wieder aufs Neue zu etwas Besonderem, dass großen Spaß machen kann. Man darf also auch im Eltern-Haushalt getrost mal freiwillig das Gamepad beiseite legen und eine Bildschirmpause machen.

Wie erlebst du Phasen, in denen du weniger zum Spielen kommst? Wann hast du das letzte mal gespielt?

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Chrissi

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