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Review: Pocky & Rocky Reshrined

Publisher ININ bringt nun viele seiner Titel nun auch auf die Xbox! In der ersten Welle mit dabei sind ikonische Titel wie Panorama Cotton, Cotton 100%, Clockwork Aquario, ULTRACORE die Irem Collection 1 und auch Pocky & Rocky: Reshrined das wir für euch getestet haben.

Auf ins feudale Japan mit Pocky & Rocky Reshrined

Was wäre, wenn der kultige Super Nintendo Adventure-Shooter Pocky & Rocky von 1992 für Sonys leistungsfähigere PS1-Konsole neu aufgelegt worden wäre? So fühlt sich Pocky & Rocky Reshrined auf den ersten Blick an: niedlich, farbenfroh und unverkennbar retro, ja – aber es zapft neue, bisher nicht verfügbare Leistungsreserven an, um seinen wunderbar animierten Sprites Metal Slug-ähnliche Stämmigkeit zu verleihen. Trotz des ersten Anscheins machen diese Eröffnungsmomente – vertraute Steintreppen und Shinto-Schreine – Platz für das, was tatsächlich eine Neuinterpretation des 30 Jahre alten Vorgängers ist; ein völlig neues Spiel, das quasi nur zufällig genauso beginnt.

Es ist ein mutiger Schachzug, einen so bekannten Klassiker in eine weitgehend neue Richtung zu lenken, aber es hält dich letztlich auf Trab. Bekannte Bereiche kehren zurück, wie z. B. das berüchtigte Luftschifflevel, aber sie wurden neu abgemischt und umstrukturiert; andere Abschnitte sind völlig neu hinzugefügt. Der eigentliche Spielablauf und damit auch das Gameplay bleibt jedoch weitgehend unverändert – vielleicht ein wenig langsamer, aber ihr werdet euch schnell dabei ertappen, wie ihr Blätter und Feuerbälle verstreut, euch durch eine Kakophonie des Chaos schlängelt und einfach nur versucht, eure schnell schwindenden Herzen vor dem Erreichen von Null zu bewahren. Dieses Spiel ist, wie das Original, schwer, und obwohl es nun großzügige Checkpoints gibt, müsst ihr damit rechnen, dass ihr regelmäßig vor euren Schöpfer tretet.

Ein Großteil dieser Schwierigkeit liegt in der Steuerung begründet, die immer noch in den frühen 90ern stecken geblieben ist. Puristen werden diese Anspielung auf die alten Zeiten sicher zu schätzen wissen, aber mit einem zweiten Analogstick, der auf aktuellen Systemen ungenutzt bleibt, ist es schwer, sich nicht dadurch eingeschränkt zu fühlen, dass sowohl das Zielen als auch die Bewegung an das bewährte D-Pad gebunden sind. Das Spiel hat ein bewusstes Tempo und ist auch bewusst so gestaltet – es gibt verschiedene Hindernisse, wie sich schlängelnde Feuer und im Zickzack laufende Geister, die genau deshalb eingebaut wurden, um euch zu verlangsamen – aber wenn ihr zum x-ten Mal an der gleiche Stelle etwas abbekommt, werdet ihr einige der Entscheidungen von Entwickler Tengo Project verfluchen.

Das soll natürlich nicht heißen, dass alles im Original verwurzelt ist, so fügen etwa die neuen spielbaren Charaktere völlig einzigartige Gameplay-Elemente hinzu – wie die Fähigkeit, reflektierende Kugeln zu beschwören, die Feinde automatisch anvisieren und einen temporären Schild auslösen. Für kurze Momente habt ihr das Gefühl, die Welt zu beherrschen, doch dann führt der Titel völlig neue Bedrohungen ein, die euch in die Schranken weisen sollen. Dieses Auf und Ab ist jedoch Teil des ausgeprägten Retro-Appeals des Spiels, und die bereits erwähnten Kontrollpunkte bedeuten, dass die meisten Spieler die Kampagne dieses Mal bis zum Ende durchspielen können – zumindest wenn man einige Zeit mitbringt. Wenn alles andere fehlschlägt, wird ein freischaltbarer Sehr-Leicht-Modus mit unendlich vielen Leben eure Augen trocknen.

Natürlich liegt die Langlebigkeit auch bei dieser Einbeziehung darin, die Szenen zu meistern und zu versuchen, sie unberührt zu erobern. Es gibt Online-Ranglisten, in denen ihr euch mit dem Rest der Welt messen könnt, und einen separaten freien Modus, der es erlaubt, alle Charaktere zu meistern – und natürlich den legendären lokalen Multiplayer zu genießen.

Fazit

Wertung - 8

8

Die Fähigkeit von Pocky & Rocky Reshrined, nahtlos von einem scheinbar einfachen Remaster in eine vollständige Neuinterpretation überzugehen, ist mutig - und sie ist auch noch wunderschön. Es sieht so aus und klingt so, wie man sich an die Super Nintendo-Version erinnert, strotzt aber nur so vor lebendigen Schnörkeln, die es über reine Nostalgie hinausheben. Für Puristen ist es zweifelsohne perfekt - Neulinge werden sich jedoch über die archaische Steuerung ärgern, die Ihre Möglichkeiten absichtlich einschränkt und zu unnötigen "Schmerzen und Frust" führt.

Genre: Shoot ’em up Adventure
Entwickler: Tengo Project
System: Nintendo Switch, PlayStation 4, PC, Xbox Series X
Erscheint: erhältlich
Preis: ca. 35

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