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Review: Sushi Striker: The Way of Sushido

Ein spielbarer Sushi-Anime

Sushi Striker: The Way of Sushido ist ein farbenfrohes, durchgeknalltes Puzzle-Spiel, das mit seiner spaßigen Anime-Präsentation sofort ins Auge fällt. Schaut man jedoch näher hin, fallen einige Defizite auf. Vor allem ein Aspekt sorgt für Stirnrunzeln.

Vom 3DS auf die Switch

Sushi Striker: The Way of Sushido wurde ursprünglich als 3DS-Spiel angekündigt. Entwickelt wurde es von Nintendo in Kooperation mit indieszero, die schon an Spielen wie NES Remix und Theatrhythm gearbeitet haben. Die Ankündigung war schon etwas eigenartig, da das Spiel noch lange nicht fertig schien. Ebenso eigenartig war dann die Ankündigung einer Switch-Version. Nintendo scheint die Grenzen zwischen Switch und 3DS eigentlich intakt halten zu wollen. Oft wünschen sich Fans 3DS-Spiele wie Metroid: Samus Returns für Switch, doch Nintendo scheint diese Idee nicht so ganz zu gefallen. Sushi Strikers zeigt auch warum.

Der Sushi-Krieg

In Sushi Striker geht es um einen Krieg zwischen zwei verfeindete Gruppen. Der Grund für diesen Krieg: Sushi. Nachdem alle Fischbestände der Welt ausgestorben sind, könne nur noch Sushi-Geister diese Speise mit Magie erstellen. Damit dies geschieht, müssen sie zuerst ein enges Band mit Menschen eingehen, die sogenannten Sushi Striker. Eine der beiden Gruppe möchte das ganze Sushi für sich behalten. Die andere Gruppe möchte Sushi mit der ganzen Welt teilen. So entbrennt ein Krieg. Hierbei kämpfen die Kontrahenten mit Sushi-Tellern. An Fließbändern laufen Sushi-Teller entlang. Nun muss man binnen sieben Sekunden gleichfarbige Teller aufstellen und diese Türme auf den Gegner schmeißen. Je höher die Tellertürme, desto größer der zugefügte Schaden.

Handlung, Charaktere und Dialog sind natürlich komplett durchgeknallt. Die Handlung nimmt Sushi jedoch todernst, was typisch Anime zu überschwänglich dramatischen Momenten führt. Wer diesen Anime-Stil mag, wird sich besonders über die sehr gut produzierten Zwischensequenzen freuen, die immer wieder zu wichtigen Momenten der Handlung eingestreut werden. Es gibt keine deutsche Synchronisation, aber die englischen Stimmen machen ihre Arbeit gut. Je nach Auswahl des Geschlechts verändern sich auch die Zwischensequenzen entsprechend. Man merkt, dass viel Arbeit in diesen Aspekt des Spiels geflossen ist.

Touch oder Knöpfe?

Zurück zu den 3DS-Ursprüngen. Auf Nintendos älterer Konsole wird das Spiel logischerweise mit dem Stylus gesteuert. Auf der Switch fällt dieser natürlich weg. Touch gibt es noch immer, aber mit dem Finger. Das funktioniert ebenfalls gut, verdeckt aber auch ein Teil des Screens, was die wichtige Übersicht schwerer macht. Auch fällt die Touch-Option komplett weg, wenn man auf dem TV im Docked Mode spielen möchte.
Als Alternative gibt es die Steuerung mit den Knöpfen. Hier aktiviert man quasi einen siebensekundenlangen Countdown und sucht mit dem linken Stick nach gleichfarbigen Tellern. Diese Option ist viel bequemer als Touch, da man sie auch im Handheld sowie Docked Mode benutzen kann, dafür aber auch viel unpräziser. Man muss schon ganz genau hinsehen, um die richtige Tellerfarbe zu erwischen. Es gibt sogar eine Option im Spiel, mit der das Spiel automatisch die aktuell optimale Tellerfarbe auswählt, wenn man die Knöpfe verwendet.

Touch oder Knöpfe, das ist Geschmackssache. Leider ist keine der beiden Optionen optimal. Touch ist präziser aber unbequemer. Knöpfe sind bequemer aber unpräziser.

Sushi-Pokémon

Der eigentliche Spielablauf ist im Kern erstaunlich simpel. Über 140 Level lang sammelt man Tellerberge und schmeißt sie auf die Gegner. Ein Kampf dauert kaum länger als zwei Minuten. Auf dieses simple Prinzip baut das Spiel immer mehr zusätzliche Mechaniken herum, um es interessanter zu machen. Mit Rädern lässt sich die Geschwindigkeit der Fließbänder anpassen. Je schneller, desto größer die Chance für stärkere Angriffe, allerdings sind präzise Combos mit derselben Tellerfarbe schwerer. Die Sushi-Geister sammeln Energie und haben alle eine eigene Fähigkeit. So kann ein Geist ein Schild aufbauen, den Gegner mit Wasabi lähmen oder gleich direkt angreifen. Das “Pikachu” von Sushi Striker färbt für wenige Sekunden lang alle Teller gleich, was in brenzligen Situationen zwischen Sieg und Niederlage entscheiden kann. Genau wie Pokémon leveln auch die Geister auf und entwickeln sich in neuen Formen mit stärkeren Attacken. Einige Level verändern ein wenig die Regeln, dann gibt es Bomben auf dem Spielfeld, die man entschärfen muss, um kein Leben zu verlieren. Am Ende der Partie gibt es ein Ranking und Sterne, wenn man gewisse Voraussetzungen erfüllt. Bei genug gesammelten Sternen schalten sich zusätzliche Level frei, die die Schwierigkeit spürbar anheben.

Lahmes Sushi

Doch so viele Nebenmechaniken auch im Spiel stecken (es werden sogar einzelne Sushi-Sorten aufgelevelt), der Kern ist zu simpel, um ein ganzes Spiel zu tragen. Es mag zwar aussehen, als gäbe es viel Raum für Strategie. Tatsächlich gibt das Spielprinzip aber nicht genug her, damit das wirklich zum Tragen kommt. Das verwundert auch nicht, wenn man binnen zehn Minuten fünf Level abschließen kann. Gerade anfangs ist das Spiel zu leicht und schafft es auch nur in ganz seltenen Fällen, dass man seine Strategie ändern muss. Strategie ist für den Großteil des Spiels ohnehin nicht wirklich notwendig, solange man den Überblick nicht verliert und fleißig Tellerberge stapelt.

Wenn man Sushi Striker aber als nettes Spiel zwischendurch behandelt, bei dem man nach einigen Leveln auch mal eine Pause einlegt, dann kann es seine Stärken gut ausspielen. Dann wird das Stapeln der Teller auch nicht zu schnell alt und die fehlende Tiefe fällt weniger auf.

Der Preis…

Ja, der Preis. Der verdient seinen eigenen Absatz. 50€ kostet die Switch-Version, 40€ die 3DS-Version. Das ist schlicht zu viel. Sushi Striker ist sympathisch und herrlich durchgeknallt, aber das Spielprinzip passt nicht zu einem Beinahevollpreistitel. Und auch die Präsentation wirkt oft wie ein Mobile Game. Zum Beispiel sind die Hintergründe deutlich der schwachen Hardware des 3DS geschuldet, die auf einer HD-Konsole komplett unpassend wirken. Neben den wirklich guten Zwischensequenzen gibt es oft Dialoge ohne Sprachausgabe. Das Design der Menüs und der Geister wirkt einem Nintendo-Spiel oft nicht gerecht. Sushi Strikers erinnert an ein Mobile Game, bei dem nervige Elemente wie Energie und Paywalls gestrichen wurden. Das ist begrüßenswert und gut, aber das reicht nicht für einen Preis von 50€. Es gibt auch Offline- und Online-Multiplayer. Leider war der Online-Modus in der Testphase nicht spielbar, da vor dem Release die Lobbies einfach leer waren.

Fazit

Wertung - 6

6

Sushi Strikers: The Way of Sushido macht es einem nicht leicht. Es ist spaßig für kurze Runden zwischendurch und perfekt für die Switch als Handheld geeignet. Story und Setting sind zudem herrlich absurd, was das Spiel sympatisch macht. Eigentlich eine solide Empfehlung… für einen eShop-Downloadtitel zu einem niedrigeren Preis. Für 50€ darf man sich doch mehr erwarten als offensichtliche 3DS-Hintergründe, sich ewig wiederholende Level und das schlicht zu seichte Gameplay. Im eShop gibt es eine Demo zum Ausprobieren, die eigentlich schon die komplette Breite des Spiels zeigt. Wer einfach nur mehr davon und eh nur zehn Minuten am Stück spielen möchte, bekommt ein solides Spiel. So witzig dieser Sushi-Krieg aber auch sein mag, für 50€ erwartet man sich einfach mehr, als Sushi aus dem Supermarkt.

User Rating: Be the first one !
Genre: Puzzle
Entwickler: Nintendo/indieszero
System: Nintendo Switch, 3DS
Erscheint: Erhältlich
Preis: ca. 50 Euro

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