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Review: Splatoon 2 Octo Expansion

Premiere mit Punktlandung

Seit dem Release von Splatoon 2 für Nintendo Switch ist knapp ein Jahr vergangen. In diesen zwölf Monaten gab es neue Maps, neue Ausrüstungsgegenstände und neue Splatfests. Also generell das, was wir uns seit dem Release erwartet haben. Mit der Octo Expansion hat Nintendo allerdings etwas komplett Neues für die Serie veröffentlicht: Eine Erweiterung für den Singleplayer. Die Erwartungen sind also hoch. Was kann Nintendo noch alles aus dem Gameplay des spaßigen Farbshooters herauskitzeln? Die Antwort: Sehr viel.

Zeit für Octolinge

Eines vorweg: Wer sich aus dieser Singleplayer-Erweiterung eine richtige Story erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen fügen die Entwickler der überraschend makaberen Welt von Splatoon weitere Facetten hinzu. Ihr spielt einen Octoling. Eigentlich sind dies die Gegner der Tintenfische. Als Octoling müsst ihr euch durch die Tiefen des Untergrundbahnsystems kämpfen. Am Ende dieser Herausforderung winkt der ultimative Preis: Die Erlaubnis, die Oberfläche zu betreten.

Die restliche “Handlung” wird mittels freischaltbaren und wirklich lesenswerten Chatlogs vermittelt. Man merkt den Entwicklern an, wie sehr sie die skurrile und knallbunte Welt Splatoons lieben. Wer daran aber überhaupt gar kein Interesse hat und eigentlich nur einen spaßigen Farbshooter spielen möchte, kann dies auch bedenkenlos ignorieren. Als Belohnung für das Durchspielen kann man den Octoling auch außerhalb der Octo Expansion im Multiplayer spielen. Zudem gibt es auch noch spezielle freischaltbare Octoling-Ausrüstungsgegenstände.

Spaßiger Frust

Der eigentliche Inhalt der Erweiterung besteht aus insgesamt 80 recht kurzen, aber abwechslungsreichen Herausforderungen. Hier stellen die Entwickler das Gameplay auf den Kopf und es gibt fast immer etwas Neues zu sehen. Mal muss eine gigantische Billardkugel durch das Level geschossen werden, mal muss ein Haufen Gegner ausgeschaltet werden, mal gibt es für ein Level nur eine begrenzte Menge an Tinte. Viele der Level können zudem mit verschiedenen Waffen beendet werden, was den Schwierigkeitsgrad auch verändert.

Ein Wort der Warnung: Einige dieser 80 Herausforderungen sind nicht einfach. Zielen, Schießen, Plattforming müssen teilweise 100 % stimmen, um einen Level zu schaffen. Die Octo Expansion hat es in puncto Schwierigkeitsgrad teilweise wirklich in sich. Es kann schnell zu Frust kommen, wenn man an einer Herausforderung kleben bleibt. Hier kommt das Punktesystem ins Spiel. Die Herausforderungen sind nämlich Stationen mehrerer U-Bahn-Linien. Um sich an einer Herausforderung zu probieren, muss man zuerst Punkte bezahlen. Sollte man eine Station partout nicht schaffen können, kann man entweder auf eine andere U-Bahn-Linie ausweichen oder das Spiel lässt einen einfach so passieren.

Damit kann jeder das tolle Finale der Erweiterung definitiv sehen, zur kleinen Bestrafung aber nicht alles freischalten. Selbst Splatoon-Experten dürften sich hier teilweise die Zähne ausbeißen. Und das im positiven Sinne. Auch wenn man den Controller ab und zu mal gegen die Wand pfeffern möchte, die Octo Expansion balanciert meisterhaft auf der Linie zwischen schwer und frustrierend. An manchen Stellen clashen Leveldesign und die eigenartige Steuerung Splatoons, bei der Kamera zum Beispiel, etwas aneinander.

Splatoon 2 Octo Expansion ist für Nintendo Switch erschienen.

Preis: ca. 20 Euro

Wertung - 8.5

8.5

Genau so sollte eine Singleplayer-Erweiterung aussehen. Die Gameplaymechaniken des Hauptspiels werden hier kreativ auseinandergenommen und auf eine neue Art und Weise wieder zusammengesetzt. Die Level der Octo Expansion könnten glatt aus Splatoon 3 stammen. Auch visuell macht die Erweiterung mit ihren starken Farben, ihren vielen Hommagen an Nintendos Vergangenheit und den natürlich herrlich skurrilen neuen Charakteren viel Spaß. Wer Splatoon mag und sich nicht vor einer spielerischen (und teilweise frustrierenden) Herausforderung scheut, bekommt hier 6-10 Stunden Spielspaß serviert. Octo Expansion ist schwer, herausfordernd und brillant. Ein Pflichtkauf für Splatoon-Fans.

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