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Review: Mario Kart 8 Deluxe

Vor drei Jahren brauste Nintendos Funracer-Serie mit Mario Kart 8 auf die Wii U und begeisterte mit erprobten Gameplay-Zutaten, einigen spaßigen Neuerungen, viel Inhalt und fantastischer Grafik. Die Wii U wurde mittlerweile in Rente geschickt und durch die Nintendo Switch ersetzt, auf der das Spiel als Mario Kart 8 Deluxe ein zweites Leben erhält. Diese definitive Version ist das umfangreichste Mario Kart aller Zeiten mit 48 Strecken, 42 Fahrern und dem neuen Schlachtmodus, der im Original so schmerzlich vermisst wurde.

Motivationskiller?
Der Streckenpool wird nicht vergrößert und beschränkt sich auf die 32 Kurse aus Mario Kart 8 plus 16 aus den zwei DLC-Paketen, dafür erweitert sich das Fahrerfeld um einige Neuzugänge. Jetzt darf auch mit Bowser Jr., König Buu Huu, Knochentrocken und den Inklingen aus Splatoon über die Piste gerast werden. Diese Menge an Inhalten ist auch bereits vom Start weg verfügbar: Sämtliche Cups können mit beliebigen Fahrern bestritten werden, lediglich Kart-Teile und Gold-Mario müssen freigespielt werden. Für alle, die bereits mit der Wii U-Version vertraut sind, ist das ein nettes Entgegenkommen, für Neulinge geht dadurch ein wenig die Motivation für den Singleplayer verloren, der auch nicht mit einem neuen Story- oder Karrieremodus versehen wurde.

Eingängig wie eh und je
Gespielt wird mit den Joy-Con im Grip, separat oder der Switch im Handheld-Modus sowie mit dem Pro Controller. Die beste Wahl ist der Pro Controller, dicht gefolgt von den Joy-Con im Grip sowie dem Handheld-Modus. Einzeln eignen sich die kleinen Joy-Con zwar für spontane Rennen, können nach längerem Spielen Unbehagen verursachen. Die Steuerung ist ansonsten gewohnt einfach und sehr eingängig, sodass auch komplette Mario Kart-Neulinge nach nur wenigen Metern auf der Strecke voll dabei sind. Für jüngere oder ungeübte Spieler wurden zusätzlich optionale Unterstützungen eingebaut, die beim Steuern und Beschleunigen helfen.

Profis nutzen hingegen jede Möglichkeit, um an zusätzliche Geschwindigkeit im Spiel zu kommen. Da gibt es zum einen natürlich die Münzen, die beim Einsammeln ein wenig mehr aus euren Motoren holen und zum anderen das dank violetter Funken nun dreistufige Turbosystem, das ihr wie gehabt durch geschicktes Driften auf der Strecke aufladen könnt. Bei den Items könnt ihr euch auf viele „lieb gewonnene“ Gegenstände wie grüne, rote und blaue Schildkrötenpanzer, Bananenschalen, Tintenfische, Bomben und vieles mehr freuen. Neu sind der Geist, der Gegnern ihre Gegenstände klaut, und die nur im Schlachtmodus nutzbare Feder, mit der man an einfach über Hindernisse und Gegner springen kann. Für die vielen Gegenstände kehrt der zweite Itemslot zurück, in dem eine zusätzliche gemeine Waffe aufbewahrt werden darf. Allerdings können die Items nicht getauscht werden und müssen in der festgelegten Reihenfolge zum Einsatz kommen. Durch diese Änderung bekommt ihr auf dem ersten Platz deutlich öfter einen blauen Panzer an den Hals gehetzt.

Der Schlachtmodus ist zurück
Die größte Neuerung und wohl auch das prominenteste Kaufargument ist der neue Schlachtmodus. Im Originalspiel noch auf recycelten normalen Rennstrecken ausgetragen, fliegen nun wieder in eigens dafür konzipierten Arenen die Fetzen – acht an der Zahl. Dabei sind sowohl Klassiker wie Kampfkurs 1 vom SNES als auch neue Umgebungen, zum Beispiel eine Splatoon-Arena oder eine Mondbasis, auf der die Schwerkraft verringert ist. Hier machen auch die fünf verschiedenen Modi wesentlich mehr Spaß als auf stinknormalen Pisten. Ballonschlacht, Bob-omb-Wurf (leider ohne Last Man Standing-Option), Münzenjäger und Insignien-Diebstahl sind bereits bekannt. Komplett neu ist hingegen Räuber und Gendarm, bei der ein Team das andere mit Piranhapflanzen jagt und in einen Käfig verfrachtet. Allerdings können „Gauner“ auf freiem Fuß ihre Kameraden befreien, indem sie über einen entsprechenden Knopf unter dem Käfig fahren und sich damit in Gefahr begeben.

Nintendo und Online-Gaming. Eine schwierige Beziehung.
All das wäre aber nur halb so lustig, wenn man es nicht zusammen mit Freunden offline und online spielen könnte. Bis zu vier Spieler dürfen sich vor einer Konsole versammeln, sofort im Splitscreen loslegen und sich gegenseitig mit Bananenschalen, Schildkrötenpanzern oder gar der Superhupe aus der Bahn werfen. Auf dem kleinen Bildschirm der Nintendo Switch kann man zwar zu zweit im Splitscreen noch genug erkennen, bei vier Spielern sinkt nicht nur die Framerate von 60 auf 30 Frames in der Sekunde, auch die Übersicht leidet enorm. Spielt ihr online, so finden sich schnell bis zu elf weitere Spieler, die gegen euch antreten und den Spielspaß schnell in schwindelerregende Höhen schnellen lassen. Dank der typischen „Fahrer auf den hinteren Rängen bekommen die stärksten Items“-Ausgewogenheit liegt auch diesmal Freud und Leid eng beisammen und führt dazu, dass sich der führende Fahrer auch schnell auf einem der hinteren Ränge wiederfinden kann. Leider ist die Onlineerfahrung recht simpel und bietet weniger Optionen, als man sich vom ersten großen Online-Titel für Nintendo Switch erhoffen würde. Immerhin kann man nun Karts und Fahrer wechseln, ohne die Lobby verlassen zu müssen. Zudem wird kein Download-Play angeboten, womit alle acht Spieler, die ihre Konsolen drahtlos koppeln können, eine Version des Spiels besitzen müssen.

Augenweide
Mario Kart 8 sah bereits auf der Wii U einfach wunderschön aus, doch die Switch-Version liefert ein bisschen mehr. Deluxe läuft mit butterweichen 60 Frames in der Sekunde im Solomodus oder Zweispieler-Splitscreen sowohl im Dock- als auch im Handheld-Modus. Auf der Wii U sorgte ein nie behobener Bug für 59fps. Wenn drei oder gar vier Spieler an einer Konsole zocken, wird das Spiel immerhin noch mit konstanten 30 Frames in der Sekunde gerendert. Auf dem Fernseher sorgt eine Auflösung von 1080p für ein gestochen scharfes Bild, das Display der Switch stellt das Spiel in 720p ohne grafische Abstriche dar. Auch bei der Sounduntermalung geht Nintendo mit einer Vielzahl von Remixes bekannter Themes, einiger neuer Melodien und den typischen cartoonigen Soundeffekten auf Nummer sicher und serviert auch unseren Ohren eine große Portion “Wohlfühlfaktor”.

Vor drei Jahren brauste Nintendos Funracer-Serie mit Mario Kart 8 auf die Wii U und begeisterte mit erprobten Gameplay-Zutaten, einigen spaßigen Neuerungen, viel Inhalt und fantastischer Grafik. Die Wii U wurde mittlerweile in Rente geschickt und durch die Nintendo Switch ersetzt, auf der das Spiel als Mario Kart 8 Deluxe ein zweites Leben erhält. Diese definitive Version ist das umfangreichste Mario Kart aller Zeiten mit 48 Strecken, 42 Fahrern und dem neuen Schlachtmodus, der im Original so schmerzlich vermisst wurde. Motivationskiller? Der Streckenpool wird nicht vergrößert und beschränkt sich auf die 32 Kurse aus Mario Kart 8 plus 16 aus…

Review Overview

Wertung - 9.5

9.5

Ein großartiges Spiel wird noch besser

Summary : Mario Kart 8 Deluxe verbessert ein ohnehin schon fantastisches Spiel mit zusätzlichen Inhalten und eliminiert mit dem spaßigen neuen Schlachtmodus den größten Kritikpunkt am Original. Mit kleinen Neuerungen wie der dritten Boost-Stufe beim Driften und der hilfreichen Schlau-Steuerung hält Nintendo darüber hinaus attraktive Kaufgründe für Profis und Anfänger bereit. Am Ende muss man für sich selbst entscheiden, ob die kleinen Neuerungen sowie der tolle Schlachtmodus einen Kauf rechtfertigen, wenn man bereits die Wii U-Fassung besitzt. Ist das nicht der Fall, führt an diesem Funracer-Primus kein Weg vorbei.

User Rating: Be the first one !
Genre: Funracer
System: Nintendo Switch
Entwickler: Nintendo
Erscheint: 28. April
Preis: ca. 60 Euro

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