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Fire Emblem Warriors Review Test

Review: Fire Emblem Warriors

Mit Fire Emblem Warriors bringt Nintendo bereits das zweite Spiel im Stil von Koei Tecmos Warriors-Reihe auf den Markt. Als spirituellen Nachfolger von Hyrule Warriors (Wii U) und Hyrule Warriors: Legends (3DS) vereint der aktuelle Titel Nintendos Helden aus der Strategie-RPG-Reihe Fire Emblem mit dem Konzept der in Japan äußerst beliebten Musō-Reihe. Neben einer Version für den New Nintendo 3DS veröffentlicht Nintendo Fire Emblem Warriors auch für Nintendos neuen Konsolen-Hybriden.

Dieses Review basiert auf der Nintendo Switch-Fassung. Ein separater Artikel zur 3DS-Version folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Big in Japan

Trotz der unglaublichen Popularität in Japan hat Koei Tecmos Warriors-Reihe nie die westlichen Videospielerherzen im gleichen Maße begeistern können. Das Gameplay-Konzept, welches nach wie vor von vielen westlichen Spielern als hirnloses Hack and Slash abgetan wird, entfaltet bei näherer Betrachtung eine taktische Nuance und Tiefe, die einem so schnell nicht mehr loslässt. Schon bei Koei Tecmos erstem Titel dieser ungewöhnlichen Kollaboration mit Nintendo waren wir überrascht, wie gut sich das Warriors-Spielkonzept mit der Welt von Link und Prinzessin Zelda verbinden ließ. Mit Intelligent Systems‘ Fire Emblem-Reihe verhält sich das nicht anders. Mehr noch, das Universum der Strategie-Rollenspielreihe passt allein schon thematisch wie angegossen für dieses Crossover.

Fire Emblem Warriors Review Test

Das Tor in eine andere Welt

Wer mit der Fire Emblem-Reihe vertraut ist, wird überrascht sein von der Bandbreite an Charakteren und Schauplätzen, die Koei Tecmo in das fertige Spiel integriert hat. Neben zahlreichen bekannten Gesichtern wie Chrom, Marth, Corrin, Xander oder Caeda werden Fans auch einige neue Charaktere zu sehen bekommen. Unter den Newcomern befinden sich die beiden blonden Protagonisten Prinz Rowan und Prinzessin Lianna von Aytolis, von denen ihr zu Beginn des Spiels eine Figur auswählen müsst. Das Königreich ist auch gleichzeitig Austragung Ort der Handlung, die es zugegeben, nicht mit der RPG-Vorlagen aufnehmen kann. Um das Zusammentreffen der stetig ansteigenden Heldenriege aus den diversen Fire Emblem-Spielen einigermaßen erklären zu können, bedienten sich die Entwickler einer allseits beliebten Crossover-Thematik, dem Dimensionstor.

Doch das tut dem Spaß keinen Abbruch. Denn einerseits liegt der Hauptfokus des Spiels nicht auf einer besonders gelungenen Story und andererseits ist die Handlung gespickt mit zahlreichen Anspielungen an die RPG-Reihe und einer Prise Humor. Das Dimensionstor ist aber nicht nur ein Segen und natürlich fallen erstmal einige Schurken und zahlreiche Monster in das schöne Königreich von Aytolis ein. Nachdem Prinz Rowan und Prinzessin Lianna mit dem mysteriösen Feuerschild aus dem elterlichen Schloss flüchten können, setzen sie alles daran, das drohende Unheil rund um die Auferstehung des Chaos-Drachen abzuwenden. Wem die Handlung zu konfus erscheint, der kann sich über den zusätzlichen History-Modus freuen, welchen ihr bereits nach den ersten paar Schlachten freischaltet und euch einige klassische Feldzüge aus vergangenen Fire Emblem-Tagen nachspielen lässt.

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Haudrauf mit Strategie

Ganz wie Koei Tecmos bisherige Titel der Musō-Reihe, bietet auch Fire Emblem Warriors einen gelungenen Mix aus epischen Schlachten, großen Helden und legendären Waffen. Dieses Mal wuselt ihr mit einem von vier vordefinierten Charakteren über das Schlachtfeld und vermöbelt mit aberwitzigen und leicht von Hand gehenden Kombos eine Vielzahl an Gegnern. Wie gewohnt sind die Kämpfe für sich allein keine allzu große Herausforderung. Die richtige Strategie im richtigen Moment einzusetzen ist da schon etwas kniffliger. Besonders wenn ihr versucht, sämtliche Aufgaben und Nebenmissionen zu erfüllen, um zum Schluss das Maximum an Belohnung abzustauben. Um als Sieger aus einer Schlacht hervorzugehen, müsst ihr feindliche Basen einnehmen und halten, verbündete oder NPCs retten, spezielle Einheiten ausschalten und schließlich den feindlichen Heerführer zu Fall bringen.

Da ihr nicht an allen Orten zur selben Zeit sein könnt, müsst ihr eure verbündeten Helden mit Aufgaben betrauen, die diese in der Regel auch pflichtbewusst erfüllen. Dazu könnt ihr zu jeder Zeit das Spielgeschehen anhalten und auf einer taktischen Karte eure Mitstreiter kommandieren. Das funktioniert nun weitaus besser und vor allem schneller als noch in Hyrule Warriors. Mit wenigen Kommandos erteilt ihr rasch Aufträge und die verbesserte KI führt diese in den meisten Fällen auch zu eurer Zufriedenheit aus. Passiert dennoch etwas Unvorhersehbares oder wollt ihr aktiv in den Auftrag eines eurer Verbündeten eingreifen reicht ein simpler Tastendruck und ihr übernehmt dessen Kontrolle – Die Steuerung des zuvor gespielten Charakters übernimmt dann die KI.

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Schere-Stein-Papier

Jeder eurer Helden präferiert eine bestimmte Waffengattung, welche wiederum Vor- und Nachteile gegenüber anderen Waffen hat. Ähnlich wie in der Fire Emblem-Vorlage basiert das System auf dem Schere-Stein-Papier-Prinzip: Schwert schlägt Axt, Axt schlägt Lanze und Lanze schlägt Schwert. Ausnahmen gibt es allerdings für Angriffe mit Magie oder Pfeil und Bogen, wobei sich letzteres besonders gut gegen fliegende Feinde eignet. Dieses Mal könnt ihr sogar die Angriffe zweier Helden fusionieren und mittels Tastenkombination besonders zerstörerische Kombos auszuführen. Im Lauf des Spiels findet ihr eine Vielzahl an unterschiedlichen Waffen, von denen einige über spezielle Attribute und Effekte verfügen. Generell kann man sagen, dass die Entwickler das Rad mit Fire Emblem Warriors nicht neu erfunden, im Detail allerdings durchgehend verbessert haben. Besonders die neuen taktischen Komponenten und das stark erweiterte Waffensystem verleihen eine neue spielerische Tiefe.

Fire Emblem Warriors Review Test

Schneller oder hübscher?

Technisch gesehen gibt es nicht viel zu bekritteln. Das Spielgeschehen läuft stets flüssig und angesichts des Schlachtgetümmels gehen die etwas polygonarmen Objekte und die vorherrschend simple Texturierung für ein Warriors-Game durchaus in Ordnung. Der gezeichnete Cellshading-Look der Charaktere ist hübsch anzusehen und fügt sich sehr gut ins grafische Konzept ein. Japanophile Gamer wird es freuen, dass sich Koei Tecmo nun doch dazu entschieden hat dem Spiel auch in unseren Breiten eine japanische Tonspur zu spendieren. Ein entsprechendes Update wird pünktlich zum Launch des Spiels zum kostenlosen Download bereitstehen. Während des Test stand nur die englische Sprachausgabe zur Verfügung, Untertitel in deutscher Sprache sind natürlich vorhanden.

Als erstes Switch-Spiel bietet Fire Emblem Warriors zwei unterschiedlichen Darstellungsmodi. Ihr könnt das Spiel entweder im Quality-Modus mit einer Auflösung von 1080p und 30 Bildern pro Sekunde oder im Performance-Modus mit 720p und 60fps wiedergeben. Habt ihr einen Freund zur Hand, könnt ihr Fire Emblem Warriors auch komplett im Splitscreen-Koop durchspielen. Hier wird die Framerate zwar reduziert, das Spielgeschehen lief im Test aber durchwegs flüssig. Gemeinsam vorzugehen, eröffnet natürlich auch neue taktische Möglichkeiten und hat mir besonders viel Spaß bereitet. Der Zwei-Spieler-Modus wird sowohl auf dem TV als auch im Tabletop-Modus der Switch unterstützt.

Season Pass

Pünktlich zum Launch von Fire Emblem Warriors wird auch der Season Pass zum Spiel erhältlich sein. Für 19,99 Euro erhaltet ihr Zugang zu allen drei Download-Paketen und ein schickes Brautkleid für Lucina. Weiters enthält jedes einzelne Paket neue spielbare Charaktere, neue Waffen und drei neue Szenarios für den History-Modus.

  • Das Fire Emblem Fates Pack erscheint im Dezember 2017 und kostet 8,99 Euro.
  • Das Fire Emblem: Shadow Dragon Pack ist ab Februar 2018 für 8,99 Euro erhältlich.
  • Das Fire Emblem: Awakening Pack kostet gleichfalls 8,99 Euro und erscheint im März 2018.
Mit Fire Emblem Warriors bringt Nintendo bereits das zweite Spiel im Stil von Koei Tecmos Warriors-Reihe auf den Markt. Als spirituellen Nachfolger von Hyrule Warriors (Wii U) und Hyrule Warriors: Legends (3DS) vereint der aktuelle Titel Nintendos Helden aus der Strategie-RPG-Reihe Fire Emblem mit dem Konzept der in Japan äußerst beliebten Musō-Reihe. Neben einer Version für den New Nintendo 3DS veröffentlicht Nintendo Fire Emblem Warriors auch für Nintendos neuen Konsolen-Hybriden. Dieses Review basiert auf der Nintendo Switch-Fassung. Ein separater Artikel zur 3DS-Version folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Big in Japan Trotz der unglaublichen Popularität in Japan hat Koei Tecmos Warriors-Reihe…

Review Overview

80 - 8

8

Summary : Mit Fire Emblem Warriors hat Koei Tecmo ein sehr gutes Spiel der Warriors-Reihe geschaffen, der seinen spirituellen Wii U-Vorgänger in allen Belangen schlägt. Das Fire Emblem-Universum gliedert sich nicht nur besser in das Crossover ein, auch zahlreiche Verbesserungen im Spielsystem und neue taktische Komponenten wie das Waffendreieck-System, machen aus diesem Teil das bessere Spiel. Auch wenn die Hauptstory etwas an den Haaren herbeigezogen wirkt, werden die vielen Charaktere, Schauplätze und besonders der History-Modus Fans der RPG-Reihe zufriedenstellen. Die beiden unterschiedlichen Darstellungsmodi sind eine nette Dreingabe und auch an Präsentation und technischer Umsetzung gibt es nicht viel zu bemängeln. Unterm Strich dominiert natürlich das wenig fordernde Hack and Slash-Gameplay der Warriors-Reihe, dennoch entfaltet das Spiel bei näherer Betrachtung eine taktische Tiefe, die mir besonders zu zweit sehr viel Spaß bereitet hat.

User Rating: 4.55 ( 1 votes)

Genre: Action
Entwickler: Koei Tecmo
Erscheint: 20. Oktober
Preis: ca. 60 Euro (Nintendo Switch), ca. 40 Euro (3DS)
System: Nintendo Switch, New Nintendo 3DS

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