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Retro-Gaming: Teenage Mutant Ninja Turtles IV – Turtles in Time (SNES)

Zuletzt sorgte auch hier auf der SHOCK2 Webseite der erste Trailer zum neuen Teenage Mutant Ninja Turtles Kinofilm für hitzige Diskussionen. Mit diesem Retro-Gaming Special wollen wir in eine Zeit zurückreisen (Achtung Wortspiel!),  in der die Welt für unsere mutierten Helden noch in Ordnung war: 1992!

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Cowabunga! Verzeihung, aber ein Artikel rund um die Helden meiner Kindheit muss nun einmal so anfangen. Und warum auch nicht – immerhin ist dieses Wort bis heute ein Symbol für die pizzasüchtigen, mutierten, freundlichen Schildkröten von nebenan (oder eher der Kanalisation von New York). Schwerwiegender allerdings ist die Frage, warum wir es bisher noch nicht geschafft haben, das beste Turtles-Spiel aller Zeiten mit einem Retro-Artikel zu würdigen. Eine schwere Sünde, die hiermit bereinigt wird. Pizzatime!

Das "Turtles in Time" PAL Modul für das Super Nintendo!

Das „Turtles in Time“ PAL Modul für das Super Nintendo!

Der gute alte SNES…
Wenn ihr dieses Magazin lest, könnt ihr euch mit hoher Wahrscheinlichkeit noch an die Power erinnern, die der Super Nintendo damals hatte. Und die wurde von Konami auch eindrucksvoll verwendet, um das Erlebnis Turtles in Time von den Spielhallen in die Wohnzimmer dieser Welt zu transportieren. Ja, richtig gelesen: Bevor wir unseren Spaß an den Controllern hatten, wurden schon Tausende Arcade-Sticks zuschanden gerüttelt, um die Freiheitsstatue aus den Griffeln von Krang und Shredder zu retten. Denn darum geht es eigentlich im Spiel: Besagtes New Yorker Wahrzeichen wird von Krang in seinem Exoskelett entführt, und die vier grünen Genossen werden auch noch vom Blechkopf Shredder dafür verspottet! Klarer Fall, dass die Turtles sich auf die Socken machen, um die Übeltäter in ihre Schranken zu verweisen. Dabei verschlägt es sie neben dem Big Apple aber auch durch einen kleinen Kniff des Shredders quer durch alle Zeitepochen, von der Steinzeit angefangen über den Wilden Westen bis hin in die Zukunft auf dem Mond. Überall warten schon die Untergebenen der Übeltäter auf euch, um ein wenig Schildkrötensuppe zu kochen. Neben dem Foot-Clan in unterschiedlichsten Variationen geben sich unter anderem auch noch Steinsoldaten aus Dimension X, Roadkill Rodneys und Mauser die Ehre. Ganz zu schweigen von den Endbossen, die jedes Level aufbietet, denn darunter finden wir neben Bebop und Rocksteady auch noch Slash, Leatherhead und natürlich den Shredder und Krang in unterschiedlichen Variationen. Ja verdammt noch mal, das Spiel ist ja beinahe unschlagbar im Gegner-Lineup!

F-Zero-artike Mode-7 Rennsequenzen und ....

F-Zero-artike Mode-7 Rennsequenzen und ….

 

… und seine Vorteile
Doch halt, werdet ihr jetzt rufen, ein paar der genannten Dinge waren doch gar nicht in dem Spiel!Oh doch, halte ich dagegen, denn ihr kennt anscheinend entweder die originale Arcade-Version oder aber das Remake Turtles in Time Re-Shelled (siehe Kasten). Als das Arcade-Spiel 1991 erschien, waren einige der verwendeten Bauteile nicht gerade die techinsch stärksten am Markt. Im Jahr 1992 allerdings war das SNES schon recht weit verbreitet und war ein Rechenvieh, dem man einige neue Dinge entlocken konnte. So wurden neben einem komplett neuen, ikonischen und großartigen Soundtrack (den ursprünglichen hatte man aus Lizenzgründen nicht übernehmen dürfen) auch einige der oben genannten Gegner ins Spiel gepackt. Oh, und ganz nebenbei auch noch komplett neue Level: Das Technodrome wurde eingefügt, die Bonuslevel „Sewer Surfin´“ und „Neon Night-Riders“ (das nicht von ungefähr an F-Zero erinnerte) ebenso. Leonardo, Donatello, Raphael und Michelangelo bekamen unterschiedliche Hauttöne verpasst, was sie gerade in Mehrspielerpartien besser voneinander unterscheidbar machte, außerdem bekamen sie in Sachen Geschwindigkeit und Schlagstärke unterschiedliche Werte verpasst. Und ganz besonders wichtig: Der Move, mit dem man Gegner aus dem Bildschirm werfen konnte, war nun nicht mehr zufällig, sondern konnte geplant herbeigeführt werden. Kinder, was hatte ich für einen Spaß damit mit meinen jungen Jahren.

... aus dem Bildschirm geworfene Foot-Soldaten - das konnte das Super Nintendo!

… aus dem Bildschirm geworfene Foot-Soldaten – das konnte das Super Nintendo!

 

Wer will eine Pizza?
Okay, jetzt mal das gesamte technische Zeug zur Seite und Tacheles geredet: Was macht dieses Spiel so einzigartig, so großartig? Mit einem Wort: Alles. Die Mischung aus Sidescrolling-Gameplay, der mehr oder weniger perfekten Steuerung (Special-Moves! Sprungkicks! Foot-Clan in den Bildschirm werfen!), einer sich ins Hirn brennenden Musik und für damalige Verhältnisse wirklich unglaublich schöne grafische Spielereien hat dafür gesorgt, dass ich mich zum ersten Mal mit knapp sechs Jahren in dieses Spiel verliebt habe. Eine Liebe, die bis heute anhält, denn im Gegensatz zu vielen anderen alten Spielen hole ich dieses Kleinod immer wieder gerne aus der Mottenkiste und drehe wieder eine Runde mit den Cowabunga-Kröten.

Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad müsst ihr den Super-Shredder bezwingen. Harte Arbeit!

Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad müsst ihr den Super-Shredder bezwingen. Harte Arbeit!

Außerdem hat das Spiel wahrscheinlich auch meine bis heute andauernde Pizza-Sucht ausgelöst, was ein weiterer Grund ist, um dankbar zu sein und Turtles in Time meinen Respekt zu zollen. Es kommt nicht von ungefähr, dass viele Kritiker und Spieler schon damals hier das beste Turtles-Spiel aller Zeiten gefunden haben – eine Meinung, mit der sie meiner Ansicht nach bis heute recht haben. In diesem Sinne: Tut euch selbst einen Gefallen, sucht euch einen SNES und spielt Turtles in Time! Aber macht einen großen Bogen um das Remake. Ernsthaft. (Alexander Schuh)

Info:
Genre: Beatém Up
System: SNES
Entwickler: Konami
Erschienen: 1992

 

Die Arcade und das Remake
Die ursprüngliche Arcade-Version von Turtles in Time unterschied sich in einigen Teilen erheblich von der SNES-Version. Grafische und spielerische Unterschiede sowie ein sehr anders gestalteter Soundtrack waren für Spieler der Konsolenversion schon fast befremdlich. Deswegen waren viele Fans des Klassikers auch enttäuscht und verstört, als Ubisoft 2009 Turtles in Time Re-Shelled auf den Download-Markt brachte. Entgegen der Erwartungen (die zum Teil auch vom Unternehmen geschürt wurden) hatte sich der französische Konzern nämlich „nur“ die Arcade-Lizenzen gesichert und lieferte damit ein für die Konsoleros ungewohntes Spielerlebnis ab, das auch sonst noch einige Makel in sich trug. Das Ergebnis: Das Remake floppte sowohl bei Fans der SNES-Umsetzung als auch bei neuem Publikum und war auch nicht sehr lange zum Download erhältlich.

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One comment

  1. Habe das Original mal bei einer Freundin gespielt, ihr Bruder hat noch ein SNES. Das SPiel hat richtig Spaß gemacht, aber das Remake war richtig ….. .