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Warner Bros Discovery-Kauf: Netflix bessert nach

Ein entscheidender Punkt im Kampf um Warner Bros. Discovery steht bevor: Bis 21. Januar läuft noch das aktuelle Angebot von Paramount, Aktien von WBD um 30 Dollar das Stück an das alterwürdige Filmstudio zu verkaufen, das mittlerweile unter Kontrolle von David Ellison (Sohn von Orcale-Gründer David Ellison) geraten ist. Dabei handelt es sich um den Versuch einer „feindlichen Übernahme“, denn eigentlich würde WBD lieber an Netflix verkaufen – zu 27,75 Dollar pro Aktie (davon 4,50 Dollar in Netflix-Aktien), wobei allerdings nur der Studio- und HBO-Teil transferiert werden würde. Der andere Teil (TV-Sender, Sportrechte) würde wie geplant ausgegliedert und könnte separat verkauft werden.

In den letzten Wochen hat sich die Schlammschlacht verschärft: Paramount hat WBD geklagt und verlangt Informationen, warum das Board das Angebot von Netflix für besser einschätzt als ihr eigenes (hier geht es also um eine Schätzung, wie viel der TV-Teil separat wert ist). Und Netflix hat nun auch reagiert und das Angebot verbessert: Geboten werden zwar weiterhin 27,75 Dollar pro Aktie, aber nun ausschließlich in Bargeld.

Damit ist der Unterschied zwischen den beiden Angeboten 2,25 Dollar pro Aktie – und die zentrale Frage bleibt: Ist das der Rest von WBD wert? Fraglich, sagt der Konzern selbst in einem Angebot. Paramount selbst setzte den Wert zwischen 0 und 0,50 Dollar pro Aktie an – dem widerspricht Warner Bros allerdings deutlich: Man spricht von einer ungefähren implizierten Referenzbandbreite des Eigenkapitalwerts von 1,33 bis 3,24 US-Dollar pro Aktie, die Sum-of-the-Parts-Analyse von 2,41 bis 3,77 US-Dollar pro Aktie. Allerdings sei ihm Rahmen zukünftiger möglicher Kauf-Deals eher ein Preis von 4,63 bis 6,86 Dollar zu erwarten. Tatsächlich sei zum Zeitpunkt der Ankündigung des Deals der Referenzwert pro Aktie zwischen 0,42 und 2,09 Dollar gelegen, aber mittlerweile sei die Performance höher anzusetzen. Nähere Details sollen bei einem Treffen der Aktionäre – noch ohne Datum – erläutert werden.

Auch wenn die ursprüngliche Deadline von Paramount bald endet, ist die Schlammschlacht also ziemlich sicher noch nicht vorbei. Eher im Gegenteil: Ein „Proxy War“ ist bereits angekündigt, bei dem Paramount (als Aktionär bei WBD) und neue Aufsichtsräte nominieren, die danach im Sinne Paramounts Verhandlungen aufnehmen sollen. Außerdem wollen sie Änderungen in den Statuten anregen, um eine Abtrennung von Global Networks ohne Zustimmung der Aktionäre zu verhindern. Und nicht zuletzt wäre da noch die „Trump“-Card von Paramount: Da der US-Präsident unbedingt CNN in ihm freundlich gesinnten Händen sehen will, wäre ein Kauf durch Paramount im Sinne des Regimes – ein Vorteil bei den anstehenden Kartellprüfungen; allerdings ist auch Netflix Trump soweit genehm, dass er keine klare Empfehlung ausgesprochen hat. Und ein letzter Vorteil sei noch klar genannt: Paramount will den Deal bereits mit April 2026 auf den Weg bringen. Netflix müsste warten, bis die Aufteilung in zwei Firmenteile abgeschlossen ist. Aktionäre müssten also länger auf ihr Geld warten.

Kurz gesagt: Der Streit um Warner Bros. wird wohl noch eine Weile dauern.

 

Florian Scherz

Bereits früh entwickelte Florian zwei große Leidenschaften: Videospiele und Theater. Ersteres brachte ihn zu einem Informatikstudium und zu Jobs bei consol.MEDIA und Cliffhanger Productions; zweiteres lässt ihn heute (unter anderem) als Schauspieler, Regisseur, Komponist und Lichtdesigner arbeiten. Wenn er gerade keine Musicals inszeniert, spielt oder schreibt, vermisst er auf Shock2 Videospiele von anno dazumal in seiner Blog-Reihe "Spiele, die ich vermisse".

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