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Sweet Tooth: Netflix veröffentlich erstern Trailer & Juni Termin

Das postapokalyptische Märchen „Sweet Tooth“ ist eine auf dem beliebten DC-Comic basierende Serie der ausführenden Produzenten Susan Downey und Robert Downey Jr. Darin begibt sich ein allein umherwandernder Junge, der halb Hirsch, halb Mensch ist, auf ein außergewöhnliches Abenteuer. Alle Folgen von „Sweet Tooth“ gibt es ab 4. Juni 2021 exklusiv auf Netflix zu sehen.

Sweet Tooth: Robert Downey Jr. produziert Comic-Serie für Netflix

Diese Kombination klingt praktisch nach Erfolg: Netflix schnappt sich die Rechte an der hervorragenden Comic-Serie Sweet Tooth von Starautor Jeff Lemire (Black Hammer) und lässt diese von Mr. Iron Man Robert Downey Jr. produzieren.

Die erste Staffel soll acht Episoden mit je circa 1h Umfang enthalten. Als Showrunner fungieren Jim Mickle und Beth Schwartz. In die Hauptrolle dürfte wohl Christian Convery schlüpfen und James Brolin wird seine Stimme als Erzähler zur Verfügung stellen.

Sweet Tooth erschien vor einigen Jahren bei dem DC Imprint Vertigo und wurde von Jeff Lemire erdacht und gezeichnet. Sweet Tooth spielt in einer postapokalyptischen Welt, in der der Junge Gus aufgrund seiner Besonderheit ums Überleben kämpfen muss. Er hat eine Mutation – genauer gesagt, hat der Teenager seit seiner Geburt ein Hirschgeweih am Kopf.

Zudem kündigte Jeff Lemire (im Zuge der Netflix-Ankündigung) eine Fortsetzung der eigentlich in sich abgeschlossenen Comic-Reihe an.

https://twitter.com/NXOnNetflix/status/1260299312606539777

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Notable Replies

  1. Avatar for Ella Ella says:

    Bissi strange, aber schaut ganz nett aus.

  2. Gestern die erste Folge gesehen. Top.
    Gefällt mir, ist mal was anderes. Wirkt sehr liebevoll gemacht.
    Bin gespannt wie es mit dem Abenteuer weitergeht.

  3. Ich habe in Vorbereitung auf diese Serie, letzte Woche den Comic gelesen. Ich habe eben versucht, mir die erste Folge anzuschauen aber irgendwie kann ich nicht. Ich möchte jetzt niemanden spoilern, aber das Thema zweimal in so kurzer Zeit zieht mich gerade zu sehr runter.
    Ich möchte jetzt nicht die Serie kritisieren, die sieht nach den ersten paar Minuten sehr gut aus, aber wie gesagt zu viel davon in kurzer Zeit.

  4. Avatar for Rynn Rynn says:

    Schon jemand mehr gesehen?

  5. Avatar for Ifrit Ifrit says:

    Haben die ganze Staffel gesehen. Eigentlich ganz nett. Am Anfang plätschert es etwas dahin, gegen Ende ziehts richtig an. Bin auf die 2. Staffel gespannt.

    Auch recht aktuelle Thematik mit Pandemie und so. Kann man auf jeden Fall schaun.

  6. Im Grunde ist Gus ein ganz normaler Zehnjähriger. Er ist laut, frech, neugierig, abenteuerlustig, chronisch unbelehrbar, tobt gerne mit geladener Zwille durch den Wald, mit der Hygiene nimmt er’s oft nicht so genau … und dann verdrückt er natürlich gerne Süßigkeiten – und zwar mit solcher Inbrunst, dass ihm sein Heißhunger auf Schokoriegel & Co. den Spitznamen „Sweet Tooth“ eingebracht hat. Vorausgesetzt natürlich, es sind überhaupt Leckerli zu haben – denn Gus lebt in einer postapokalyptischen Welt. Und dort sind Süßwarengeschäfte ungefähr so häufig wie Zahnärzte.

    Das ist allerdings das geringste Problem des kleinen Kerls – denn an dieser Stelle hören „Sweet Tooths“ Gemeinsamkeiten mit einem normalen Zehnjährigen auch schon auf: Gus ist nämlich ein Mensch-Tier-Hybrid – mit dem Geweih eines heranwachsenden Hirschs, zwei pelzigen Lauschern anstelle menschlicher Ohren und einem Geruchssinn von geradezu animalischer Präzision. Das ist zwar praktisch, um Süßigkeiten oder zum Beispiel Medikamente aufzuspüren – sorgt aber auch für skeptische Blicke unter den Menschen, vor denen Gus seine Natur unbedingt verbergen muss. Denn für die meisten von ihnen scheint klar: Die Hybriden sind schuld an der Seuche, die vor ca. zehn Jahren ein Gros der Menschheit dahingerafft hat. Darum und weil man sich von ihnen die Zutaten für einen wirkungsvollen Impfstoff erhofft, werden die Hybriden-Kinder gnadenlos gejagt und sind inzwischen nahezu ausgerottet. Seitdem befinden sich Gus und seine Leidensgenossen auf der Flucht – ganz gleich, ob sie nun die Merkmale eines Hirsches aufweisen, Schweinsnase und Ringelschwänzlein haben, sie ihre Augen verdrehen können wie ein Chamäleon oder ihnen statt Nase ein Rüssel aus dem Gesicht sprießt.

    Netflix produziert die bisher acht Episoden lange TV-Adaption von Jeff Lemires Comic-Serie als eine Parabel auf Rassismus und Intoleranz, die – passend zum Szenario – zwar hin und wieder depressive Untertöne anstimmt, aber insgesamt deutlich heller, niedlicher und weniger schrullig als die finstere Vorlage daherkommt. Deren schroffe Zeichnungen haben viele Comic-Fans anfangs so sehr abgeschreckt, dass der gezeichnete „Sweet Tooth“ erst spät die verdiente Beachtung fand.
    Die Netflix-Serie ist deshalb gleich in zweifacher Hinsicht ein echter Glücksfall: Zum einen, weil ihre Kombination aus Virus-Apokalypse, Sozial-Parabel und Umwelt-Botschaft genau zur richtigen Zeit kommt – zum anderen, weil sie vielen TV-Guckern den Zugang zu Lemires eindringlichen Bildern erleichtern dürfte, ohne deren Botschaft zu stark zu verwässern oder unter allzu viel Zuckerguss zu ersticken. Während Lemires Comics vor allem auf die Hoffnungslosigkeit fokussieren, lässt sich die TV-Version stärker auf das Prinzip Hoffnung und die Psychologie der Figuren ein: Obwohl Gus und sein hünenhafter Beschützer – der ehemalige Football-Star Tommy Jepperd (bärig gespielt von Nonso Anozie) – fast ständig in Gefahr sind, bleibt Gus doch immer ein Kind. Voller Hoffnung, Arglosigkeit und Verspieltheit – immer mit dem Ziel vor Augen, seine verschollene Mutter zu finden. Dass am Ende der Odyssee aber eine Erkenntnis stehen könnte, die schlimmer ist als die Frage – auf diese Idee kommt das abgeschottet aufgewachsene Kind gar nicht erst. Der Reiz von „Sweet Tooth“ besteht deshalb gar nicht so sehr in der verhandelten Materie (so interessant sie auch sein mag), sondern vielmehr in ihrer Wahrnehmung: In Tommy Jepperd erleben wir den typischen post-apokalyptischen Helden. Und der verhält sich auch ziemlich genau so, wie man es von ihm erwartet: Er löst Probleme mit Waffengewalt und Faustrecht – oder er starrt sie einfach nieder, denn bereits die eindrucksvolle Statur des ehemaligen Stadion-Athleten lässt viele Bösewichte mit den Knien schlottern. Oder genauer: So WÜRDE er sich verhalten – wäre da nicht ein ihn grenzenlos bewunderndes Kind, dass jede seiner Bewegungen mit neugierigem, vorbehaltlosen Blick verfolgt und dem in Schockstarre gefangenen Herz des notorischen Brummbären mit jedem Schritt durch die Postapokalypse ein Stückchen mehr von seiner einstigen Empfindsamkeit zurückgibt. Durch diesen erzählerischen Kniff wird Gus von der Frontfigur der Serie immer wieder zum Brennglas, durch das wir Szenario und Figuren aus einer weniger destruktiven und hoffnungslosen Perspektive betrachten – anders als bei Untergangs-Stoffen für gewöhnlich der Fall.

    Konsequenterweise behält „Sweet Tooth“ diese Perspektive häufig selbst dann bei, wenn Gus gar nicht mit von der Partie ist: Wie bei der Betrachtung einer spießigen Kleinstadt, die so tut, als wäre die Welt um sie herum in schönster Ordnung – bis zu dem Punkt, an dem die geliebten Nachbarn auf einmal Symptome der Seuche zeigen und dann gnadenlos in ihren eigen Häusern verbrannt werden. Oder bei der Parallel-Erzählung einer einstigen Karriere-Frau, für die der Weltuntergang ein ausgesprochener Glücksfall war, weil sie durch seine Hilfe wieder zum Mensch-sein zurückfinden konnte: Jetzt päppelt zieht sie im Schutz eines ehemaligen Großstadt-Zoos gerettete Hybriden-Kinder groß. Von denen übrigens nur die wenigsten reden oder sich irgendwie verständlich machen können: Gus gehört zu den menschlichsten Vertretern dieser neuen Art – im Gegensatz zum knuffigen Murmeltier-Hybriden Bobby, der nur rudimentäre Sätze zustande bringt und den die Serien-Crew als Muppet-ähnliche Figur umgesetzt hat.

    Natürlich gibt es auch in „Sweet Tooth“ Untergangs-Profiteure der finsteren Art: Skrupellose Ex-Ganoven und kriminelle Paramilitärs, die den Ausnahme-Zustand nutzen, um die Macht an sich zu reißen und die ihren Anspruch auf Dominanz als Heilsbotschaft verkaufen. Doch selbst in diesen vermeintlich aussichtslosen Momenten verliert „Sweet Tooth“ nie seine erzählerische Leichtigkeit und bleibt vor allem eins: ein zauberhaftes Märchen – aller Dystopie zum Trotz.

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