Special – Mission: Impossible in der Welt der Videospiele
Von der Mattscheibe bis zum Gamepad: Die Geschichte der Mission: Impossible-Videospiele – und warum es davon so wenige gibt.

Diese Woche startet Mission: Impossible – The Final Reckoning im Kino – möglicherweise der letzte Einsatz für Tom Cruise als Ethan Hunt und der krönende Abschluss eines der langlebigsten Action-Franchises Hollywoods. Ein perfekter Anlass, um auf die oft übersehene Geschichte der dazugehörigen Videospiele zurückzublicken.
Dieses Special wird sich in fünf Sekunden selbst zerstören
Seit seiner Premiere im Jahr 1966 hat das Mission: Impossible (Deutscher Titel: Kobra, übernehmen Sie) Franchise eine bemerkenswerte Reise durch die Medienlandschaft hinter sich. Was als clevere Agentenserie im Fernsehen begann, entwickelte sich in den 1990er-Jahren unter der Regie von Brian De Palma zu einem globalen Kino-Phänomen mit Tom Cruise als waghalsigem Agenten Ethan Hunt. Mit jeder neuen Film-Iteration wuchs nicht nur das Publikum – auch der technische Anspruch stieg. Umso überraschender ist es, dass das Franchise trotz seiner Beliebtheit vergleichsweise selten als Vorlage für Videospiele diente. Wir blicken zurück auf eine kleine, aber faszinierende Sammlung an digitalen Missionen.
Seit seiner Premiere im Jahr 1966 als Kobra, übernehmen Sie (Originaltitel: Mission: Impossible) hat das Spionage-Franchise eine bemerkenswerte Reise durch die Medienlandschaft hinter sich. Was als clevere Agentenserie im Fernsehen begann, entwickelte sich in den 1990er-Jahren unter der Regie von Brian De Palma zu einem globalen Kino-Phänomen mit Tom Cruise als waghalsigem Agenten Ethan Hunt. Mit jeder neuen Film-Iteration wuchs nicht nur das Publikum – auch der technische Anspruch stieg. Umso überraschender ist es, dass das Franchise trotz seiner Beliebtheit vergleichsweise selten als Vorlage für Videospiele diente. Wir blicken zurück auf eine kleine, aber faszinierende Sammlung an digitalen Missionen.
1990: Das erste Mission: Impossible-Videospiel – Eine Serie wird (fast) zur NES-Legende
Für das Nintendo Entertainment System erschien 1990 ein weiteres Mission: Impossible, diesmal basierend auf der Original-TV-Serie. Der Titel wurde von Konami entwickelt, aber in Europa von PALCOM vertrieben. Spieler konnten zwischen drei Agenten wechseln, jeder mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Es war fordernd, teils frustrierend schwer, aber ambitioniert. Leider litt es unter schwammiger Steuerung und technischer Limitation. Dennoch bleibt es vielen Retro-Fans als interessantes Kuriosum in Erinnerung.
1991: PC-Stealth-Strategie von Konami
Ein fast vergessenes Kapitel stellt das PC-Spiel Mission: Impossible von 1991 dar, ebenfalls von Konami entwickelt. Anders als das NES-Pendant legte diese Version mehr Wert auf Strategie und Planung als auf direkte Action. Wie in einem Grafik-Adventure oder Top Down steuerten Spieler ein Team von Agenten durch verschiedene Missionen voller Überwachungskameras, Alarmanlagen und versteckter Gegner. Die grafische Präsentation war solide, das Gameplay verlangte taktisches Vorgehen – und erinnerte damit mehr an frühe Commandos-Spiele als an klassische Actiontitel. Trotz innovativer Ansätze blieb das Spiel kommerziell hinter den Erwartungen zurück und geriet bald in Vergessenheit.
1998: Tom Cruise betritt die Polygon-Welt
Mit dem Erfolg des ersten Kinofilms wurde Mission: Impossible als Action-Adventure auf dem Nintendo 64 (später auch PlayStation) umgesetzt. Entwickelt wurde das Spiel ursprünglich von Ocean Software, die Entwicklung wurde jedoch mehrfach neu gestartet, ehe Infogrames es vollendete. Der Titel hatte eine lange und turbulente Entstehungsgeschichte, bei der unter anderem die Plattform, Engine und Spielmechanik mehrfach geändert wurden. Herausgekommen ist ein Third-Person-Stealth-Game mit vielen Elementen, die für Fans der Vorlage reizvoll waren: Gadgets, Maskenwechsel, Hacker-Minispiele, Schlüsselkarten, Kletterpassagen und berühmte Szenen aus dem Film, etwa der Einbruch in die CIA-Zentrale.
Technisch blieb das Spiel jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die Grafik war selbst für N64-Verhältnisse veraltet, die Steuerung hakelig, und das Leveldesign oft unintuitiv. Trotzdem entwickelte sich der Titel zu einem moderaten Verkaufserfolg und wurde von einigen Spielern als ambitionierter, wenn auch unfertiger Lizenzversuch gewürdigt. Die spätere PlayStation-Version fiel inhaltlich etwas abgespeckt aus, erreichte aber ein breiteres Publikum.
2000: Mission: Impossible auf dem Game Boy
Im Jahr 2000 veröffentlichte Infogrames ein eigenes Mission: Impossible-Spiel für den Game Boy Color. Anders als die polygonale Fassung für Nintendo 64 setzte dieser Titel auf isometrische 2D-Grafik und klassisches Agenten-Gameplay mit einem Fokus auf Schleichen, Kommunikation und das Lösen von Aufgaben. Auffällig war der hohe technische Aufwand für ein Game-Boy-Spiel: Neben einem Speichersystem bot das Spiel auch eine eingebaute Infrarotfunktion zum Datenaustausch. Spielerisch solide, blieb der Titel aber im Schatten anderer Game-Boy-Perlen jener Zeit.
2003: Mission: Impossible – Operation Surma
Ein weiterer Konsolentitel erschien 2003 unter dem Namen Mission: Impossible – Operation Surma für PlayStation 2, Xbox und GameCube. Entwickelt von Paradigm Entertainment und veröffentlicht von Atari, orientierte sich das Spiel lose an der Filmreihe, stellte aber eine eigenständige Story in den Mittelpunkt. Spielerisch lehnte es sich stark an Splinter Cell und Metal Gear Solid an, mit Gadgets, Tarnmechaniken und infiltrationsbasiertem Gameplay. Die Kritiken waren gemischt – gelobt wurden Atmosphäre und Umfang, während KI und Steuerung häufig kritisiert wurden. Trotzdem ist es bis heute der ambitionierteste Versuch, Mission: Impossible als vollwertiges Konsolenspiel zu etablieren.
Auch für den Game Boy Advance erschien eine angepasste Version von Operation Surma, die sich spielerisch stark von der 3D-Konsolenfassung unterschied. Das Spiel setzte auf eine isometrische 2D-Darstellung mit vereinfachter Steuerung, bot aber dennoch viele klassische Elemente wie Schleichen, Gadgets und die ikonischen Masken. Obwohl es grafisch solide war, fiel der Umfang im Vergleich zu den Konsolenversionen deutlich kleiner aus. Für Handheld-Spieler bot die GBA-Fassung dennoch eine kompakte, kurzweilige Spionage-Erfahrung im Mission: Impossible-Stil.
2000er: Mobile Games und vergessene Missionen
Mit dem Aufschwung der Mobiltelefone in den 2000er-Jahren erschienen mehrere Java- und Symbian-Spiele zu den Filmen Mission: Impossible II und III. Diese wurden oft von Gameloft oder Glu Mobile entwickelt, boten Side-Scrolling-Action, QTEs und kleine Stealth-Elemente. Trotz des geringen Tiefgangs wurden sie wegen der populären Lizenz gern gespielt. Es gab außerdem Browser-Games und Werbe-Apps zu den Filmstarts, doch die meisten davon sind heute vergessen.
2011: IMF im Social-Media-Zeitalter
Ein weniger bekannter Titel ist Mission: Impossible – The Game, das als Facebook-Game gestartet wurde. Es kombinierte rundenbasierte Spionage-Missionen mit Sammelkartenmechaniken und konnte mit Freunden gespielt werden. Der Versuch, mit der Welle von Mafia Wars und FarmVille zu schwimmen, scheiterte aber. Das Spiel wurde nach wenigen Monaten eingestellt.
Mission: Impossible Arcade (2011)
Ein weiterer, heute fast vergessener Ausflug von Mission: Impossible war ein exklusives Arcade-Spiel, das 2011 von Sega Amusements veröffentlicht wurde. In klassischer Lightgun-Manier übernahmen zwei Spieler Missionen mit Deckungsshooter-Gameplay, während sie in einer stilisierten Kabine mit großem Bildschirm und Force-Feedback Platz nahmen. Das Spiel war klar auf Action und Teamarbeit ausgelegt und wurde in Spielhallen in den USA, Europa und Asien eingesetzt. Trotz solider Technik und cooler Inszenierung blieb die Arcade-Version ein Nischenerlebnis für eingefleischte Automatenfans – eine Kuriosität, aber auch ein Beweis dafür, wie flexibel sich das Franchise an neue Plattformen anpasste.
2015: Die Mobil-Offensive mit Rogue Nation
Mit dem Kinostart von Mission: Impossible – Rogue Nation erschien ein Mobile-Game für iOS und Android, das erneut von Glu Mobile entwickelt wurde. Es setzte auf First-Person-Cover-Shooter-Mechanik, ähnlich wie Contract Killer. Visuell war es beeindruckend für Mobile-Verhältnisse, aber das Gameplay war repetitiv und stark auf Mikrotransaktionen ausgerichtet.
2016: Mission: Impossible im LEGO-Multiversum
Ein besonders ungewöhnlicher Auftritt gelang Mission: Impossible 2016 in LEGO Dimensions. In einem eigenen Level-Pack wurde die Handlung des ersten Kinofilms mit LEGO-typischem Humor nacherzählt. Spieler schlüpften in die Rolle von Ethan Hunt und meisterten klassische Szenen wie den CIA-Datenraub in der Schwebeposition – inklusive witziger Zwischensequenzen. Das Set enthielt neben der Spielfigur auch ein baubares Motorrad und ein kleines Terminal. Auch wenn es sich nur um einen Bonusinhalt in einem Cross-Franchise-Spiel handelte, bleibt dieser Auftritt eine der charmantesten und am besten inszenierten digitalen Missionen der Reihe.
Ausblick: Wird Mission: Impossible noch einmal zur AAA-Spionage?
Trotz der anhaltenden Beliebtheit der Filme hat sich das Franchise im Bereich der hochwertigen Konsolen- und PC-Spiele rar gemacht. Zwar tauchte die IMF als Event in Fortnite und Call of Duty: Mobile auf, doch eine vollwertige AAA-Adaption blieb bislang aus. Mit dem Finale der Filmreihe könnte sich das ändern – das Interesse an Agentenspielen ist dank Hitman, Metal Gear Solid und Splinter Cell jedenfalls ungebrochen. Auch das kommende große James Bond-Spiel von IO Interactive, das derzeit unter dem Arbeitstitel Project 007 entsteht, zeigt, dass das Genre der Spionage-Action wieder verstärkt in den Fokus rückt – nicht nur für Fans von Ethan Hunt, sondern auch von James Bond, der ebenfalls seit Jahren auf ein neues AAA-Spiel wartet.

