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Special: Besuch im Huawei Health Lab in Helsinki

Huawei hat in den letzten Jahren bei Smartwatches immer öfter den Takt angegeben – und sich inzwischen an die Spitze des Weltmarkts gesetzt. Aktuelle Modelle wie die Huawei Watch 5 und die Huawei Watch Fit 4 Pro zeigen, wie schnell sich das Tempo erhöht. Gleichzeitig ist für Mitte September bereits die Präsentation der Huawei Watch GT 6 Series angekündigt. Grund genug, einmal dorthin zu fahren, wo Huaweis Wearable-Ideen auf Herz, Lunge und VO₂max geprüft werden: ins Huawei Health Lab in Helsinki. Dort durften wir hinter die Kulissen schauen – und ja, wir sind mit mehr als nur einem Schrittzähler-Wissen wieder herausgekommen.

Das Labor: Wissenschaft trifft Sporthalle

Gleich beim Eintreten fällt auf: Das Health Lab ist kein Showroom, sondern ein rund 1000 m² großes Testgelände für echte Forschung. Ausgelegt für über 20 Sportarten, mit realistischen Szenarien und Messketten, die mehr als 200 physiologische und biomechanische Indikatoren aufzeichnen. Was hier passiert, fließt direkt in Huaweis Algorithmen für aktuelle und künftige Uhren – dazu gehören die Watch 5 und die Watch Fit 4 Pro, die im Labor fortlaufend mit Profi-Equipment gegenvalidiert werden.

Die fünf Kernbereiche – kurz ausprobiert, gründlich erklärt

1) Gegenstrombecken
Ein Edelstahlbecken mit regulierbarer Strömungskraft (bis zu 350 m³/h), dazu kontrollierbare Temperatur und Wasserqualität. Schwimmer*innen liefern hier in reproduzierbaren Bedingungen Daten zu Technik, Ausdauer und Atemökonomie. Metabolische Masken messen parallel die Sauerstoffaufnahme – Schwimmen als Datensport.

2) Skisimulator
Ein endloses, mit Wasser benetztes Teppichband, dazu verstellbare Geschwindigkeit und Steigung, interaktive Strecken samt Torlauf. Sensoren erfassen Position, Carving-Winkel, Kräfte und Tempo – perfekt, um Sturzprävention, Technik und Haltung algorithmisch zu verbessern. Sommer-Skifahren im Labor? In Helsinki normal.

3) Multifunktionales Highspeed-Laufband
Das vielseitigste Gerät im Raum: Laufen, Radfahren, Rollski, Rollstuhl – alles möglich, bei Bedarf bis 50 km/h. Highlight: GPX-Import. Reale Routen – inklusive An- und Abstiege – werden simuliert. Kameras liefern Echtzeit-Feedback zur Technik. Wer hier aufdreht, spürt, wie unmittelbar Forschung in Trainingspraxis übersetzt wird.

4) Instrumentiertes Präzisions-Laufband
Kleiner, aber extrem sensibel: Drucksensoren unter der Lauffläche erfassen feinste Veränderungen und erstellen ein 3D-Belastungsprofil der Fußsohle (u. a. mit 14 Messindikatoren). Ideal für Ganganalyse, Verletzungsprävention und Reha-Design.

5) Offener Fitnessbereich
Auf den ersten Blick ein modernes Gym – auf den zweiten ein Testfeld für Alltags-Workouts. Ergomenter, Rudergeräte, Crosstrainer & Co. sind komplett vernetzt. Die dort entstehenden Daten helfen, Algorithmen für „normale“ Trainingssituationen zu schärfen.

Forschung & Innovation: Von TruSport zu TruSense

Die Hardware liefert die Rohdaten, die Musik spielt in der Software. In Helsinki entstand TruSport™, Huaweis sportwissenschaftlicher Kernalgorithmus. Er übersetzt Metriken wie VO₂max, Trainingslast, aerobe/anaerobe Effizienz und Erholungszeiten in verständliche Trainingshinweise – der „Coach am Handgelenk“.

Darauf baut das TruSense™-System auf: ein ganzheitlicher Ansatz für Gesundheits- und Fitness-Tracking, der mehrere Sensoren bündelt, schneller reagiert und präziser auswertet. In der Huawei Watch 5 zeigt sich das unter anderem als Fingerspitzenmessung (X‑TAP): EKG, optische Herzfrequenz (PPG) und drucksensitive Fläche arbeiten zusammen, um in kurzer Zeit einen kompakten Gesundheitsreport zu liefern – mit Parametern von Herzfrequenzvariabilität über Stress bis hin zu Gefäßindikatoren. Ziel: der Sprung vom passiven Monitoring zum proaktiven Gesundheitsmanagement.

Auch Outdoor-Tracking profitiert: Die Huawei Watch Fit 4 Pro unterstützt u. a. Trailrunning und Tauchen bis 40 Metern, inklusive verfeinerter Analytik. Dazu kommen Funktionen wie Aktivitätsringe und die Stay-Fit-App, die Tagesleistung, Energieverbrauch und Herzgesundheit greifbar machen – und auf Daten beruhen, die u. a. hier in Helsinki erhoben werden.

Europäische Kooperationen: Offene Standards statt Black Box

Huawei arbeitet nicht im Elfenbeinturm. Das Unternehmen ist u. a. Teil von iCARE4CVD, einem großen EU‑Projekt zur Herz‑Kreislauf‑Forschung. Als einziger Wearables‑Hersteller im Konsortium liefert Huawei Geräte und Know-how, um kontinuierliche Alltagsdaten in die klinische Praxis zu bringen – von Aktivität und Schlaf bis zu Herz- und Atemparametern. Ziel: bessere Prävention und Therapie durch Daten aus dem echten Leben.

 Parallel dazu unterstützt Huawei das Interlive‑Konsortium mit europäischen Universitäten, um Best‑Practice‑Standards für Consumer‑Wearables zu definieren – etwa bei Herzfrequenz, Schrittzahl, Kalorienverbrauch und VO₂max. Für Nutzer*innen heißt das: nachvollziehbare, vergleichbare Messungen statt bloßer Marketingwerte.

Ein weiterer Fokus ist Inklusion. Zusammen mit europäischen Partnern entwickelt Huawei Methoden, mit denen auch Rollstuhlnutzer*innen und Menschen mit Behinderungen sinnvoll getrackt werden – etwa über Radumdrehungen, Distanzen und armspezifische Workouts. Funktionen wie Aktivitätsringe oder Inaktivitäts-Reminder werden dafür angepasst. Das Ziel ist klar: Wearables, die wirklich allen etwas bringen.

Fazit: Forschung mit Puls

Der Besuch im Health Lab zeigt sehr deutlich, warum Huawei bei Wearables derzeit die Pace vorgibt: Hier wird nicht nur vermessen, hier wird übersetzt – von Laborwerten in nützliche Empfehlungen fürs Handgelenk. Die fünf Testbereiche sorgen für realistische Daten, TruSport und TruSense machen daraus verständliche Hinweise, und die europäischen Kooperationen schaffen Vertrauen und Standards.

Mit Blick auf die anstehende Watch GT 6 Pro liegt der Verdacht nahe, dass vor allem Outdoor‑Sport weiter in den Fokus rückt – vom verbesserten GPS bis hin zu Wintersport‑Profilen. Was wir aus Helsinki mitnehmen: Die nächste Evolutionsstufe der Huawei‑Wearables wird nicht im Marketing entworfen, sondern im Messlabor – zwischen Laufband, Schwimmbecken und Skihang.

Weiter lesen:

„Ride the Wind“ in Paris: HUAWEI bringt die WATCH GT 6 Series – plus neue Smartphones & Tablets

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