ROG Xbox Ally X: Windows bremst – Linux legt vor
Einordnung: Starke Hardware, zähe Software

Das frisch erschienene ROG Xbox Ally X startet mit viel Vorschusslorbeeren: Das Gemeinschaftsprojekt von Microsoft und Asus bietet potente Handheld‑PC‑Hardware, ein überarbeitetes Gehäuse und eine klar auf Xbox getrimmte Nutzerführung. Doch ausgerechnet das Herzstück – Windows – sorgt weiterhin für Stirnrunzeln. Ein aktueller Direktvergleich mit einer Linux-Distribution zeigt: Die schöne neue „Xbox Full Screen Experience“ nützt wenig, wenn das Betriebssystem im Alltag bremst.
Bazzite vs. Windows auf dem Handheld
Im Fokus steht Bazzite, eine auf Handheld‑Gaming zugeschnittene Linux-Variante mit SteamOS-ähnlicher Oberfläche. In Tests liefert Bazzite auf dem ROG Xbox Ally X teils deutlich höhere Bildraten als Windows. Beispiel: Kingdom Come: Deliverance 2 erreicht im 17‑Watt‑Modus rund ein Drittel mehr FPS unter Linux. Auch Hogwarts Legacy profitiert je nach Leistungsprofil sichtbar. Nicht in jedem Szenario liegt Linux vorn – in sehr sparsamen Modi kann Windows vereinzelt gleichziehen – die Tendenz ist jedoch klar: Der Handheld fühlt sich unter Bazzite agiler an.
| Spiel | Modus | Win11 | Linux | Diff. |
| Kingdom Come 2 | 17 Watt | 47 | 62 | +15FPS +31,91% |
| Kingdom Come 2 | 13 Watt | 35 | 37 | +2FPS +5,71% |
| Hogwarts Legacy | 17 Watt | 50 | 62 | +12FPS +24% |
| Hogwarts Legacy | 35 Watt | 60 | 65 | +5FPS +8,33% |
| Hogwarts Legacy | 13 Watt | 38 | 37 | -1FPS -2,63% |
Schnellere Sleep-Rückkehr, stabilere Frametimes
Neben der reinen FPS‑Zahl wirkt das Spielerlebnis unter Linux konsistenter: kürzere Aufwachzeiten aus dem Sleep‑Modus, weniger störende Pop‑ups und seltenerer Kontextwechsel aus dem Game‑Modus. Subjektiv ergibt das eine rundere „Konsole‑aus‑dem‑Standby“-Erfahrung, wie man sie von Steam Deck und SteamOS kennt. Unter Windows können Hintergrunddienste, Overlays und Benachrichtigungen den Flow stören – gerade bei 15–20 Watt, wo jeder Prozentpunkt Effizienz zählt.
Die Gründe sind nüchtern: Eine schlanke Linux-Basis mit handheldspezifischen Optimierungen (Energieverwaltung, Shader‑Cache, Compositor‑Tuning) reduziert Overhead. Windows bringt dafür die breite Kompatibilität mit, von Xbox Game Pass bis hin zu Spielen mit strengen Anti‑Cheat‑Systemen und Tools, die auf dem Desktop‑OS schlicht zuverlässiger laufen. Wer die maximale Spiele‑Auswahl will, bleibt bei Windows – wer das beste Handheld‑Gefühl sucht, dürfte mit Bazzite experimentieren oder auf Dual‑Boot setzen.
Ausblick: Microsoft verspricht Verbesserungen für 2025/2026
Microsoft arbeitet an weiteren Handheld‑Features für Windows: neue Standard‑Spielprofile, bessere Docking‑Erlebnisse sowie KI‑gestützte Funktionen wie „Automatic Super Resolution“ und automatische Highlight‑Reels, die 2026 ausgerollt werden sollen. Wenn diese Verbesserungen greifen – und die Xbox Full Screen Experience spürbar reift – könnte Windows den Rückstand beim Handheld‑Komfort verkürzen.
Einschätzung der SHOCK2-Redaktion
Kurzfristig: Wer das Maximum an Performance und Bedienkomfort aus dem ROG Xbox Ally X holen möchte, kann Bazzite als Zweitsystem testen – mit dem Wissen, dass nicht jedes Spiel (noch) reibungslos läuft. Mittel‑ bis langfristig: Bleibt Windows das Pflicht‑OS für lückenlose Kompatibilität; entscheidend ist, wie schnell Microsoft die Handheld‑Baustellen schließt. Das Potenzial der Hardware steht außer Frage – die Software muss nachziehen.
Einschätzung: Klingt nach einem sinnvollen Update-Pfad
Die Richtung stimmt: Erst Stromverbrauch & Komfort, dann das Feintuning fürs Andocken – und 2026 die großen KI-Bausteine. Damit adressiert Microsoft zentrale Kritikpunkte klassischer Windows-Handhelds (Akkulaufzeit und Bedienkomfort) und legt gleichzeitig mit Features nach, die sich im Alltag tatsächlich bemerkbar machen könnten.



