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Review: The Dark Prophecy

Aus den dunklen Adventure-Tagen

Das Leben in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt ist nicht leicht – schon gar nicht, wenn man als kleiner Junge niederen Standes plötzlich einen wichtigen, aber gleichzeitig schwierigen Auftrag erhält: Das Königreich ist in Gefahr, und der Hofzauberer Merlin muss unbedingt erfahren, dass eine alte Prophezeiung eintreten wird. Was wie der Auftakt eines großen Abenteuers klingt, ist aber tatsächlich nur ein kleiner Adventure-Happen – ob es sich um einen Leckerbissen handelt, haben wir uns angesehen.

Retro-Pixel

Auf den ersten Blick wird klar, dass die Macher von The Dark Prophecy die großen Klassiker lieben: Das Spiel bietet eine liebevolle Pixeloptik, die gekonnten Retro-Charme vermittelt; auch die Steuerung orientiert sich an den Point&Click-Adventures von damals – ihr wechselt zwischen verschiedenen Kommandos, wie „Benutzen“, „Reden“ oder „Ansehen“, interagiert mit diversen Hotspots und puzzelt euch durch die Welt, um eure Aufgabe zu erledigen. Leider kommen wir damit aber auch schon in jenen Bereich, wo der Vergleich mit den Klassikern das Spiel deutlich den Kürzeren ziehen lässt: Das Interface funktioniert zwar mit der Maus gut (auch wenn modernere Spiele hier schon neue, komfortablere Ansätze gefunden haben), auf der Konsole ist die Steuerung allerdings deutlich schwächer – das Bewegen des Mauszeigers per Analogstick fühlt sich nicht so intuitiv an, wie es könnte, ist aber trotzdem kein totaler Beinbruch.

Ein kurzes Vergnügen

Leider kann The Dark Prophecy aber auch als Adventure nicht überzeugen: Die Puzzles sind wahlweise zu leicht oder die Hinweise, was eigentlich zu tun ist, zu obskur, was zum Raten verführt (was durchaus tödlich enden kann – speichert regelmäßig!). Die Story selbst spielt mit einer Menge Klischees und einem gewissen Humor, aber die Dialoge könnten deutlich pointierter sein und die Charaktere interessanter. Zwar werden bei einigen Figuren und auch der Welt größere Hintergründe angedeutet, aber diese Geschichten dann doch nicht erzählt – und das gilt auch für Jacob selbst, der erstaunlich farblos bleibt. Und so bleibt am Ende des Spiels, das ihr je nach eurem Puzzle-Talent schon in weniger als einer Stunde erreichen könnt, eine gewisse Leere zurück, dass die Geschichte gerade dort endete, wo sie vielleicht interessant geworden wäre und sich die Vorarbeit im Storytelling ausgezahlt hätte. Schade eigentlich.

Fazit

Wertung - 6.5

6.5

Adventure-Häppchen

The Dark Prophecy ist ein Spiel, das man als Retro-Fan eigentlich lieben will: Die Optik ist knuffig/nostalgisch, die Atmosphäre märchenhaft und magisch und der Humor niedlich. Doch kaum geht das eigentliche Adventure-Gameplay los, geht der Zauber verloren. Die Puzzles können nicht überzeugen und bisweilen ist alles andere als klar, was als nächstes zu tun ist, die Dialoge punkten eher selten und die Story beginnt erst dann wirklich an Fahrt aufzunehmen, als das Spiel schon endet. Damit bleibt The Dark Prophecy ein nettes, aber alles in allem nur durchschnittliches Adventure-Erlebnis, das nur als kurzes Appetithäppchen taugt.

Genre: Adventure
Entwickler: Star Warp, Ratalaika Games
System: Switch, Steam, PS4/5, Xbox One/Series
Erscheint: erhältlich
Preis: ca. 10 Euro

 

Florian Scherz

Bereits früh entwickelte Florian zwei große Leidenschaften: Videospiele und Theater. Ersteres brachte ihn zu einem Informatikstudium und zu Jobs bei consol.MEDIA und Cliffhanger Productions; zweiteres lässt ihn heute (unter anderem) als Schauspieler, Regisseur, Komponist und Lichtdesigner arbeiten. Wenn er gerade keine Musicals inszeniert, spielt oder schreibt, vermisst er auf Shock2 Videospiele von anno dazumal in seiner Blog-Reihe "Spiele, die ich vermisse".

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