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Review: Wall Town Wonders

Schauwert ohne viel Gameplay

Stellt euch vor, ihr seid in eurem Zuhause – und plötzlich ist da ein Loch in der Wand. Was für den Eigentümer im echten Leben nur Ärger bedeutet, ist in Wall Town Wonders ein Grund zur Freude: Hinter dem Loch steckt ein Volk aus kleinen Leuten, das euer Wohn-/Spiel- oder Arbeitszimmer zu seinem neuen Zuhause auserkoren hat und eine Stadt errichten will. Mit eurer Hilfe natürlich …

Freie Wände, bitte!

Falls ihr es aus dieser Beschreibung noch nicht herausgehört habt: Ja, ihr spielt Wall Town Wonders tatsächlich in euren eigenen vier Wänden und solltet euch deshalb einen Raum suchen, der groß genug ist – wobei weniger die freie Bodenfläche (obwohl ihr dennoch genug herumspazieren werdet), sondern vor allem der freie Platz auf den Wänden zentral ist. Vor Beginn des Spiels wird nämlich erstmal euer Zimmer gescannt und identifiziert, was für eventuelle Interaktionen interessant ist – freie Wandflächen, der Boden, aber auch Monitore und Fernseher werden hier entdeckt. Da die diversen Häuser, die ihr im Laufe von Wall Town Wonders errichtet und dann auch immer weiter aufwertet, ihren Platz brauchen, ist ein Zimmer mit zu vielen Regalen suboptimal, da das Spiel euch dort nicht bauen lässt. Unser erstes Testzimmer – das Arbeitszimmer – hat sich deshalb im Laufe der Partie als eher ungeeignet herausgestellt, während ein zweiter Versuch im geräumigeren Wohnzimmer deutlich besser funktionierte.

Wuseln in AR

Nachdem dieser erste Schritt getätigt wurde, kann es aber auch schon losgehen. Dank der Fähigkeiten der Quest 3 (bzw. Quest 3S) seht ihr per Passthrough-Modus eure Umgebung, aber eben schon rasch aufgepeppt mit diversen kleineren und größeren Wundern: Das schon erwähnte Loch in der Wand, diverse Häuser, durch das Zimmer fliegende Ballons, Pilze am Boden – nach und nach wird euer Zimmer immer lebendiger und es macht Spaß, dem Gewusel zuzusehen oder einfach mal nahe an diverse Objekte heranzutreten und einen genaueren Blick auf die Vorgänge im Inneren einen Hauses zu werfen. Natürlich ist auch Interaktion gefragt: Auf Buttondruck lauscht ihr den Anliegen eurer Mitbewohner, baut neue Gebäude oder erweitert bestehende (was Ressourcen kostet), stellt euch aber auch diversen Minigames, wie dem Abschießen von Käfern mit einer Miniarmbrust auf eurer Hand oder dem Steuern eines Ballons per Ventilator.

Schauen oder spielen?

Leider sind es genau diese Interaktionen, die dem Spiel eine höhere Wertung verbauen: Während das Spiel schöne Schauwerte bietet, ist das eigentliche Gameplay dünn. Der Aufbau-Teil beschränkt sich auf das Platzieren der Gebäude und das eventuelle Ausbauen – nicht einmal die Lage der Häuser zueinander spielt eine große Rolle, und im Grunde genommen spielt sich das Spiel in dieser Hinsicht eigentlich selbst. Erwartet euch also keine Aufbau-Simulation im Stile von ANNO oder Die Siedler, wo es viel zu optimieren gibt – vielleicht abgesehen vom Platz an den Wänden. Gut, darüber könnte man noch hinwegsehen, aber auch die Minigames enttäuschen. Das liegt weniger daran, dass sie schlecht zu steuern wären – obwohl auch hier Probleme auftreten – sondern daran, dass das Spiel diese zu wenig oder zumindest zu wenig genau erklärt, was bisweilen frustrierend sein kann. Positiv wollen wir hier allerdings noch zum Abschluss erwähnen, dass die Entwickler bereits Verbesserungen in dieser Hinsicht versprochen haben.

Fazit:

Wertung: - 7

7

Schön anzusehen, aber zu wenig Spiel

Wall Town Wonders ist wunderschön anzusehen und ein Beweis, dass man in AR interessante Konzepte umsetzen kann. Das Herumwuseln auf den Wänden und die liebevollen Details überzeugen. Leider bleibt dabei allerdings das Spiel auf der Strecke: Die Minigames sind nicht nur wenig abwechslungsreich, sondern auch schlecht erklärt, und die Herausforderung des Stadtbaus liegt weniger darin, Wirtschaftskreisläufe in Schwung zu bringen, sondern freien Platz auf den Wänden zu finden. Damit bleibt Wall Town Wonders ein interessantes Konzept, von dem wir gern mehr sehen würden, das als Spiel aber leider nicht überzeugen kann. Hoffen wir auf viele Patches und Verbesserungen.

Genre: Simulation
Entwickler: Cyborn
Erscheint: erhältlich
System: Quest 3/3S
Preis: ca. 20 €

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Florian Scherz

Bereits früh entwickelte Florian zwei große Leidenschaften: Videospiele und Theater. Ersteres brachte ihn zu einem Informatikstudium und zu Jobs bei consol.MEDIA und Cliffhanger Productions; zweiteres lässt ihn heute (unter anderem) als Schauspieler, Regisseur, Komponist und Lichtdesigner arbeiten. Wenn er gerade keine Musicals inszeniert, spielt oder schreibt, vermisst er auf Shock2 Videospiele von anno dazumal in seiner Blog-Reihe "Spiele, die ich vermisse".

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