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Review: Uncharted

Erstmals berichtet haben wir über die „kommende“ Uncharted Verfilmung vor über einem Jahrzehnt, damals noch im consol.AT Magazin. Rechtzeitig, rund um den Release der Uncharted: Legacy of Thieves Collection, kommt die lang erwartete Videospielverfilmung endlich auf die große Leinwand. Regisseur Ruben Fleischer (Venom, Zombieland) liefert ein unterhaltsames, weltumspannendes Abenteuer, das sich schamlos von einem sogar namentlich erwähnten Indiana Jones inspirieren lässt, aber nie ganz den Geist & Charme dessen Abenteuer einfangen kann.

Quasi als Vorgeschichte zu den Spielen schlüpft Tom Holland in die ehemals aus Polygonen modellierten Schuhe von Nathan Drake, einem geschickten Barkeeper, Geschichtsfreak und gelegentlichen Taschendieb, der vom Partner seines entfremdeten Bruders Sully (Mark Wahlberg) rekrutiert wird, um nach dem verlorenen Schatz von Magellan zu suchen. Es folgt eine  actiongeladene Jagd, gefüllt mit genügend alten Hinweisen und Geheimgängen, die Dan Browns Robert Langford erröten lassen würden.

Der Film schwelgt im Genre des Abenteuerfilms und trägt seine Klischees stolz auf den hochgekrempelten Ärmeln seines Safarihemdes. Allerdings gelingt es Fleischer nicht, den richtigen Schwung für eine spannende Verfolgungsjagd gegen die Zeit aufzubringen.

Holland beweist zumindest, dass er auch außerhalb des Marvel Cinematic Universe als Hauptdarsteller taugt. Er bringt frische Energie und Körperlichkeit in eine Rolle, die einer Montage gleicht und erforscht zwischen Klimmzügen mit freiem Oberkörper Artefakte aus dem 16. Jahrhundert. Drake ist in beiderlei Hinsicht flink auf den Beinen und denkt in den Kampfszenen so schnell, dass Holland seine eigenen akrobatischen Talente mit einem Hauch von Parkour ausspielen kann. Wer nun denkt: „Aber Nathan Drake ist doch nicht Spider-Man“ der kann beruhigt sein, es geht genug schief und der junge Held muss einiges einstecken.

In der Zwischenzeit fügt Wahlbergs misstrauischer und unzuverlässiger Charakter Sully Frechheit und Sarkasmus zu dem hinzu, was eindeutig eine unterhaltsame Buddy-Coop-Dynamik sein soll. Zwar gibt es immer wieder sehr gute und witzige Momente, gerade anfangs fehlt es Holland und Wahlberg allerdings sichtlich an der nötigen Chemie, um als Duo auf der Leinwand wirklich zu zünden. Ihre Beziehung entwickelt sich zwar, aber sie geben nie das Gefühl, mehr als nur „Kollegen“ auf Schatzsuche zu sein. Da Vertrauen unter Dieben ein zentrales Thema ist, vervollständigt Sullys betrogene Partnerin Chloe (Sophia Ali) das Dreieck des Misstrauens unter den Abenteurern. Aber insgesamt macht es das Spiel aus Allianzen und Verrat, das sich abspielt, nur noch schwieriger, sich in die wahren Motive der Beteiligten hineinzudenken. Schade ist auch, dass die Gegenspieler, wieder mal nur „böse“ sind… Auch hier haben Genre-Verfilmungen in den letzten Jahren oftmals gezeigt, dass man mehr Tiefgang servieren kann.

Vieles deutet darauf hin, dass der Film als Start einer neuen Franchise gedacht ist. Und mit viel Potenzial und einer weit geöffneten Tür für eine künftige Fortsetzung ist Uncharted ein guter Versuch, die Lücke auf dem Filmmarkt zu füllen, die Indy, Alan Quatermain & Lara derzeit hinterlassen. Aber die Serie muss ihre Reserven an Charme und Schwung auffüllen, um in der gleichen Liga zu spielen wie der Lieblingsarchäologe des Kinos.

Wertung

Gleich mal vorweg Uncharted schafft es nur in ganz wenigen Momenten die Videospiel Vorlage richtig einzufangen. Dazu wurde zu viel verändert. Der Film dürfte aber gerade Familien, die noch nichts mit dem Franchise zu tun hatten, einen guten Kinoabend bescheren. Selbst Mark Wahlbergs Victor Sullivan macht in einigen Szenen Spaß und gerade im letzten drittel des Film stimmt dann auch mehr und mehr die Chemie zwischen ihm und Tom Holland. Insgesamt ein Abenteuerfilm, der Lust auf die Games macht und wenn man an einigen Ecken und Enden noch feilt auch eine Fortsetzung verdient hat. Fans der Spiele dürfen sich über einige Easter Eggs freuen, aber sollten sich auf einen Nathan Drake aus einem Paralleluniversum einstellen.

Kurzinformationen
Kinostart:  17.02.2022
Filmlänge: 116 Minuten
Land, Jahr: USA, 2022
Genre: Abenteuer/Action
Regie: Ruben Fleischer

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