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Review: The Witcher 3: Wild Hunt (Switch)

The Witcher 3: Wild Hunt auf der Nintendo Switch? Kann das überhaupt gut gehen? Ja!

Auch vier Jahre nach der Erstveröffentlichung gilt The Witcher 3: Wild Hunt immer noch als eines der besten Rollenspiele auf dem Markt. Über 20 Millionen verkaufte Einheiten sprechen eine deutliche Sprache. Auch wenn CD Projekt Red mit Cyberpunk 2077 bereits das nächste heiße Eisen im Feuer hat, erscheint nun ein ambitionierter sowie beeindruckender Port des Action-Rollenspiels für die Nintendo Switch.

Egal, ob mit einem Feuerzauber, dem Schwert oder der Armbrust: Geralt weiß sich zu verteidigen.

Auf der Nintendo Switch bekommt ihr keinen komplett abgespeckten Port, sondern das volle Programm. Die Complete Edition von The Witcher 3: Wild Hunt umfasst neben dem Hauptspiel die beiden großen Erweiterungen Hearts of Stone und Blood and Wine sowie 16 kleinere DLCs mit zusätzlichen Quests, Ausrüstungsgegenständen, Kostümen oder Artworks für Gwent-Karten. Wollt ihr das Hauptspiel durchspielen, solltet ihr 45-55 Stunden einplanen und gleich noch einmal so viel, wenn ihr auch die Nebenhandlungen erleben wollt. Und das solltet ihr auf jeden Fall, denn anders als bei anderen Genrevertretern sind diese mit viel Liebe zum Detail geschrieben. Außerdem sind sie so umfangreich und abwechslungsreich, dass andere Entwickler daraus gleich eine Erweiterung oder gar ein komplett eigenes Spiel gestrickt hätten. Dies gilt vor allem auch für die beiden großen Erweiterungen, die ihr auf Wunsch sogar als „Standalone“-Abenteuer starten könnt. Bei Hearts of Stone legt ihr euch mit einem unsterblichen Banditenboss an und im großen Finale Blood and Wine verschlägt es euch nach Toussaint, einer Region, die anders als das restliche Spiel nicht vom Krieg gezeichnet ist. Der Hexer muss sich hier mit einer grausamen Mordserie auseinandersetzen. Insgesamt sind rund 200 Stunden Spielzeit drin.

Das Meer des Inselkönigreich Skellige könnt ihr mit dem Schiff erkunden.

Wie auch die kommende Netflix-Serie mit Henry Cavill basieren die Witcher-Spiele auf den Romanen des polnischen Schriftstellers Andrzej Sapkowski. Um die Abenteuer des Hexers auf der Switch genießen zu können, benötigt ihr jedoch keine Vorkenntnisse. So schlüpft ihr in die Rolle eines vorgegebenen Helden: Geralt von Riva. Ihr seid ein Hexer, der sein Geld damit verdient, Monster und andere finstere Geschöpfe zu beseitigen, die der Bevölkerung des Landes übel mitspielen. Bei Wild Hunt hat Geralt zudem die Aufgabe, nach dem Elfenblut Ciri zu suchen, die zudem auch seine Ziehtochter ist. Um die Story von The Witcher 3: Wild Hunt müsst ihr die beiden Vorgänger-Games nicht gespielt haben.

Die Spielwelt ist voller abwechslungsreicher Aufgaben.

Die offene Welt des Spiels besteht aus drei riesigen und einigen kleineren Gebieten, die durch Ladebildschirme voneinander getrennt sind. Allerdings sind die drei großen Regionen, die Skellige Inseln, Toussaint und die Großstadt Novigrad mitsamt des weitläufigen Umlandes alleine schon größer als die Spielwelten anderer Titel wie Skyrim. Trotz der Größe wirkt jeder Ort sorgsam gestaltet und stimmig mit Bauernvolk und Wachen, die ihrem Tagewerk nachgehen, düsteren Wäldern, dynamischem Wetter und Monstern, die zur Strecke gebracht werden müssen, bevölkert. Die Welt von The Witcher 3 ist aber nicht nur groß und schön, sondern bietet auch zahlreiche Aufgaben und Geheimnisse, durch die sie erst richtig zum Leben erwacht. Monsternester, versunkene Schätze und optionale Quests, die sich mitunter zu langen Geschichten entwickeln, warten an jeder Ecke und verlängern den Weg von einem Ort zum anderen manchmal um mehrere Stunden. Um die Reise zu beschleunigen, gibt es ein Schnellreisesystem und Geralts treues Pferd Plötze.

Sehr lebendig wirkende NPC-Charaktere wie Geralts Mentor wachsen euch schnell ans Herz.

The Witcher 3: Wild Hunt lebt nicht nur von der tollen und ausgefeilten Story, sondern auch von den vielen detailliert ausgearbeiteten Charakteren. Da gibt es etwa den Barden Rittersporn, Geralts große Liebe Yennefer von Vengerberg, seine alte Affäre Triss Merigold, Ciri oder Mentor Vesemir. Hinter jeder Mission steckt eine interessante Geschichte mit nuancierten Charakteren, die nicht wie 08/15-Videospiel-Auftraggeber-NPCs, sondern wie echte Personen wirken. Selbst strukturell simpel gestrickte Aufgaben wie die Suche nach einer Bratpfanne (!) werden durch die hervorragend geschriebenen Dialoge in einen spannenden Handlungsrahmen gebettet. Hinzu kommt, dass wie in einem Witcher-Spiel üblich auch Entscheidungen gefragt sind, die in weiterer Folge auch Konsequenzen nach sich ziehen. Dabei verzichtet CD Projekt darauf, eine „gute“ und eine „böse“ Wahl anzubieten, denn diese zwei Extreme existieren in der Welt des Witchers schlicht und einfach nicht. Schließlich werden auch die Beziehungen der Protagonisten untereinander behandelt – Sexszenen inklusive, die aber nicht Frauen wie Trophäen behandeln, sondern sich auf eine erwachsene Art und Weise mit dem Thema beschäftigen.

Ein starker Magen kann bei Witcher 3 nicht schaden.

Wie schlägt sich das Rollenspiel auf der Nintendo Switch?

Verantwortlich für die Umsetzung auf der Switch zeichnet sich Saber Interactive, die bereits bei den Anpassungen von The Witcher 3: Wild Hunt für die PlayStation 4 Pro und die Xbox One X einen sehr guten Job gemacht haben. Für die Switch-Version musste tief in die technische Trickkiste gegriffen werden, verfügt die Nintendo-Konsole doch über deutlich weniger Rechenpower. Besonders im heiklen Handheldmodus zeigt sich der Switch Port von seiner besten Seite ist. So wirkt das Spiel zu jeder Zeit flüssig, selbst wenn in einer Stadt eine Vielzahl an NPC-Charakteren unterwegs sind oder in den Sümpfen Wasser- und Nebeleffekte zusätzliche Rechenpower benötigen. Hie und da sinkt zwar die Framerate unter die 30 Frames und man sieht den einen oder anderen Ruckler, richtig störend ist dies jedoch nie.  Spielt ihr unterwegs auf dem Handheld, bekommt ihr eine dynamische Auflösung von rund 540p vorgesetzt, auf dem TV-Schirm könnt ihr mit 720p rechnen. Optional lassen sich sogar Effekte wie Bewegungsunschärfe ein- und ausschalten. Im Handheldmodus gefiel uns das Spiel ohne Filter sogar etwas besser, dies dürfte jedoch Geschmackssache sein.

Natürlich muss die Grafik mit deutlich weniger Details und Effekten auskommen als etwa auf der PS4 oder Xbox One. So wirken Texturen und Umgebung etwas bis deutlich unschärfer und wenn viele NPCs, etwa in einer Stadt, zu sehen sind, so werden sie etwas später eingeblendet. Aber auch hier hält sich alles im Rahmen und der Umstand dieses Spiel unterwegs spielen zu können, wiegt die Abstriche um ein Vielfaches auf. Und wer nicht über diese Schwächen hinwegsehen kann, der kann dieses wunderbare Spiel ja noch immer auf einem entsprechenden PC, der PS4 Pro oder der Xbox One X spielen.

Im Vergleich läuft das Spiel auf der PS4 und Xbox One mit 1080p und 30 FPS, während ihr auf der Switch mit 540p (Handheld) und 720p (Dock-Modus) bei 30 FPS auskommen müsst. Die Entwickler haben es zudem geschafft, auf 32 Gigabyte das komplette Hauptspiel, die beiden Erweiterungen und alle 16 DLCs unterzubringen. Kauft ihr euch die Retailfassung des Spiels, müsst ihr nur Patches herunterladen und die Audiodaten für einige exotischere Sprachen. Lob gibt es auch für ein paar sehr sinnvolle An- und Verbesserungen. So wurde das Interface und die verwendeten Schriften so angepasst, dass sie auch auf der Nintendo Switch Light lesbar sind. Außerdem lässt sich die Empfindlichkeit der Anlogsticks konfigurieren, wer die teilweise recht haklige Steuerung von The Witcher 3 kennt, weiß, dies stellt eine deutliche Verbesserung dar.

Wertung: - 9

9

The Witcher 3 ist kein perfektes Spiel, so kann man über die Steuerung und das Kampfsystem schon das eine oder andere kritische Wort verlieren. Wer jedoch gute, ja phänomenale Rollenspiele mag, kommt an diesem Spiel nicht vorbei. Die Nintendo-Umsetzung stellt eine beachtliche technische Leistung dar. Klar gibt es deutliche Abstriche bei der Grafik, die Switch überrascht euch aber immer wieder mit echtem Augenzucker. Spielerisch bekommt ihr jedoch das volle und uneingeschränkte Gesamterlebnis. Vor allem auf dem kleinen Schirm gehört das Spiel klar in die oberste Liga der Switch-Spiele, wer also auch unterwegs das eine oder andere Quest erledigen möchte oder schon länger vorhatte, die großen The Witcher 3-Erweiterungen nachzuholen, hat nun einen tollen Grund in die unvergleichbare Fantasy-Welt erneut oder gar zum ersten Mal einzutauchen. Auch auf der Switch ist The Witcher 3: Wild Hunt die unbestrittene Genrereferenz.

User Rating: 5 ( 1 votes)
Genre: Action/Rollenspiel
Entwickler: CD Projekt Red (Saber Interactive)
System: Nintendo Switch
Erscheint: erhältlich
Preis: ca. 60 Euro

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The Witcher 3: Wild Hunt – Complete Edition für Nintendo Switch

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