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Review: The Rogue Prince of Persia (Switch/Switch 2)

Evil Empire schickt den Prinzen in eine elegante Dauerschleife aus Parkour, Klingen und Kontrollverlust. Auf Nintendo Switch und vor allem auf Switch 2 zeigt The Rogue Prince of Persia, warum diese Reihe gerade wieder erstaunlich lebendig ist.

Es gibt Comebacks, die riechen nach Pflichtübung. Und es gibt Comebacks, die plötzlich wieder Lust auf eine ganze Marke machen. The Rogue Prince of Persia gehört sehr klar zur zweiten Sorte. Nach dem Start im Steam Early Access im Mai 2024 wurde das Spiel über viele große Updates hinweg spürbar umgebaut, erweitert und geschärft, ehe im August 2025 die Version 1.0 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erschien. Die Fassungen für Nintendo Switch und Switch 2 folgten digital im Dezember 2025. Seit 10. April 2026 ist The Rogue Prince of Persia außerdem über Ubisofts Publishing Partner U&I Entertainment für PlayStation 5, Nintendo Switch und Switch 2 als Standard und Immortal Edition auch im physischen Handel erhältlich.

In The Rogue Prince of Persia wird Persien von den Hunnen angegriffen. Schnell überrennen sie das Land und fallen in der Hauptstadt ein. Nun liegt es an dem Prinzen die Stadt zu retten und die Hunnen zurückzuschlagen. Dabei ist er in einer Zeitschleife gefangen, bei der er nach jedem Tod zurückgesetzt wird und einen neuen Versuch starten kann. 

Auf eurem Abenteuer stolpert ihr früher oder später über Bewohner der Stadt und Familienmitglieder, die euch etwas über die aktuelle Lage berichten. Dadurch erhält man manchmal Informationen, die neue Bereiche freischalten. Oder ihr rettet Bewohner, die euch bei eurem Kampf unterstützen und euch in der Oase erwarten.  

Ausgerüstet mit zwei Dolchen kann man eine klassische dreier Kombi ausführen und durch gedrückthalten des Angriffs einen Spezialangriff aufladen. Mit dem Bogen kann man Gegner auch aus der Ferne ausschalten. Auf seinem Weg findet man allerdings auch Kisten, die verschiedene Waffen beinhalten, die alle mit ihren eigenen Kombis und Spezialangriffen ausgestattet sind. Mit der Axt greift man beispielsweise langsamer an als mit den Dolchen, macht aber dafür mehr Schaden. Auch den Bogen kann man gegen ein Chakram austauschen, das mehrere Gegner auf dem Hin- und Rückweg treffen kann. Gegner können aber auch mit einem Tritt in andere Gegner oder Wände gestoßen werden, um sie zu betäuben. Oder man befördert sie direkt in eine Falle und macht so kurzen Prozess. 

Die Kämpfe sind dynamisch, herausfordernd und sehen gut aus. Damit kann sich Prince of Persia jetzt nicht unbedingt von der Konkurrenz abgrenzen. Doch hier kommt das klassische Moveset des Prinzen ins Spiel. Denn auch dieses Mal kann man sich von Stange zu Stange schwingen und Wände entlang- und hochlaufen. Mit gut ausgeführten Manövern und Angriffen könnt ihr eure Movement Leiste auffüllen, wodurch der Prinz einen Geschwindigkeitsboost bekommt, um sich noch besser durch die Level zu bewegen. 

Hinter den Türen verstecken sich immer wieder Herausforderungen und Belohnungen. Manchmal ist es einfach ein Raum mit einer Kiste, ein anderes Mal findet ihr einen Raum mit Gegnern oder einen Hindernisparcour. Am Ende eines dieser Räume erwartet euch eine Kiste mit Waffen, Medaillen oder Pläne für neue Ausrüstung, die ihr im Lager freischalten könnt.

Mit den Medaillen könnt ihr bestimmten Aktionen Bonuseffekte geben. So beginnen Gegner zu brennen, wenn ihr sie gegen Wände tretet, oder eure Fernkampfangriffe erzeugen bei einem Treffer eine Giftwolke. Anfang könnt ihr 3 Medaillen gleichzeitig ausgerüstet haben, findet aber immer wieder extra Slots oder schaltet sie im Fähigkeitenbaum frei. Habt ihr bestimmte Medaillen gemeinsam ausgerüstet könnt ihr einen extra Bonus freischalten, wodurch sich neue Synergien ergeben und eure Runs abwechslungsreich halten. 

Neben Waffen und Medaillien könnt ihr zwischen den Runs euren Fähigkeitenbaum verbessern. Dort könnt ihr die Werte und Angriffe eures Prinzen verbessern sowie eure Runs einfacher gestalten, indem ihr mit mehr Ressourcen startet oder ein zusätzliches Leben habt. Habt ihr Ressourcen übrig könnt ihr sie auch in neue Kostüme für den Prinzen investieren. 

Optisch macht The Rogue Prince of Persia einiges her. Die Animationen gehen schön ineinander über und sind immer gut lesbar. Die verschiedenen Orte sind abwechslungsreich und werden von einem wunderbaren Soundtrack untermalt. Nur wenn viele Gegner Gleichzeitig am Bildschirm sind, kann es manchmal ziemlich hektisch und unübersichtlich werden. Doch das kommt zum Glück eher selten vor. 

The Rogue Prince of Persia läuft sowohl am PC als auch am Steam Deck perfekt. Der einzige Unterschied sind manchmal etwas längere Ladezeiten als am PC, wenn man das Gebiet wechselt. Ansonsten läuft das Spiel ohne große Änderungen der Einstellungen problemlos. 

Auf Switch gut, auf Switch 2 klar besser

Die gute Nachricht zuerst: Dieses Spiel passt hervorragend auf ein Handheld. Kurze bis mittellange Runs, sofort verständliche Ziele, ein exzellentes Bewegungsgefühl und dieser ständige Eine Runde noch Effekt machen The Rogue Prince of Persia zu einem fast schon idealen Begleiter für unterwegs.

Auf Switch 2 spielt sich das Ganze am rundesten. Die Darstellung ist scharf, die Performance überwiegend sehr flüssig und gerade im Handheld Betrieb entfaltet der Titel eine enorme Sogwirkung. Der Stil profitiert von den kräftigen Farben, den klaren Kontrasten und den wunderbar lesbaren Animationen. Dazu kommt ein Soundtrack von Asadi, der elektronische Energie mit persischen Einflüssen mischt und dem Spiel viel Eigenständigkeit verleiht.

Die Basisfassung auf Nintendo Switch bleibt ein gutes Spiel, muss im direkten Vergleich aber eher kleine Zugeständnisse machen. Das Gesamtbild wirkt dort etwas weniger komfortabel und nicht ganz so edel wie auf Switch 2. Spielbar und spaßig ist das alles weiterhin, doch wenn man die Wahl hat, sollte man klar zur neueren Hardware greifen. Dort fühlt sich das Spiel schlicht mehr nach seinem Idealzustand an.

Was beide Fassungen nicht ganz vermeiden, sind Ladezeiten, die etwas länger ausfallen, als man es sich bei einem so flüssigen Spiel wünschen würde. Das ist kein Totalschaden und auch nichts, was den Spaß dauerhaft ruiniert. Es ist nur jener kleine Moment, in dem das Spiel kurz tief Luft holt, obwohl man selbst eigentlich schon längst wieder losrennen will.

2. Meinung Michael:  Der Prinz hat seinen Groove gefunden

The Rogue Prince of Persia macht in der 1.0 genau das, was wir uns seit der ursprünglichen Veröffentlichung im Early Access (Mai 2024) gewünscht haben: Es bündelt die schon damals großartige Parkour-Action und das flinke Klingen-Ballett endlich zu einem runden Gesamtpaket. Wo früher noch „da kommt sicher noch was“ stand, gibt’s jetzt Substanz: der finale Story‑Akt, neue Biome und der lang erwartete Endgegner König Nogai geben dem Run‑Loop ein klares Ziel – und dem Tod endlich ein schönes „Noch einmal mit Gefühl!“. Dass Evil Empire mit Post‑Launch‑Pflege umgehen kann, haben die Macher schon mit Dead Cells bewiesen; hier merkt man’s an unzähligen Detailverbesserungen.

Gerade die Feinarbeit trägt: Von QoL‑Features wie dem Arsenal (ungeliebte Drops einfach bannen) bis zum kompakten Tutorial‑Kompendium wirkt vieles entschlackt und spielnäher. Kombiniert mit dem knackigen Traversal – Wandsprints, Seil‑Swings, Gegner per Kick in Stacheln befördern – ist The Rogue Prince of Persia nun genau dieses elegante, schnelle Roguelite, das wir in der EA‑Phase zwischen „toller Flow“ und „Content kommt noch“ verortet hatten. Jetzt kommt’s – und zwar mit Ansage.

Der Release wechselt von „PC‑Early‑Access“ zu einer sauberen Multiplattform‑Landung auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S am 20. August – Versionen für Switch sind zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen. Damit steht der Prinz endlich dort, wo seine flüssige, pad‑freundliche Action hingehört: auf dem Sofa, am Schreibtisch, überall. (Und ja, wir haben die 1.0 bereits ausführlich gespielt.)

Unterm Strich ist The Rogue Prince of Persia jetzt „fertig“ im besten Sinne: fokussierter, umfangreicher, stilistisch sicherer. Kleine Runs für Zwischendurch, lange Nächte für Perfektionist:innen – und genügend Build‑Spielerei, um beide Lager glücklich zu machen. Der Prinz ist zurück, nicht nostalgisch, sondern zeitgemäß: schnell, präzise, respektlos gegenüber der Schwerkraft – und endlich mit einem Ziel, das mehr ist als nur „noch ein Versuch“.

P.S.: Gespielt habe ich u. a. auf dem Steam Deck – läuft, macht Laune und fühlt sich dank kurzer Runs und klarer Optik wie gemacht für unterwegs an. Sicher ein gutes Zeichen für die  später erscheinenden Switch-Versionen (inklusive Switch 2).

Fazit:

Wertung: - 9

9

Seitdem der Early Access letztes Jahr gestartet ist, habe ich mit Freude immer wieder in das Spiel reingeschaut. Mit jedem Update wurde es umfangreicher, Systeme wurden überarbeitet und verbessert und jedes Mal hatte ich etwas mehr Spaß mit The Rogue Prince of Persia. Das Gameplay war schon von Beginn an hervorragend doch auch hier wurde nochmal nachgelegt und man kann sich nun noch besser durch die Level bewegen. Durch die kürzeren Durchgänge kann man auch immer wieder schnell eine Runde einschieben. The Rogue Prince of Persia ist wie erwartet ein schönes Gesamtpaket geworden, das den Prinzen perfekt in ein Roguelite verwandelt.

Genre: Roguelite, Action, Plattformer
Entwickler: Evil Empire
Erscheint: 20. August 2025
System: Switch, Switch 2, PC, Xbox Series, PS5
Preis: ca. 25€ 

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