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Review: The Batman

Verbrecher in Gotham City müssen sich vorsehen. Batman, Verzeihung, THE Batman ist zurück – und das länger, härter und storymäßig durchdachter als je zuvor. Warum Pattinson es leicht macht, über Batflecks Rückzug wenig traurig zu sein, lest ihr hier.

Detective Comics

Mit dem neuen Film um den dunklen Rächer wird DC der ursprünglichen Bedeutung seiner Initialen mehr als gerecht: Bruce Wayne bzw. Batman (Robert Pattinson) war schon lange nicht mehr so klassisch detektivisch in einer Realverfilmung unterwegs wie in The Batman. Erst seit zwei Jahren in den Straßen Gothams als Verbrecherjäger unterwegs, steht er diesmal Lieutenant James Gordon (Jeffrey Wright) zur Seite, als dieser einen brisanten Mord aufklären muss. Und das tut Batman nicht gewohnt in Solo-Manier aus den Schatten heraus, nein, er wandelt – ähnlich wie in der TV-Serie aus den 1960er-Jahren mitten unter den Polizisten an den Tatorten. Was sich vielleicht etwas seltsam liest, funktioniert im Film sehr gut. Er ist quasi ein externer „Berater“ à la Sherlock Holmes oder Dr. House – nur eben in einer dezent auffälligen Leder-Montur. Aber die Fledermaus ist natürlich nicht nur an Tatorten – sie lauert dann doch auf bekannte Weise in den Schatten und verprügelt realistisch, aber wahnsinnig geschmeidig inszeniert allerhand Verbrecher. Hier würde es nicht wundern, wenn Regisseur Matt Reeves (Cloverfield) als Vorbereitung für den Film die Batman Arkham-Videogames der Rocksteady Studios gespielt hätte. Die Kämpfe im Film erinnern wohltuend an deren Freeflow-Combat-System und auch die Gadgets und viel vom Flair im Film könnten 1:1 aus der Spiele-Reihe stammen.

 Batman-Marathon

Dank flotter Action-Einlagen, die die ruhigeren Ermittlungs-Passagen und oft an visuell atmosphärischen Orten (z.B. vor einem Sonnenuntergang auf einem Hochhaus) spielenden Dialogen ergänzen, vergehen die knapp drei Stunden Batman-Abenteuer wie bei einer Verfolgungsjagd mit dem Batmobil – also sehr schnell, jedoch mit einigen Karambolagen. Das unterschiedliche Pacing und einige weniger nötige Handlungsstränge, die man in einem 90-Minuten-Film vermutlich rausgeschnitten oder gestrafft hätte, schaden dem Filmerlebnis allerdings nicht. Es macht sogar viel vom Reiz des Films aus, dass die Schnitzeljagd von einem Hinweis des irren Mörders zum nächsten nicht immer ganz nach Plan verläuft. Außerdem sieht man auch dem Rest des Casts z.B. Zoë Kravitz als Selina Kyle, einem bis zur Unkenntlichkeit geschminkten Colin Farrell als Pinguin oder Andy Serkis als Alfred Pennyworth gerne dabei zu, wenn sie mit Batman oder Bruce Wayne interagieren.

Apropos Bruce Wayne: Mit diesem verhält es sich in etwa so wie mit den Dinos im ersten Jurassic Park-Film. Man sieht ihn im gesamten Film gefühlt nur ein paar Minuten, sonst steckt er im Kostüm seines Alter Egos. Das war vermutlich eine taktisch-kreative Entscheidung hinter den Kulissen, denn während man Batman alles, was er tut, was er sagt und was er prügelt, sofort abnimmt, ertappt man sich bei den Szenen mit Bruce dann schon dann und wann, dass man darüber sinniert, ob Robert Pattinson mit seinem leichten Emo-Look und dem jüngeren Gehabe zu 100 Prozent der richtige Batman ist. Aber alleine dieser Gedanke zeigt, wie gut die Casting-Entscheidung eigentlich war. Während Michael Keaton, Val Kilmer oder Christian Bale als Batman mehr oder weniger wie Bruce Wayne mit Maske und Cape gewirkt haben, könnte bei Robert Pattinsons Darstellung der Unterschied der zwei Figuren frappanter nicht sein. Einen Beitrag zur Zeichnung der einzelnen Charaktere hat auch die musikalische Untermalung von Michael Giacchino (Jurassic World, Spider-Man: No Way Home). So bekommt jede wichtige Figur im Film eigene melodische Erkennungsmerkmale spendiert, die sich beinahe unbemerkt an die Gehörknöchelchen des Publikums herantasten und so unterbewusst die jeweilige szenische Stimmung unterstreichen.

Wertung

The Batman schafft erneut einen Spagat, den eigentlich schon Christopher Nolan mit seiner The Dark Knight-Trilogie schon sehr gut geschlagen hatte – und spreizt die Beine dabei noch ein wenig mehr. In einer Zeit, in der gute Comic-Verfilmungen (dank Marvel) nichts Ungewöhnliches mehr sind, setzt Matt Reeves mit der realistischen Gewichtung auf die polizeiliche Ermittlung und thriller- bzw. krimihafte Elemente einen Kontrapunkt zu bisherigen Abenteuern des dunklen Rächers. Und während Nolan ab The Dark Knight sogar ein wenig zu realistisch daherkam und das Comic-Flair zu stark abstreifte, behält The Batman diese in sich stimmige Darstellung der DC-Welt und seiner Charakter sehr gekonnt bei und macht Lust auf mehr aus diesem Batman-Universum. Und eines noch: CGI wird gekonnt subtil eingesetzt, wo es nötig ist, denn in diesem DC-Film bleibt uns ein Over-the-Top-Endkampf in einem unwirklich anmutenden Setting (à la Wonderwoman oder Justice League) erspart. Ermittlungs-Ergebnis: The Batman wird seinem Titel gerecht, aktuell ist er DER beste aller bisherigen Kino-Fledermaus-Männer!

Kurzinformationen
Kinostart:  17.02.2022
Filmlänge: 177 Minuten
Land, Jahr: USA, 2022
Genre: Thriller/Action
Regie: Matt Reeves 

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