Review: Star Wars: Die Schlacht von Jakku (1) Aufkeimender Widerstand
Eine neue Comic-Eventreihe mit bekannten Helden, neuen Intrigen und einem Imperium, das sich weigert zu fallen!
Seit der Übernahme der Star Wars-Comics durch Marvel im Jahr 2015 war es das Ziel, neue Geschichten parallel zu den klassischen Filmhandlungen zu erzählen. So entstanden zahlreiche Reihen, die Lücken zwischen den Episoden füllten. Besonders im Fokus standen die Geschehnisse zwischen Eine neue Hoffnung und Das Imperium schlägt zurück sowie später auch die Zeit zwischen Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Autor*innen wie Jason Aaron, Greg Pak und Charles Soule erzählten in aufeinander abgestimmten Reihen vom Widerstand der Rebellion, vom inneren Konflikt Darth Vaders und vom Einfluss imperialer Strippenzieher wie Palpatine oder Sidious. Nun wagt Marvel erneut einen Zeitsprung und widmet sich mit der neuen Maxiserie Die Schlacht von Jakku der unmittelbaren Zeit nach dem Tod des Imperators – und damit einem entscheidenden Moment im neuen Kanon.
Die neue Serie erschien in den USA von Oktober 2024 bis Januar 2025 in zwölf Heften, die in drei inhaltlich abgeschlossene Storyarcs unterteilt sind. Die deutsche Ausgabe erscheint bei Panini in drei Sammelbänden. Der erste Band Aufkeimender Widerstand ist bereits erhältlich, der zweite Band Unter Belagerung folgt im August und das Finale Das letzte Gefecht im September.
Die Flamme der Rebellion flackert weiter
Das Imperium ist gefallen, der zweite Todesstern zerstört, der Imperator tot. Doch der Sieg der Rebellion markiert keineswegs das Ende der galaktischen Spannungen. Mit Star Wars: Die Schlacht von Jakku – Aufkeimender Widerstand beginnt eine neue Comicreihe, die sich der chaotischen Nachkriegszeit widmet und dabei auf emotionale Tiefe, neue Charaktere und vertraute Gesichter setzt. Basierend auf dem ersten Handlungsbogen der Die Schlacht von Jakku von Autor Alex Segura entfaltet sich ein vielschichtiges Panorama zwischen politischen Intrigen und militärischer Eskalation.
Von Vaders Schatten zur neuen Bedrohung
Der Auftaktband erzählt von einer Galaxis im Umbruch. Die Rebellion strebt nach Frieden, doch in den entlegenen Sektoren wie Anoat verschanzen sich fanatische Hardliner. Moff Adelhard, eine neue Figur im Kanon, will das Erbe des Imperiums sichern und errichtet einen brutalen Informations- und Kontrollapparat. Währenddessen besucht Leia die Überreste von Vaders Scheiterhaufen – ein starker Moment innerer Zerrissenheit, der den emotionalen Kern des Bandes bildet.
Die Geschichte entfaltet sich in einer Mischung aus klassischer Rebellion-Action und politischen Konflikten. Reizvoll sind die zahlreichen Verweise auf das erweiterte Universum: Figuren wie Kes Dameron, Elemente der Operation: Cinder und subtile Querverbindungen zu Spielen wie Battlefront II geben Fans reichlich Futter.
Stark erzählt, schwächer gezeichnet
Was die Story betrifft, herrscht weitgehend Einigkeit: Aufkeimender Widerstand bietet eine spannende, temporeiche Geschichte mit gelungenen Dialogen und dramatischen Momenten. Besonders gelungen ist die Balance zwischen bekannten Charakteren und neuen Erzählstimmen.
Weniger überzeugend ist der grafische Stil. Die Zeichnungen von Will Sliney wirken mitunter kantig und flach, die Bildkomposition ist nicht immer übersichtlich. Vor allem im direkten Vergleich zu den atmosphärisch starken Covern fallen manche Panels deutlich ab.
Kanonisch relevant
Aufkeimender Widerstand ist mehr als nur ein Action-Spektakel. Es legt narrative Grundlagen für die Schlacht von Jakku, die später in Filmen, Romanen und Videospielen aufgegriffen wird. Das macht den Comic für langjährige Fans besonders wertvoll. Auch die Entscheidung, Figuren wie Leia psychologisch zu vertiefen, zeigt, dass hier mehr als nur bekannte Kriegsbilder bedient werden.
Fazit: Ein Spannender Auftakt mit kleinen Schwächen
Die Schlacht von Jakku – Aufkeimender Widerstand ist ein gelungener Start in eine neue Phase der Star Wars-Comicwelt. Der Comic punktet mit politischer Tiefe, emotionalen Momenten und relevanten Kanon-Ergänzungen. Abzüge gibt es bei der zeichnerischen Qualität, die nicht durchgängig mithalten kann. Trotzdem überwiegt der positive Eindruck eines ambitionierten Projekts, das nicht nur Lücken füllt, sondern neue erzählerische Wege einschlägt.
Infos:
Seiten: 104
Format: Softcover
Autor: Alex Segura
Zeichner: Leonard Kirk, Phil Noto
Preis: circa 15 Euro
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