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Review: Splatoon 3

Nintendo wird oft vorgeworfen, dass es immer nur die gleichen Franchises bringt und diese dann sehr zaghaft verändert. Mit Splatoon ging Nintendo 2015 ein Wagnis ein, indem es einen Shooter schaffte, der auch für jüngere Spielende geeignet war, bei der älteren Spielerschaft und sogar in Bereichen des E-Sport aber ebenso gut ankam. Der Erfolg setzte sich 2017 mit Splatoon 2 für die Switch fort, wobei der Titel bis heute 13,3 Millionen verkauft wurde und damit aktuell Rang 12 in der Liste der meistgekauften Switch Spiele einnimmt. Nachdem wir im August schon Hand an den Story-Modus sowie den Salmon Run legen durften (SHOCK2 Hands-On) und knapp eine Woche danach das erste Splatfest für alle über die Bühne ging, durften wir nun etwas mehr als eine Woche diesen vielversprechenden Titel und die vielen enthaltenen Modi für euch testen.

Willkommen in Alterna

Im Story-Modus verschlägt es uns vorerst in den Krater, wo wir in einigen ersten Levels die Steuerung und die Grundprinzipien von Splatoon 3 kennenlernen. Wir übernehmen dieses mal die Rolle von Nr. 3, verspritzen wie eh und je Tinte auf Gegner, Böden und Wände, tauchen in diese ein um uns zu tarnen und neue Tinte aufzunehmen, alles wie gehabt. Jedoch gibt es zwei neue Moves, den Wandsprung sowie die Tintenfischrolle, die vor allem in heftigen Gefechten wunderbar von der Hand gehen und sehr hilfreich sein können.

Neu in Splatoon 3 ist das Flauschplasma, ein waberndes irgendwas, das euch bei Berührung sofort einsaugt, einwickelt und massiven Haarwuchs verursacht. Zum Glück kann man gegen dieses mit reichlich Salmonideneier vorgehen und sich so den Weg durch die Welt bahnen. Denn schon nach kurzer Zeit verschlägt uns die Handlung in die mysteriöse Gegend Alterna, wobei sich deren Geschichte durch gefundene Alterna-Logs mit der Zeit erschließt. Soviel sei verraten, es geht gegen fiese Oktarianer und noch fiesere Gangster.

Wohin man sieht nichts als Flauschplasma.

Man bahnt sich also seinen Weg durch insgesamt sechs Sektoren, die alle voll mit Flauschplasma, Schallplatten, Schriftrollen und natürlich Levels sind, in denen man die dringend benötigten Salmonideneier sammelt, um voranzukommen.

In den einzelnen Levels gibt es dann auch ordentlich zu tun, diese bieten eine Vielzahl verschiedener Aufgaben: Mal muss man sich durch massenhaft Gegner kämpfen, im nächsten Level muss man unter Zeitdruck Salmonideneier sammeln oder gar ein Objekt komplett einfärben. Dabei hat man zu Beginn des Levels meist die Wahl zwischen drei verschiedenen Waffen inklusive Zweitwaffe wie verschiedene Bomben oder eine Art Wurfhaken. So lernt man auch allerlei Waffen und Gameplayelemente für den Multiplayermodus kennen. Die einzelnen Levels dauern zwischen einer und mehreren Minuten, beginnen noch recht moderat und werden in den späteren Sektoren recht knackig.

Tinte versprühen will gelernt sein.

In Splatoon 3 gibt es natürlich auch jede Menge neuer Waffen, die im Single- wie im Multiplayermodus verwendet werden dürfen. Zu nennen wären da das Splatana, der Tri-stringer oder die Spezialwaffen wie der Haihammer, die Schauerwelle, den Ultra-Stempel und noch einige mehr. Die Bandbreite ist natürlich wieder enorm, die Waffen unterscheiden sich in Schussfrequenz, Reichweite und Schaden, wobei wirklich für jeden etwas dabei ist. Ich habe es zwar zuerst mit Nahkampf- und Sniperwaffen versucht, bin dann aber schnell bei der Splatling-Gun gelandet.

Zusätzlich können im Story-Modus Upgrade Punkte und Anchovium gesammelt werden, mit der dann verschiedene Upgrades freigeschalten werden können. Dabei kann der Tintentank erweitert werden, man erhält Curling- oder andere Bomben, die dann außerdem weniger Tinte verbrauchen, sein Salmini Begleiter wird gestärkt, Möglichkeiten gibt es genug.

Splatoon, jetzt auch mit Upgrades.

Den Storymodus hatte ich in 5-6 Stunden geknackt, wobei ich mich zuerst wirklich nur auf das Erreichen des Endes konzentrierte und nicht alle Level in allen Sektoren absolvierte. Dabei trifft man dann auch auf einige Bosse, wobei ich nicht zu viel verraten möchte. Jedoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ich manchmal mehr fluchte als in Elden Ring, jedoch im besten Sinne. Da ich nachher aber noch lange nicht genug hatte, hab ich mich dann auch noch an das Absolvieren der letzten Spielabschnitte gemacht, was mit dem Finden und Aufdecken sämtlicher Objekte noch einige Spielstunden mit sich brachte.

Multiplayer irgendwer?

Richtet sich das Hauptaugenmerk einiger Spielenden auf den Story-Modus, hat man im Netz doch den Eindruck, dass Splatoon vor allem online gespielt wird. Splatoon 3 bietet hier noch mehr Möglichkeiten als die Teile zuvor, in einigen Bereichen wurde ordentlich nachgebessert. So ist es nun in allen Modi möglich mit Freunden zu spielen und auch nach einer Partie weiter im Team zu bleiben. Ein Kritikpunkt des letzten Teils war auch, dass man nicht aus der Online-Lobby aussteigen konnte, während man auf eine neue Partie wartete. Das war zu Beginn unserer Testphase auch nicht möglich, wurde aber per Patch hinzugefügt, was doch sehr angenehm ist. Klarerweise können auch alle Multiplayer-Modi im lokalen Netzwerk mit mehreren Switches gespielt werden, auf einen Split-Screen oder Couch-Koop wartet man immer noch vergeblich, schade.

Im Modus Revierkampf versuchen zwei, beim Splatfest auch mal drei Teams so viel Boden wie möglich einzufärben und alles zu tun, was den Gegner daran hindert. Die Partien laufen dabei flott ab, dauern drei Minuten und machen dabei wieder enormen Spaß. Die Maps sind allesamt gut designed und bieten genug Platz für schnelle und taktische Gefechte.

Die Revierkämpfe bieten wieder massig Action.

Kleiner Wermutstropfen bleibt ab und zu die Online-Performance bzw. das Peer-to-Peer Prinzip, was sich dann negativ äußert, wenn der Host das Spiel verlässt und eine Partie abgebrochen wird. Das ginge mit eigenen Servern besser. Auch noch immer im Spiel enthalten ist die Rotation zweier Maps im 2-Stunden-Rhythmus. Ich verstehe noch immer nicht, warum man nicht einfach mehr Maps rotieren lässt, im Test spielte ich einmal sieben Partien hintereinander auf der gleichen Map, was dann schon ein wenig fad wurde. All das, vor allem die Online-Performance, muss man sich noch einmal nach Release ansehen, vielleicht tut sich hier noch etwas.

Eishockeymaske, zwei Waffen, war ne gute Runde!

Natürlich sammelt man im Revierkampf wieder ordentlich Punkte, die dann natürlich in neue Waffen, Kleidung, Kopfbedeckungen, Schuhe und jede Menge anderes Zeug gesteckt werden wollen. Durch Anstieg der Katalogstufe bekommt man mit der Zeit eine noch größere Auswahl, kann somit seinen Inkling individualisieren und nach seinen Wünschen gestalten. Waffen, Kleidung und dergleichen erhält durch oftmaligen Gebrauch auch neue Eigenschaften, die richtig eingesetzt einen kleinen Bonus im Kampf bringen können. Auch die Snacks gibt es in Splatoon 3 wieder, die dann temporär Vorteile wie geringeren Tintenverbrauch oder höherer Bewegungsgeschwindigkeit bringen.

In Splatsville gibt es jede Menge einzukaufen.

Die Anarchie-Kämpfe, in denen es um Ranglistenplätze geht, konnte ich leider nicht testen, da ich im Testzeitraum nicht das geforderte Level 10 erreichte. Davon abgesehen gibt es hier die Modi Herrschaft, Turm-Kommando, Operation Goldfisch und Muschelchaos, die abwechselnd entweder in selbst gewählten oder zufällig zusammengestellten Teams gespielt werden können. Hier werden wir nach Release noch einen Bericht nachliefern.

Nintendo hat auch schon die Modi X-Kampf und Ligakampf angekündigt, die zu einem späteren Zeitpunkt kostenlos nachgereicht werden.

Gemeinsam gegen die Salmoniden

Der aus Splatoon 2 bekannte Salmon Run hält nun auch in Splatoon 3 Einzug, ist nun aber dauerhaft spielbar und nicht nur als temporärer Event wie in Teil 2. Wiederum tritt man zu viert gegen drei Wellen der bösen Salmoniden an und trifft dabei nun auch auf neue Bosse wie den Deckler oder Kanonya. Dabei versucht man seine Quote zu erfüllen und sammelt dabei Goodies.

Salmon Run 24/7, nur in Teil 3.

Der Modus macht dabei immer noch sehr viel Spaß, wenn auch bisher nur eine Map vorhanden ist. Das Teamwork funktioniert meist einwandfrei, wobei sich dieses eigentlich mehr auf gegenseitiges Wiederbeleben und halbwegs koordinierte Angriffen gegen die Salmoniden beschränkt.

Nintendo verspricht aber auch weiterhin größere Salmon Run Events, bei denen die Salmoniden in die Stadt schwärmen, um noch mehr Unheil zu stiften.

Kleine, nette Spielereien

Zusätzlich spendiert Nintendo der Spielerschaft neben den vielen Modi, unzähligen Möglichkeiten zur Individualisierung der Charaktere und einer Unmenge an Waffen und Maps noch ein paar kleine Goodies.

So gibt es mit den Revierdecks ein einfaches und kurzweiliges Legespiel, in dem man einfach mehr Kästchen als der Gegenspieler mit seiner Farbe bedecken muss, genau wie im großen Vorbild. Dazu verwendet man jedoch eigene Karten, die andere Formen bieten und die man sich erspielen oder beim Automaten in der Lobby gewinnen kann. Diese Karten können dann auch in eigenen Decks arrangiert werden. Mit diesen Decks kann entweder gegen andere Spieler oder KI-Gegner gefochten werden, wobei hier auch verschiedene Schwierigkeitsgrade und verschiedene „Maps“ zur Verfügung stehen.

So simpel das Spiel ist, so viel Spaß macht es auch. Nachdem ich den Story-Modus nahezu durch hatte und der Multiplayertest abgeschlossen war, konnte ich mich zeitweise gar nicht mehr von dem Modus losreissen und tüftelte an neuen Decks und besseren Kombinationen.

Neu und gelungen, die Revierdecks.

Zu guter Letzt hat Nintendo der Lobby, in der man vor Spielbeginn ein wenig üben und seine Mitspieler in Form von Hologrammen beobachten kann, noch den Spindraum spendiert. Dort steht allen Spielenden ein eigener Spind zur Verfügung, in dem man gefundene Waffen, Ausrüstung sowie Sticker platzieren kann. Dazu stehen auch diverse Hacken, Regale und dergleichen zur Verfügung, damit man alles nach eigenen Vorlieben arrangieren und anderen präsentieren kann.

Spind aufräumen nicht vergessen.

Optisch hat sich nicht sehr viel getan, das Spiel sieht immer noch sehr gut aus, die Tinte wirkt immer noch sehr plastisch. Der Titel läuft auch jederzeit flüssig und wirkt auf Hochglanz poliert, wenn der Stil auch nicht unbedingt jedem liegen muss.

Akustisch waren Musik und Sounds, wie zum Beispiel die Geräusche die die Sprache imitieren, sehr gewöhnungsbedürftig und etwas hektisch. Geht es aber in die Gefechte, klingt alles, die Sounds der Waffen und Gegner, wunderbar und passt absolut zur gebotenen Action.

Pros and Cons

+ Missionen im Story Modus spaßig und abwechslungsreich
+ Multiplayer spaßig wie eh und je, mit noch mehr Waffen und Stages
+ Online Modi nun durchgehend mit Freunden spielbar
+ Salmon Run immer verfügbar + neue Bosse
+ Revierdecks sind eine spaßige Ergänzung

– Rotation bei den Maps immer noch vorhanden
– kein Couch Koop

Fazit

Wertung - 8.5

8.5

Man nehme die sehr gut funktionierende Formel von Splatoon 2, erweitere und verbessere diese in so ziemlich allen Bereichen und bumm, schon hat man einen neuen Hit für die Switch. Der Story-Modus bietet kurzweilige und schnelle Action mit abwechslungsreichen Levels, deren Schwierigkeitsgrad angenehm zunimmt und einige Überraschungen parat hält. Der Revierkampf wurde mit einigen Komfortfunktionen verbessert und der Salmon Run ist nun dauerhaft spielbar, dazu gibt es noch einige neue und wirklich nette Waffen und Maps, was das ganze ebenso abrundet. Und hat man einmal keine Lust mehr auf die actiongeladenen Gefechte, spielt man ein paar Runden Revierdeck, gönnt seinem Inkling neue Kleidung oder dekoriert seinen Spind, hier ist wirklich für jeden was dabei. Hat man sich erst einmal mit der eigenartigen Map-Rotation angefreundet, bleibt wirklich nicht mehr viel, was man an Splatoon 3 kritisieren könnte. Nach Release wird sich erstmal zeigen müssen, wie gut sich die neuen Waffen, Maps sowie der Anarchie-Kampf in der freien Wildbahn schlagen werden, bis jetzt bietet Splatoon 3 aber ein wirklich tolles Gesamtpaket. Ich für meinen Teil hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß während des gesamten Tests und kann es kaum erwarten mich online messen zu können.

Genre: Action, Shooter
Entwickler: Nintendo
System: Switch
Erscheint: 09.08.2022
Preis: ab 43 Euro

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