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Review: Space Crew (Nintendo Switch)

Ja, es ist Bomber Crew im All!!!

Nachdem euch Curve Digital 2017 die Geschicke der Besatzung eines Bombers in Bomber Crew übernehmen ließ, schickt man Euch nun ein bisschen weiter weg. In Space Crew übernehmt Ihr nunmehr die sechsköpfige Mannschaft eines Raumschiffs, kämpft dabei gegen Ausserirdische, rettet verunglückte Kollegen oder leistet Forschungsarbeit. Und um eines vorwegzunehmen, Space Crew ist tatsächlich kurz und knapp Bomber Crew im All, jedoch mit einigen, kleinen Ergänzungen. Reicht das? Mal sehen.

Ganz schön stressig

Alles beginnt in einer großen, wirklich sehr klischeehaften Raumstation, wo Ihr euch vor Beginn einer Mission eben genau jene aussucht. Dabei kann es sich um eine einfache Patrouille, dem Bekämpfen von Ausserirdischen oder gar eine Rettungsmission handeln. Und schon gehts los, Ihr erteilt dem Captain den Startbefehl, das Schiff verlässt die Raumstation und nun seid ihr auf Euch gestellt. Um eure heiklen Missionen zu erfüllen, visiert ihr vorerst den nächsten Zielpunkt an, der daraufhin automatisch angesteuert wird, reist dann per Hypersprung zu jenem Ziel, wo meist schon Gegner auf euch warten, die Ihr dann markiert und so der Besatzung mitteilt, wer anzugreifen ist, direkt gesteuert wird das Schiff oder die Bordkanonen dazu nicht. Dabei liegt eure Hauptaufgabe dann darin, die Bordkanonen und andere wichtige Stationen zu besetzen, die Energie zwischen den vier Subsystemen Waffen, Schilde, Antrieb und Schwerkraft zu verteilen, wobei der Kern zu Beginn noch nicht wirklich viel Energie zur Verfügung stellt, oder im Kampf beschädigte Systeme zu reparieren. Dazu wählt Ihr einfach ein Crew-Mitglied aus und weist ihm eine Aufgabe zu.

Im Laufe einer Mission kann es dann geschehen, dass es an Bord brennt, der Antrieb ausfällt, Kollegen verletzt sind und Erste Hilfe brauchen oder das Schiff sogar geentert wird. Dazu stehen euch Feuerlöscher, Raumanzüge, Erste-Hilfe-Koffer oder Gewehre zur Verfügung die ihr dann einem eurer Astronauten zuweist und ihn so helfen lasst. Und das alles in Echtzeit, wobei die Zeit ein wenig verlangsamt werden kann.

Im Gefecht ist es auch möglich Spezialfertigkeiten eurer Crew einzusetzen, dies kann zum Beispiel fokussiertes Feuer an der Bordkanone sein, was die Trefferwahrscheinlichkeit erhöht oder besseres Ausweichen des Schiffes bei feindlichem Beschuss, was den Schaden der Angreifer verringert. Je erfolgreicher eure Crew ist, je mehr Spezialfertigkeiten werden freigeschaltet, die Skills verbessern sich ebenso.

Zwischen den Gefechten könnt Ihr eure Crew noch besser mit diversen Kleidungsstücken ausrüsten, was zum Beispiel die Panzerung, den Strahlenschutz und vieles mehr verbessern kann. Das ganze bezahlt man mit Geld, das man sich durch die Missionen und Unteraufträge verdient hat. Und sollte mal eines Eurer Mitglieder das Zeitliche segnen, dann könnt ihr auf der Raumstation schnell neue Astronauten rekrutieren.

Wichtig ist es auch sein Raumschiff stetig zu verbessern, wobei es auch einfach nur für seinen Geschmack optisch angepasst werden kann. Von den Waffensystemen, über die Panzerung bis zum Kern der die Energie liefert kann an allen Ecken und Enden geschraubt werden. Das ist zwar nicht gerade billig, bringt aber in manchem Moment den entscheidenden Vorteil.

Scotty, Energie!

Im Gegensatz zum Vorgänger hat sich bei Space Crew vor allem optisch einiges getan. Die Grafik wirkt nun detaillierter, freundlicher, weniger eckig, weniger retro. Klarerweise merkt man da im Weltall nicht allzu viel und auch Planeten und Asteroidenfelder strotzen nicht vor Details, wo man aber den Unterschied merkt ist am Schiff, an der Crew, an der Raumstation.

Wenig getan hat sich am eigentlichen Spielprinzip. In Wahrheit spielt sich Space Crew exakt wie sein Vorgänger, wenn auch einige Kleinigkeiten wie das Entern und darauffolgende Verteidigen des eigenen Schiffs oder Ausseneinsätze mittels Raumanzug dazugekommen sind. Ebenso ist das Raumschiff etwas größer als der Bomber zuvor und es gibt auch mehrer Stellen die repariert werden können, was aber trotzdem nicht viel am eigentlichen Spiel ändert. Was aber eigentlich auch nichts ausmacht, der leicht hektische Spielablauf, die Spannung, der Kick der entsteht wenn es mal nicht läuft macht immer noch Spaß. Was hier vielleicht ein wenig ins Gewicht fällt ist, dass ein Teil dieser Spannung aus einer zumindest für mich etwas gewöhnungsbedürftigen Steuerung resultiert. Warum muss man zum Durchwechseln der Crew einen Knopf halten? Ebenso beim Zoomen, mir fallen hier auf Anhieb einfachere, schnellere und intuitivere Varianten ein.

Das man Gegner immer wieder anvisieren muss, damit sie von den eigenen Leuten aufs Korn genommen werden ist mir ebenso ein Rätsel. Nicht nur das man an Bord schon selbst genug zu tun hat wenn es gleichzeitig brennt, das Schiff gerade geentert wird und vielleicht ein Bordschütze schwer verletzt ist. Markiere ich die Gegner zuvor nicht, schießt die Besatzung einfach nicht, auch wenn wie so oft gegnerische Schiffe genau neben meinem Schiff fliegen und es kontinuierlich beschießen. Scheinbar geht es hier einfach nur darum den Stressfaktor künstlich in die Höhe zu treiben, was mich das Spiel nach mancher Session genervt weglegen ließ.

Leider sind auch die Missionen sehr monoton. Immer wieder fliegt man zu einem Sprungtor, springt zum nächsten Ziel, dort warten Gegner die man dann hoffentlich besiegt, fliegt zum nächsten Ziel, springt mittels Spruntor, liefert dann zum Beispiel seine Lieferung ab und reist dann wieder genau so mühsam zurück, wie man schon hingereist ist. Neues Sprungtor, neue Gegner, anvisieren oder sterben, immer und immer wieder.

Hat mir Space Crew den nun überhaupt nicht gefallen? Doch, schon, das Thema, die Aufgabe eine Crew zu koordinieren, der leichte Flair von Star Trek und Co., all das macht ein, zwei Missionen Spaß, bis ich den Controller dann aufgrund der bereits erwähnten Macken wieder genervt weglegen muss.

Pros

+ Verbessern von Schiff und Crew motiviert
+ der Flow wenn es mal läuft
+ Bindung zur Crew und zum Schiff

Cons

– Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig
– manchmal unnötig hektisch
– Missionen ähneln sich sehr
– nicht viel Neues

Fazit

Wertung - 7

7

Wenig Neues zum kleinen Preis

Fans von Bomber Crew bekommen mit Space Crew einen in einigen Bereichen erweiterten und verbesserten Nachfolger, dessen Spielprinzip durchaus fesselnd und motivierend sein kann. Mich haben zwar regelmäßig einige Macken in Steuerung und Ablauf den letzten Nerv gekostet, vielleicht bin ich aber auch nur zu ungeduldig. In Anbetracht des geringen Preises kann man aber durchaus über die ein oder andere Schwäche hinwegblicken.

Genre: Strategie
Entwickler: Daedalic Entertainment/Indoor Astronaut
System: PS4, Xbox, Nintendo Switch, Windows PC, Linux, Mac OS
Erscheint: erhältlich
Preis: ab 19,99 Euro

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