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Review: Secret Empire (Sammelband)

Captain America stürzt die USA in die Finsternis

Mitte 2017 sorgte Marvels Comic-Event Secret Empire mit einem mehr oder weniger klaren politischen Statement für Diskussionen. Die Story ist jetzt gesammelt auf Deutsch erhältlich. Panini Comics druckt im Sammelband auf über 400 Seiten alle 11 US-Ausgaben der Hauptgeschichte sowie eine Passage aus Marvels Heft zum Free Comic Book Day 2017. Das Event ist auch ohne Vorwissen verständlich. Dafür sorgt die redaktionelle Einleitung.

Was wäre, wenn sich Captain America auf die Seite von Hydra schlagen würde? Jener Mann, der die guten alten amerikanischen Werte vertritt. Nur eben als Anführer einer Nazi-Organisation. Marvels Comic-Event Secret Empire nimmt sich dieser Prämisse an, die bei anderen Verlagen wohl in einem Paralleluniversum spielen würde.

Es war einer der großen Aufreger in der jüngeren Comic-Geschichte: Steve Rogers entpuppte sich in der ersten Ausgabe der neuen Captain America-Serie von Autor Nick Spencer (auch für Secret Empire verantwortlich) als heimliches Mitglied von Hydra. Hat der Captain all seine Mitstreiter über die Jahre perfekt getäuscht? Nein. Steve Rogers ist ein Undercover-Agent für Hydra, seit ein kosmischer Würfel mit eigenem Bewusstsein namens Kobik seine Vergangenheit verändert hat. Seitdem platzierte der Captain Dominosteine, um eine Hydra-Revolution zu ermöglichen – eine Übernahme der USA. Mit dem Start von Secret Empire ist es soweit. Bisher hatte Hydra-Cap im Geheimen gehandelt, doch mit dem Start des Events setzt er seinen Plan in die Tat um. In einem ausgeklügelten Plan verwendet Cap nun die jahrelange Vertrautheit mit den anderen Helden, um sie mit Präzision vom Schachbrett zu entfernen.

Danach springt Nick Spencer mehrere Monate in die Zukunft und zeigt die neuen, von Hydra beherrschten USA. Aus den Augen eines normalen Burschen namens Rayshaun, dessen Alltag von Angst und Propanganda geprägt ist. Auch Captain America wird weiter entwickelt. Steve unterscheidet sich erschreckend wenig von seinem früheren Selbst. Er ist ein Mann, der davon überzeugt ist, das Richtige zu tun. Spencer balanciert großes Superhelden-Spektakel, intime Momente und Charakterentwicklung beinahe perfekt und wird von Steve McNiven unterstützt, der bereits viel Erfahrung mit Event-Comics hat, immerhin arbeitete er zusammen mit Autor Mark Millar an Civil War. McNiven sowie seine Kollegen Daniel Acuna und Rod Reis meistern sowohl die Charaktermomente als auch die großen Actionszenen mit der visuellen Brillanz, die man von einem Event-Comic erwartet.

Fazit

Es ist leicht, von Marvel-Events ermüdet zu sein. In den letzten Jahren hat der Verlag den Bogen konstant überspannt und unaufhörlich neue Crossover veröffentlicht. Secret Wars, Civil War 2, Spider-Man: Die Klon-Verschwörung, Inhumans vs. X-Men, Monsters Unleashed und mehr blieben hinter ihrem Potential zurück. Secret Empire ist klar eines der besseren Crossover-Events der letzten Jahre, wahrscheinlich sogar das beste seit dem ersten Civil War-Event von Mark Millar.

Marvel hat hier endlich wieder etwas zu sagen und es ist sicherlich kein Zufall, dass diese Story ausgerechnet in einer Zeit erscheint, in der Donald Trump im Weißen Haus sitzt. Abgesehen von großen Superhelden-Kämpfen zeigt Nick Spencers große Story jede Menge kleine, menschliche Momente und befasst sich mit der Frage, wie sich der Faschismus durch Angst und Panik vor einer äußeren Bedrohung in eine Demokratie einschleichen kann. Wer gerne Marvel-Comics liest, sollte Secret Empire gelesen haben.

Info
Seiten: 410 Seiten
Preis: je ca. 39 Euro
Autor: Nick Spencer
Zeichner: Daniel Acuna, Rod Reis & Steve McNiven
Verlag: Panini Comics (Marvel)

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Die Vorgeschichte:

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One Comment

  1. Was wäre, wenn sich Captain America auf die Seite von schlagen stellen würde?

    Den Satz verstehe ich nicht …