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Review: Ratchet & Clank: Rift Apart

Fünf Jahre nach dem Remake des ersten Ratchet & Clank-Abenteuers für die PlayStation 4 erscheint nun mit Rift Apart ein völlig neuer und eigenständiger Teil für die PS5.

Ein intergalaktisches, dimensionales Abenteuer

Die Geschichte beginnt mit einer Ehrung von Ratchet und Clank, die – geschickt getarnt – gleichermaßen als Tutorial-Mission daherkommt. Während man sich hier also an die Mechanik des Spiels gewöhnt, versucht Clank Ratchet etwas Wichtiges mitzuteilen: Er hat den sogenannten Dimensionator (= eine Maschine, mit der andere Dimensionen aufgesucht werden können) repariert.

Dies war als Geschenk für Ratchet gedacht, damit dieser mithilfe dieser Maschine weitere Lombaxe in anderen Dimensionen suchen könne. Nur blöd, dass Dr. Nefarious ebenfalls ein Auge auf den Dimensionator geworfen hat und diesen kurzerhand stiehlt. Er reist daraufhin mit unseren beiden Helden in eine Dimension, in der er stets die Oberhand gegen den heldenhaften Lombax und seinen treuen Begleiter behält. Können die beiden Dr. Nefarious dennoch besiegen?

Können Ratchet & Clank Dr. Nefarious aufhalten und in ihre Dimension zurückkehren bevor es zu spät ist?

Imperator Nefarious?

In der alternativen Dimension angekommen, stellen die beiden schnell fest, dass hier der fiese Imperator Nefarious mithilfe einer Roboter-Armee mit eiserner Faust zahlreiche Planeten regiert. Aber wenn es eine alternative Version von Dr. Nefarious gibt, gibt es dann auch…
Hier kommt Rivet ins Spiel. Das weibliche, lila Alter Ego von Ratchet ist eine Neuerung im Franchise. Während sie sich aus spielmechanischer Sicht nicht wirklich von ihrem gelb-bräunlichen Pendant unterscheidet, ist der Unterschied aus charakterlicher Sicht doch gegeben. Rivet ist vorsichtiger als Ratchet und agiert mehr im Untergrund. Das große Ganze scheint ihr zu Beginn egal zu sein.

Neben ihr sind aber auch alle weiteren beliebten Charaktere in alternativen Versionen anzutreffen – ein Umstand, der viel Frische in das beinahe 20 Jahre junge Franchise bringt.

Wer ist diese Rivet und können unsere Helden ihr trauen?

Was kann diese SSD eigentlich?

Ratchet & Clank: Rift Apart faszinierte Spieler:innen bei seiner offiziellen Vorstellung vor gut 11 Monaten mit einem klaren und eindeutigen Versprechen: Hier wird Next-Gen-Feeling geboten!
Wird dieses Versprechen eingelöst? Die Antwort lautet wie so oft: Es kommt darauf an. Das Abenteuer spielt sich so gut wie ohne Ladezeiten. Der Wechsel von einer Dimension in eine andere verläuft fließend. Das Betreten/Heranziehen in andere Portale läuft ohne zu ruckeln ab. So weit so gut.

Ein beliebiges Öffnen immer weiterer Dimensionen oder Portale ist aber nicht möglich. Dies wird in der Story damit gelöst, dass unsere Protagonisten den Dimensionator nie im aktiven Gameplay einsetzen können. Dadurch ist das Betreten anderer Dimensionen nur an bestimmten, vorgefertigter Stellen im Level möglich. Hierfür zeichnen große, lila Kristalle oder lila Dimensionsfalten verantwortlich, hinter denen kleine Nebenquests warten. Hier können zum Beispiel zusätzliche Rüstungsteile oder Bolts freigespielt werden. Anders verhält es sich mit den gelben Dimensionstoren. Diese sind an manchen Stellen im Level verstreut und funktionieren als eine Art Ankerpunkt, zu dem wir uns wie mit einem Greifarm heranziehen können. Dies geschieht dynamisch und macht vor allem in Kämpfen oder rasanten Verfolgungsjagden großen Spaß.

Eine Waffe verrückter als die andere

Ratchet und Rivet wechseln sich je nach Mission ab. Das bedeutet, dass Spieler:innen in recht ausgeglichenem Maße sowohl den männlichen als auch den weiblichen Lombax spielen werden – und dies für circa zehn bis zwölf Stunden Spielzeit. Das war in etwa das Ausmaß, das wir zum Durchspielen von Rift Apart benötigt haben. Die Spielzeit lässt sich jedoch etwas strecken, wenn die angebotenen Nebenquests alle erledigt werden oder versucht wird, alle möglichen Waffen zu besitzen und diese voll aufzuleveln.

Apropos Waffen: Die beiden Lombaxe teilen sich dasselbe Waffenarsenal. Dies fanden wir beim Durchspielen des Abenteuers sehr angenehm, nachdem wir auf diese Art und Weise ungestört an einer immer größer und verrückter werdenden Waffenkammer arbeiten konnten. Diese kann, wie oben bereits angedeutet, mittels dafür vorgesehener Erze, aufgewertet und verstärkt werden. Dies führt dazu, dass Spieler:innen im Verlauf der Kampagne ein gewisses Machtgefühl erfahren… ein sich Anlegen mit den zahlreichen Schergen von Dr. und Imperator Nefarious sollte so gar kein Problem mehr darstellen.

Im Laufe des Spiels kommen sehr ausgefallene Waffen zum Arsenal hinzu

Alles ist relativ

Dies führt uns umgehend zu der Schwierigkeit des PS5-Titels. In Rift Apart können Spieler:innen zwischen fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen:

  • Entdeckerneuling (super einfach)
  • Rookie Recruit (einfach)
  • Rebel Agent (mittel)
  • Resistance Leader (schwierig)
  • Renegade Legend (sehr schwierig)

Wir haben das Abenteuer als sogenannter Rebel Agent gespielt und hatten kaum Probleme damit. Erfahrene und sehr versierte Spieler:innen können deshalb wohl getrost als Resistance Leader in den Kampf ziehen.

Optisch eine Wucht

Optisch braucht Ratchet & Clank: Rift Apart den Vergleich mit niemandem zu scheuen. Das Spiel sieht atemberaubend schön aus, nutzt allerlei Farben in unterschiedlichen Dimensionen und lässt jeden Kampf oder Sprungpassage in beeindruckender Beleuchtung erstrahlen – und das, obwohl zum Zeitpunkt des Tests noch kein Performance- sowie Performance RT-Modus verfügbar waren. Dieser wurde jedoch bereits kurz vor erscheinen dieses Reviews von den Entwickler:innen von Insomniac Games mittels Day One-Patch nachgereicht. Dadurch sollen 60 Bilder pro Sekunde sowie Raytracing ermöglicht werden. Zum Zeitpunkt des Tests waren „lediglich“ 30 fps und Raytracing verfügbar.

Dieser Augenschmaus verleitet schon mal dazu, sich in dem (wieder einmal) umfangreichen Fotomodus zu verlieren. Hier stehen, wie mittlerweile fast schon von Triple A-Titeln gewohnt, zahlreiche Filter, Sticker und andere Möglichkeiten zur kreativen Selbstentfaltung zur Verfügung.

Was ist mit der Peripherie?

Das neueste Abenteuer des Lombax und seines Roboter-Freundes setzt auch klangtechnisch neue Maßstäbe. Hier kommt die sogenannte 3D Audio-Technik zum Tragen, die vor allem beim Tragen eines 3D Pulse Wireless Headsets optimal genützt und ausgereizt wird. Ebenfalls soll der DualSense Controller mittels vieler kleiner haptischer Reize ideal auf das intergalaktische Abenteuer zugeschnitten worden sein. Hiervon haben wir aber nur beim Benützen der diversen Waffen, die beispielsweise das Betätigen der adaptiven Trigger erschwert oder erleichtert haben, etwas mitbekommen. Dies ist einer der wenigen Wermutstropfen des Spiels. Ein anderer sind einige Bugs zum Zeitpunkt des Tests. So liefen uns gelegentlich Gegner nicht nach, sondern in die Wand. Diese kleineren Bugs sollten bei erscheinen des Spiels jedoch mittels Day One-Patch bereits behoben sein. Ein großes Lob bekommen die Entwickler:innen für die Umsetzung der Accessibility/Barrierefreiheit. Das Spiel ist auf die unterschiedlichen Bedürfnisse sehr gut anpassbar und kann so von deutlich mehr Menschen erlebt werden.

Mehr Eindrücke im SHOCK2 Podcast

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Fazit

Wertung - 9

9

Ratchet & Clank: Rift Apart ist ein bunter und witziger Action-Plattformer, der seinesgleichen sucht. In rasanten Action-Passagen rasen wir von einer Szenerie in eine andere, besiegen zahlreiche Gegner und erleben dabei eine, zwar nicht besonders originelle, aber dafür umso Herz-erwärmendere Geschichte um den Wert von Freundschaft und Familie. Wer eine PlayStation 5 sein Eigen nennt, sollte hier zugreifen. Wer noch keine hat, sollte sich eine für Rift Apart zulegen!

Genre: Action-Plattformer, Third Person-Shooter
Entwickler:innen: Insomniac Games
System: PS5
Erscheint: 11. Juni 2021
Preis: ca. 80 Euro

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